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Wirtschaft vor Umweltschutz: Serbien erlaubt Abbau von Lithium im Jadar-Tal

Die serbische Regierung hat den Weg für den Lithium-Abbau im Jadar-Tal geebnet. Jahrelang hatte es Umweltbedenken und lokale Proteste gegeben.
/ Andreas Donath
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Jadarit im Naturkundezentrum in Svilajnac, Serbien (Bild: Wikipedia)
Jadarit im Naturkundezentrum in Svilajnac, Serbien Bild: Wikipedia

Serbiens Entscheidung, den Lithum-Abbau im Jadar-Tal zu erlauben, markiert eine Abkehr von der früheren Position und setzt sich über lokale Bedenken hinweg. Das Jadar-Tal im Westen Serbiens beherbergt vermutlich die größten Lithium-Reserven Europas, was dem Balkanstaat eine Schlüsselrolle in der europäischen Akkuproduktion bietet.

Die Regierung in Belgrad hat eine neue Verordnung erlassen, die den Lithium-Abbau ermöglicht. Dieser Schritt folgt auf ein Urteil des serbischen Verfassungsgerichts, das die vorherige Annullierung des Raumordnungsplans für unrechtmäßig erklärt hatte.

Der britisch-australische Bergbaukonzern Rio Tinto, der bereits Investitionen in der Region tätigte, zeigt weiterhin Interesse an dem Projekt. Das Unternehmen plant, jährlich bis zu 58.000 Tonnen Lithiumcarbonat in hoher Qualität für die Akkuherstellung zu produzieren. Diese Menge würde ausreichen, um Akkus für etwa 1,1 Millionen Elektrofahrzeuge herzustellen.

Wirtschaftliche Chancen und Umweltbedenken

Die serbische Ministerin für Bergbau und Energie, Dubravka Djedovic Handanovic, betont die Bedeutung des Projekts für die wirtschaftliche Zukunft des Landes. Sie sieht darin einen wichtigen Schritt zur Integration Serbiens in die europäische Wirtschaft.

Dazu gehört eine Absichtserklärung für ein Rohstoffabkommen zwischen Serbien und der EU(öffnet im neuen Fenster) . Die EU betont, dass die Partnerschaft darauf abzielt, neue lokale Industrien und hochwertige Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette von Elektrofahrzeugen zu entwickeln. Dabei sollen hohe Umwelt- und Sozialstandards eingehalten und die Belange der Anwohner berücksichtigt werden.

Serbiens Präsident Aleksandar Vučić sieht nach einem Bericht des Handelsblatts (öffnet im neuen Fenster) in dem Lithium-Projekt eine Chance, die Verbindungen zur EU zu stärken. Er betont jedoch auch den Wunsch, möglichst viel Wertschöpfung im eigenen Land zu behalten. Vučić strebt an, nicht nur Rohstoffe zu exportieren, sondern auch die Batterieproduktion in Serbien anzusiedeln.


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