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Wirtschaft & Raumfahrt: China lockert Börsenbedingungen für Raketenbauer

Chinesische Raketen-Start-ups können nun unter einfachen Bedingungen an die Shanghai-Börse gehen, wenn sie auf Wiederverwertbarkeit setzen.
/ Patrick Klapetz
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KI-generiertes Bild eines Börsenmarkts (Symbolbild) (Bild: Pixabay)
KI-generiertes Bild eines Börsenmarkts (Symbolbild) Bild: Pixabay

China hat im Dezember 2025 die Anforderungen zum Börsengang (IPO) für Unternehmen gelockert, die wiederverwendbare Raketen entwickeln. Die Ankündigung dazu erfolgte am 26. Dezember(öffnet im neuen Fenster). Damit können die Raketenbauer an der Star-Börse in Shanghai (Shanghai Stock Exchange Science and Technology Innovation Board) notiert werden, ohne die üblichen Rentabilitäts- oder Umsatzschwellen zu erreichen.

Stattdessen müssen Unternehmen wichtige technologische Meilensteine erreichen, darunter mindestens einen erfolgreichen Orbitalstart mit wiederverwendbarer Raketentechnologie. Die Richtlinien priorisieren außerdem Unternehmen, die an nationalen Missionen oder großen staatlich geführten Weltraumprojekten beteiligt sind.

Börsengang für chinesische Raketen-Start-ups

"Unternehmen, die technologische Meilensteine erreichen, erhalten bevorzugten Zugang zu [öffentlichen] Kapitalmärkten, was Chinas strategische Raumfahrtambitionen unterstützt", hieß es in der Börse.

Das ist ein wichtiger Schritt, um die Wiederverwendbarkeit in der chinesischen Raketentechnologie voranzubringen. Er signalisiert nicht nur, dass die Zentralregierung in China den kommerziellen Raumfahrtsektor auch politisch unterstützt, sondern fördert zudem die Glaubwürdigkeit der kommerziellen Raketenbauer.

In China möchte man so die Lücke zwischen sich und den Raumfahrtfähigkeiten der Vereinigten Staaten schließen. Die wiederverwendbaren Raketenstarts werden vor allem von SpaceX, dem Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, dominiert. Doch auch Amazon-Gründer Jeff Bezos konnte im vergangenen Jahr mit seiner Raumfahrtfirma Blue Origin die Wiederverwendbarkeit seiner neuen Schwerlastrakete New Glenn demonstrieren.

Landspace hat nun Zugang zum öffentlichen Kapitalmarkt

Von der neuen Regelung profitiert auch das führende chinesische Raketen-Start-up Landspace. Am 2. Dezember 2025 konnte es mit der zweiten Stufe seiner Zhuque-3-Rakete einen Satelliten in die Erdumlaufbahn befördern. Allerdings scheiterte der Antriebsversuch der vertikalen Landung auf einer Rampe kurz nach der Landezündung.

Landspace hofft durch Börsengang auf Kapital

Da die Weiterentwicklung der Raketentechnologie kostspielig ist, benötigt Landspace (Beijing Blue Arrow Space Technology Co., Ltd.) jedoch Geld. Geld, das sich das Unternehmen nun beschaffen kann. Denn am 31. Dezember 2025 wurde der Börsengang des Raketenbauers an der Shanghai-Börse akzeptiert(öffnet im neuen Fenster). Die Aktien könnten im Laufe des Jahres 2026 in den Umlauf gebracht werden.

Laut Prospekt strebt das Unternehmen an, etwa eine Milliarde US-Dollar beziehungsweise 7,5 Milliarden Yuan zu sammeln, um die Entwicklung und Skalierung wiederverwendbarer Startdienste zu unterstützen.

Mitte 2026 möchte das Unternehmen dann mit der vollständigen Booster-Bergung beginnen. Ferner strebt Landspace an, Aufträge für den Start der chinesischen Megakonstellationen Guowang (Nationales Netz) und Qianfan (Tausend Segel) sowie für die geplante Honghu-3-Konstellation zu gewinnen.

Massenhafter Börsengang von kommerziellen Raketenbauern?

Andere chinesische Startfirmen reichten im vergangenen Jahr ebenfalls Dokumente für ihren geplanten Börsengang ein. Anfang August 2025 war es die CAS Space, ein Ableger der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS), und im Oktober reichten(öffnet im neuen Fenster) die kommerziellen Startfirmen Space Pioneer und Galactic Energy ihre Dokumente ein.

Auch diese drei Firmen entwickeln wiederverwendbare Trägerraketen und arbeiten sogar an größeren Raketenmodellen. Die ersten Starts der mittelgroßen Raketen Pallas-1 (Galactic Energy), Kinetica-2 (CAS Space) und Tianlong-3 (Space Pioneer) werden in den kommenden Wochen erwartet – obwohl für die ersten Startversuche keine Booster-Bergungsversuche erwartet werden. In den USA erwägt dagegen SpaceX einen Börsengang, der laut dem Chief Financial Officer (CFO) des Unternehmens(öffnet im neuen Fenster) im Jahr 2026 erfolgen könnte.


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