Wirtschaft: Pioneer erwägt Ausstieg bei Unterhaltungselektronik

Am 12. Mai 2014 meldete Pioneer einen Gewinn von rund fünf Millionen US-Dollar für das Geschäftsjahr 2014, nachdem 2013 noch Verluste von über 192 Millionen US-Dollar aufgelaufen waren - aus der Krise ist das Unternehmen damit aber offenbar noch nicht. Der Geschäftsbericht ( PDF(öffnet im neuen Fenster) ) weist unter anderem auf strukturelle Probleme im wichtigen Bereich der Infotainment-Produkte für Autos hin, wo das OEM-Geschäft als Erstausrüster für die Fahrzeughersteller zwar wuchs, aber dennoch zu wünschen übrig ließ. Pioneer stellt in seinen Unterlagen ausdrücklich fest, dass die Stückzahlen von direkt an Endkunden verkauften Car-HiFi-Produkten zurückgehen, weil die Autohersteller immer bessere und komplexere Anlagen mit ihren Fahrzeugen anbieten.
Das Geschäft mit klassischer Unterhaltungselektronik, wo Pioneer vor allem bei AV-Receivern und Blu-ray-Playern für Heimkinos stark ist, bleibt jedoch verlustreich. Und so bestätigte Pioneer Golem.de auch auf Anfrage: "Pioneer erwägt momentan jede mögliche Maßnahme zur sorgfältigen Überprüfung des Home AV Business, wie zum Beispiel Zusammenschlüsse inklusive partieller Verkäufe ihrer Anteile an Niederlassungen."
Das für gewöhnlich gut informierte australische Wirtschaftsmedium Channel News will(öffnet im neuen Fenster) bereits erfahren haben, dass der chinesische Anbieter Funai einer der möglichen Käufer von Pioneers Sparte für Unterhaltungselektronik ist. Es soll neben diesem Hersteller aber noch zwei weitere, ebenfalls chinesische Interessenten geben. Laut Channel News will Pioneer die mit 70 Prozent zum Umsatz beitragenden Sparten für Car-HiFi und DJ-Equipment aber in jedem Fall behalten. Die Abteilung für Unterhaltungselektronik macht im Gesamtkonzern nur rund 20 Prozent des Umsatzes aus.
Während Pioneer zwar seine generellen Überlegungen Golem.de bestätigte, stellte das Unternehmen aber auch fest: "Trotzdem wurden bis jetzt noch keine Entscheidungen über Zusammenschlüsse mit Dritten - einschließlich Funai Electric Co., Ltd. - getroffen."