Wirtschaft: Nintendo-Aktien profitieren von KI-Müdigkeit der Investoren
Nintendo verzeichnet den stärksten Kursanstieg seit zwei Monaten. Laut Bloomberg(öffnet im neuen Fenster), liegt das daran, dass Investoren Bedenken hinsichtlich einer Überbewertung des KI-Sektors haben und nach günstigen, aber sicheren Investitionsmöglichkeiten suchen.
Am 16. Mai 2026 stieg der Aktienkurs von Nintendo den dritten Tag in Folge um bis zu 6,8 Prozent an und auch Aktien anderer japanischer Spielehersteller, wie Bandai Namco und Konami profitierten. Den Unternehmen ist gemein, dass sie eine Vielzahl hoch bewerteter geistiger Eigentumswerte (IPs) besitzen und diese zunehmend über verschiedene Unterhaltungsgenres und -formate nutzen wollen.
Laut dem japanischen Aktienstrategen Amir Anvarzadeh ist diese Entwicklung Teil einer Aktienrotation – raus aus den KI-Technologiewerten und hin zu Firmen, die bisher als KI-Verlierer galten. Die Kursbewegungen "unterstreichen die wachsende Vorsicht am Markt, angesichts massiver Kursgewinne im KI-Sektor, die auf Dauer nicht nachhaltig sein können", so Anvarzadeh.
Entwicklung löst keine Neubewertung von Nintendo aus
Der Aktienkurs von Nintendo fiel zuletzt am 11. Mai 2026 deutlich, nachdem der Konzern eine Preiserhöhung für die Spielekonsole Switch 2 und seine Geschäftszahlen bekannt gab. Die Preiserhöhungen begründete Nintendo zwar nur mit den Marktbedingungen, es ist aber davon auszugehen, dass die weltweit gestiegenen Speicherpreise die Kalkulation beeinflusst haben.
Der technologielastige japanische Leitindex Nikkei 225 wird von der Erwartung getragen, dass die Nachfrage seitens der KI-Hyperscaler japanischen Chipherstellern zugutekommt. Tomo Kinoshita, globaler Marktstratege bei Invesco Asset Management Japan, sagte Bloomberg, dass sich die Vorsicht gegenüber Technologieaktien durch die für Mittwoch erwartete Bekanntgabe der Quartalsergebnisse von Nvidia noch verstärke.
"Nvidia wird den himmelhohen Erwartungen des Marktes oft nicht gerecht, und infolgedessen können KI-Aktien leiden", sagte Kinoshita und ergänzte, dass er davon ausgehe, "dass viele Investoren im Vorfeld KI-Aktien vorübergehend abstoßen, was diese Umschichtung vorantreibt".
Im Hinblick auf Nintendo warnte Anvarzadeh zudem, dass der Anstieg der Aktien des Spieleherstellers keine fundamentale Neubewertung auslösen dürfte. Probleme, wie die hohen Speicherpreise und ein wenig überzeugender Ausblick auf neue Spieleveröffentlichungen, bleiben weiter bestehen.
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