• IT-Karriere:
  • Services:

Wirelurker: Neue Malware zielt auf Apple-Produkte

Sicherheitsexperten warnen vor einer neuen Malware, die gezielt Produkte von Apple angreife. Wirelurker soll die bislang größte Attacke auf die Systeme des US-Konzerns sein.

Artikel veröffentlicht am , Thorsten Schröder
Bislang sind nur Nutzer in China von der Sicherheitslücke betroffen.
Bislang sind nur Nutzer in China von der Sicherheitslücke betroffen. (Bild: Greg Baker/Afp/Getty Images)

IT-Sicherheitsexperten im Silicon Valley warnen vor einer neuen Malware, die es gezielt auf das Apple-System abgesehen haben soll. Die Software namens Wirelurker ziele auf iOS und Mac OS X, teilte die Firma Palo Alto Networks am Donnerstag mit. Es handele sich um den bislang größten Angriff auf Apple-Produkte.

Stellenmarkt
  1. operational services GmbH & Co. KG, Braunschweig
  2. ORBIT Gesellschaft für Applikations- und Informationssysteme mbH, Bonn

Bislang seien zwar nur Nutzer in China von der Malware betroffen. Dennoch zeige die Attacke, dass Angreifer neue Wege fänden, um speziell Apples mobile Geräte zu infiltrieren. Laut der Firma hat Wirelurker bislang mehr als 400 für Apples Betriebssystem Mac OS X entworfene Anwendungen infiziert. Die infizierten Anwendungen sind allerdings nicht in Apples offiziellen App-Store zu finden, sondern im Maiyadi App Store, einen Drittanbieter mit Software speziell für Mac-Systeme. Dort sind fast nur Schwarzkopien zu finden. Insgesamt seien die 467 betroffenen Anwendungen 356.105 Mal heruntergeladen worden und hätten "möglicherweise hunderttausende von Nutzern" erreicht, erklärten die Sicherheitsexperten.

Angriff mit Zertifikat

Wenn Anwender ihre iPhones oder iPads Tablets per USB-Kabel mit ihren Macs verbinden, kann der als Daemon laufende Wirelurker Informationen des angeschlossenen Geräts auslesen, etwa die Serien- oder Telefonnummer oder die iTunes-Indentifikationsnummer. Die Malware enthält zudem ein Enterprise-Zertifikat, mit dem sie sich in iOS authentifiziert. Damit kann Wirelurker infizierte Apps auf einem mobilen Gerät installieren.

Ist ein Gerät einmal mit Wirelurker infiziert, können die Angreifer Daten wie Adressbücher oder Textnachrichten abrufen und Befehle senden und empfangen, etwa um weitere Malware herunterzuladen und zu installieren. Damit könnte sich die Malware auch auf Geräten ohne Jailbreak einnisten. Auf Geräten mit Jailbreak wird das Zertifikat nicht benötigt und die Malware kann deutlich tiefer ins System eingreifen und beispielsweise Adressbücher auslesen.

Zertifikat ist zurückgezogen

Palo Alto Networks hat Apple nach eigenen Angaben über die Malware informiert. Nach offiziellen Angaben hat Apple bereits das Zertifikat und somit die Installation der Malware unter iOS blockiert. Die Experten bei Palo Alto bezweifeln jedoch, dass diese Maßnahme genügt. Es könnten neue Zertifikate ausgestellt und das blockierte in den infizierten Apps ausgetauscht werden. Nutzer sollten deshalb darauf achten, nur Software von vertrauenswürdigen Quellen zu installieren und das Betriebssystem aktuell zu halten, heißt es bei Apple. Palo Alto stellt mit Wirelurker Detector eine Software zur Verfügung, die die Malware aufspüren kann.

Allerdings ist bislang unklar, ob die Sicherheitslücke tatsächlich ausgenutzt wurde. Damit Hacker die Kontrolle über einen Mac übernehmen können, müssten Nutzer sämtliche Sicherheitswarnungen ignorieren. Auch das eigentliche Ziel der Malware ist nach Angaben von Palo Alto Networks bislang nicht bekannt. Allerdings werde die Software derzeit offenbar regelmäßig aktualisiert. "Sie sind dabei, eine größere Attacke vorzubereiten", hieß es von den Sicherheitsexperten. "Anderen Angreifern zeigt das, dass es Wege gibt, die harte Schale zu knacken, die Apple um seine Geräte gebaut hat."

Der IT-Sicherheitsexperte Jonathan Zdziarski geht davon aus, dass die Malware in erster Linie versucht, die Identitäten chinesischer Nutzer ausfindig zu machen, die gefälschte Software benutzen. Die Malware sei noch längst nicht ausgereift, können aber für größere Angriffe genutzt werden, wenn sie besser programmiert wäre.

Erst am vergangenen Freitag wurde eine Schwachstelle in Apples neuer Mac-OS-Version Yosemite gemeldet. Experten hätten eine Möglichkeit gefunden, sich auch ohne Passwort Root-Rechte in einem Terminal zu verschaffen. In Absprache mit Apple werden keine Details zu der Sicherheitslücke veröffentlicht, bis ein Patch bereitsteht.

Nachtrag vom 7. November 2014, 9:30 Uhr

Inzwischen hat Apple eine erste Gegenmaßnahme ergriffen und das Zertifikat blockiert, das die Apps für die Installation in iOS benötigen.

Nachtrag vom 8. November 2014, 10:15 Uhr

Wir haben den Artikel nochmals überarbeitet, um Ungenauigkeiten zu korrigieren und an die aktuelle Sachlage anzupassen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 555,55€ (zzgl. Versandkosten)
  2. 399,00€ (Bestpreis! zzgl. Versand)

ChMu 07. Nov 2014

Du scheinst nicht zu wissen, wie die Software auf das iOS Device kommt. Direct geht gar...

Mauw 07. Nov 2014

Boah wenn ich immer diesen Spruch lese ... Windows ist anfälliger. Ist es unter Garantie...

mikehak 07. Nov 2014

@Wallbreaker Das stimmt heute so nicht mehr. Heute muss der User meist auch was...


Folgen Sie uns
       


SSD-Kompendium

Sie werden alle SSDs genannt und doch gibt es gravierende Unterschiede. Golem.de-Hardware-Redakteur Marc Sauter stellt die unterschiedlichen Formfaktoren vor, spricht über Protokolle, die Geschwindigkeit und den Preis.

SSD-Kompendium Video aufrufen
Definitive Editon angespielt: Das Age of Empires 2 für Könige
Definitive Editon angespielt
Das Age of Empires 2 für Könige

Die 27 Einzelspielerkampagnen sollen für rund 200 Stunden Beschäftigung sorgen, dazu kommen Verbesserungen bei der Grafik und Bedienung sowie eine von Grund auf neu programmierte Gegner- oder Begleit-KI: Die Definitive Edition von Age of Empires 2 ist erhältlich.

  1. Microsoft Age of Empires 4 schickt Spieler ins Mittelalter

Autonomes Fahren: Wenn der Wagen das Volk nicht versteht
Autonomes Fahren
Wenn der Wagen das Volk nicht versteht

VW testet in Hamburg das vollautonome Fahren in der Stadt - und das recht erfolgreich, wie eine Probefahrt zeigt. Als größtes Problem erweist sich ausgerechnet die Höflichkeit der Fußgänger.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Volkswagen ID. Space Vizzion als Elektrokombi vorgestellt
  2. Elektroauto von VW Es hat sich bald ausgegolft
  3. ID.3 kommt Volkswagen verkauft den E-Golf zum Schnäppchenpreis

In eigener Sache: Aktiv werden für Golem.de
In eigener Sache
Aktiv werden für Golem.de

Keine Werbung, kein unerwünschtes Tracking - kein Problem! Wer Golem.de-Inhalte pur nutzen möchte, hat neben dem Abo Golem pur jetzt eine weitere Möglichkeit, Golem.de zu unterstützen.

  1. Golem Akademie Von wegen rechtsfreier Raum!
  2. In eigener Sache Wie sich Unternehmen und Behörden für ITler attraktiv machen
  3. In eigener Sache Unser Kubernetes-Workshop kommt auf Touren

    •  /