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Wirecard-Skandal: Privatvermögen von Wirecard-Managern eingefroren

Die Staatsanwaltschaft München hat im Wirecard -Skandal eine halbe Milliarde Euro Privatvermögen von Managern sichergestellt.
/ Achim Sawall
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Das Logo des Zahlungsdienstleisters Wirecard am 2. September 2020 auf einem Gebäude des Firmensitzes in Aschheim bei München. (Bild: Christof Stache/AFP via Getty Images)
Das Logo des Zahlungsdienstleisters Wirecard am 2. September 2020 auf einem Gebäude des Firmensitzes in Aschheim bei München. Bild: Christof Stache/AFP via Getty Images

Im Wirecard-Skandal hat die Staatsanwaltschaft München nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mehr als eine halbe Milliarde Euro Privatvermögen eingefroren. Doch damit könne nicht annähernd der entstandene Schaden ausgeglichen werden. Betroffen von der Maßnahme seien demnach Ex-Vorstandschef Markus Braun (momentan in Untersuchungshaft), der flüchtige Vorstand Jan Marsalek sowie zwei weitere Personen. Allein die Villa von Marsalek kostete monatlich 45.000 Euro.

Braun gehören mehrere Immobilien in München, Wien und Kitzbühel. So ist er laut Grundbuchauszug Eigentümer von 113 Quadratmetern Wohnfläche in einer Jugendstilvilla in Bogenhausen, dort ist allerdings auch seine Ehefrau als Miteigentümerin vermerkt. Sein Vermögen hat Braun demnach über seine MB Beteiligungsgesellschaft in München verwaltet.

Aus den Handelsregistereinträgen ist ersichtlich, dass Brauns dort eingebrachtes Privatvermögen stetig gewachsen ist - auf 170 Millionen Euro im Jahr 2017. Ein Unternehmen in Brauns privatem Portfolio war eine Modemarke aus München.

Mieter der Marsalek-Villa war IMS Capital Partners

Im Fall von Jan Marsalek, der als Betrüger gesucht wird, will auch die Vermieterin des als Marsalek-Villa bekanntgewordenen Anwesens in der Münchner Prinzregentenstraße ihr Geld. Die 81-jährige Münchnerin, die nach dem Krieg eine florierende Schreinerei aufgebaut und die Gewinne in Immobilien angelegt hat, hat seit zwei Monaten keine Zahlungen mehr erhalten. Die Miete beläuft sich auf etwa 45.000 Euro im Monat.

Jan Marsalek habe in die Villa gerne illustre Gäste eingeladen, berichtet die Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, war aber nicht offizieller Mieter des Gebäudes. Im Mietvertrag steht die Gesellschaft IMS Capital Partners, die laut Eigenauskunft das Geld vermögender Privatleute in Firmen investiert. Zum Dunstkreis jener Investoren gehören diverse Unternehmen: von einem neu gegründeten Corona-Schnelltest-Produzenten bis zu einem "nationalen und internationalen Ermittlungs- und Überwachungsdienst" .


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