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Wirecard-Skandal: Aktionäre haben keinen Anspruch auf Schadenersatz

Das Gericht in München hat eine Klage über 243 Millionen Euro abgewiesen. Das Fintech -Unternehmen Wirecard meldete 2020 Insolvenz an.
/ Daniel Ziegener
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Der Wirecard-Skandal beschäftigt die Justiz. (Bild: Reuters/Andreas Gebert)
Der Wirecard-Skandal beschäftigt die Justiz. Bild: Reuters/Andreas Gebert

Nach einem Urteil des Landgerichts München I vom Mittwoch gelten Aktionäre des insolventen Fintech-Unternehmens Wirecard nicht als Gläubiger. Damit können sie auch keinen Anspruch auf Schadensersatz beim Insolvenzverwalter geltend machen, berichtet das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) . Das Gericht wies eine Klage der Fondsgesellschaft Union Investment über 243 Millionen Euro gegen Wirecards Insolvenzverwalter Michael Jaffé ab.

Seine Klage hatte Union Investment bereits im Sommer 2021 eingereicht(öffnet im neuen Fenster) . Der Anwalt von Union Investment argumentierten, ihre Fondsmanager hätten die Entscheidung zur Investition in Wirecard-Aktien nur auf Basis irreführender Angaben des Vorstands getroffen. Sie kündigten bereits an(öffnet im neuen Fenster) , mit dem Verfahren bis zum Bundesgerichtshof zu gehen.

Mit dem Urteil könnte Wirecards Insolvenzverwalter einen Großteil der Ansprüche abweisen. Laut Reuters fordern rund 22.000 Aktionäre insgesamt sieben Milliarden Euro von Wirecard zurück. Wirecard-Gläubiger meldeten Ansprüche über 3,3 Milliarden Euro an. Die Aktionäre könnten nach dem aktuellen Urteil erst nach diesen Gläubigern auf Schadensersatz bestehen. Bisher habe Insolvenzverwalter Jaffé erst eine Milliarde Euro durch Verkäufe erlösen können.

Der Zahlungsdienstleister Wirecard stellte im Juni 2020 den Antrag auf ein Insolvenzverfahren . Bereits wenige Tage zuvor war der bereits zurückgetretene Chef des Unternehmens Markus Braun von der Staatsanwaltschaft festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, zwischen 2015 und 2018 Bilanzen gefälscht zu haben. Der ehemalige Wirecard-Vertriebschef Jan Marsalek ist flüchtig und soll sich in Russland aufhalten .


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