Winnti: Cyberangriffe auf Onlinespieler seit mehreren Jahren

Kaspersky Lab hat einen Cyberspionage-Feldzug enttarnt. Eine möglicherweise aus China stammende Gruppe hat in den vergangenen Jahren vor allem Onlinespieler angegriffen. Es gab aber auch Angriffe auf Onlinespielepublisher. Die Winnti genannte Gruppe ist weiter aktiv.

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Auch Onlinespielefirmen in Deutschland waren das Ziel von Winnti.
Auch Onlinespielefirmen in Deutschland waren das Ziel von Winnti. (Bild: Kaspersky Lab)

Die Sicherheitsspezialisten von Kaspersky Lab haben eine Gruppe von Cyberspionen analysiert, die mindestens seit 2009 aktiv ist, und jetzt ihre Ergebnisse öffentlich gemacht. Die nach Ansicht von Kaspersky sehr gut organisierte Gruppe namens Winnti attackiert demnach vor allem die Onlinespieleindustrie und damit auch Onlinespieler. Dazu entwendete sie digitale Zertifikate und stahl die Quellcodes von Onlinespielprojekten.

  • Winnti-Gruppe hat weltweit Onlinespielefirmen angegriffen (Quelle: Kaspersky Lab)
Winnti-Gruppe hat weltweit Onlinespielefirmen angegriffen (Quelle: Kaspersky Lab)
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Nach Erkenntnissen von Kaspersky hat die Winnti-Gruppe zunächst zwei Jahre so gearbeitet, dass sie nicht auffiel. Dann kam es im Herbst 2011 zu einem ungewöhnlichen Vorfall: Ein Spielepublisher geriet unter Verdacht, mit einem Update für ein Spiel Schadsoftware in Form eines Trojaners verteilt zu haben. Tausende Kunden waren davon betroffen. Später kam dann heraus, dass Cyberkriminelle das Schadprogramm eingeschleust und es eigentlich auf das Spieleunternehmen selbst abgesehen hatten.

Erste 64-Bit-Schadsoftware mit gültiger digitaler Signatur

Das betroffene Unternehmen beauftragte Kaspersky Lab nach dessen Angaben damit, den Vorfall zu untersuchen. Dabei wurde die erste Schadsoftware mit gültiger digitaler Signatur für die 64-Bit-Versionen von Windows entdeckt. Angreifer hatten auf die Computer der Onlinespieler Schadsoftware aufgespielt, die es ihnen ermöglichte, vollen Zugriff auf die betreffenden Rechner zu erlangen, ohne dass die Opfer davon etwas bemerkten.

Im Rahmen der Untersuchung zeigte sich, dass mindestens 35 Unternehmen aus der Spielebranche durch die Winnti-Gruppe infiziert wurden. Die Mehrheit der betroffenen Onlinespieleentwickler ist in Südostasien angesiedelt. Aber auch Onlinespielepublisher mit Sitz in Deutschland, den Vereinigten Staaten, Japan, China, Russland, Brasilien, Peru und Weißrussland waren betroffen.

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Die Winnti-Gruppe hat wiederholt Quellcode von Onlinespieleservern entwendet, um darin nach Schwachstellen zu suchen, um etwa die im Spiel verwendeten Währungen zu manipulieren. Die Angreifer konnten so Spielwährung ansammeln und sie dann auf dem Schwarzmarkt zu echtem Geld machen.

Außerdem könnte die Gruppe mit dem Quellcode eigene illegale Server einrichten und damit Geld einnehmen. Als weitere Einnahmequelle nannte Kaspersky-Experte Vitaly Kamluk im Gespräch mit Golem.de den Diebstahl digitaler Zertifikate. Sie könnten dann an andere Cyberkriminelle verkauft werden, damit diese ihre Schadsoftware mit entsprechenden Zertifikaten ausstatten können.

Kommt die Winnti-Gruppe aus China?

Nach der Analyse ist die Winnti-Gruppe noch immer aktiv und die Untersuchungen dazu werden fortgesetzt. Die von Kaspersky gefundenen Indizien deuten darauf hin, dass die Gruppe in China angesiedelt ist. So hätte es mehrere chinesischsprachige Hinweise etwa im Code der Schadsoftware gegeben. Es wäre aber auch denkbar, dass hier falsche Spuren gelegt wurden und die Gruppe nicht aus China stammt.

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