Windräder: Cyberangriff auf Deutsche Windtechnik AG

Das Bremer Unternehmen ist Anfang der Woche Ziel eines Angriffs geworden. Mittlerweile läuft der Betrieb größtenteils wieder.

Artikel veröffentlicht am , Daniel Ziegener
Die Deutsche Windtechnik überwacht Windenergieanlagen aus der Ferne.
Die Deutsche Windtechnik überwacht Windenergieanlagen aus der Ferne. (Bild: Deutsche Windtechnik)

Die Deutsche Windtechnik AG wurde Anfang der Woche zum Ziel eines Cyberangriffs. "Nach intensiver Untersuchung von IT-Experten und Forensikern bestätigen wir einen gezielten professionellen Hackerangriff", teilte das in Bremen ansässige Unternehmen am 14. April mit. Die Deutsche Windtechnik ist auf die technische Instandhaltung von On- und Offshore-Windenergieanlagen spezialisiert und beschäftigt mehr als 2.000 Mitarbeiter.

Stellenmarkt
  1. SAP SD/MM Inhouse Consultant (m/w/d)
    Schweizer Electronic AG, Schramberg
  2. IT-Anwendungsadministrator*in (m/w/d)
    PD - Berater der öffentlichen Hand, Berlin
Detailsuche

Der Angriff sei in der Nacht vom 11. auf den 12. April bemerkt worden, erklärte das Unternehmen. Aus Sicherheitsgründen seien daraufhin alle IT-Anlagen und Rechner heruntergefahren worden. Die Verbindungen der Datenfernüberwachung zu den Windenergieanlagen seien ebenfalls abgeschaltet worden, mittlerweile aber wieder im Betrieb. "Für unsere Kunden besteht keine Gefahr und das operative Geschäft kann mit kleinen Einschränkungen fortgeführt werden", versicherte die Deutsche Windtechnik.

Über die Reaktionen auf den Angriff gab es gegensätzliche Aussagen. Beim Unternehmen sei nach Feststellung des Angriffs Chaos ausgebrochen, berichteten Mitarbeiter der Deutschen Windtechnik der Redaktion von Buten un Binnen. Eine Unternehmenssprecherin dementierte das.

Genauere Angaben über die Natur des Angriffs gibt es bislang nicht. Betroffen war neben der Firmenzentrale in Bremen auch ein Rechenzentrum in Rendsburg in Schleswig-Holstein. Nach dem Angriff fand eine Überprüfung der Systeme statt. Mittlerweile seien die meisten Systeme bei der Deutschen Windtechnik wieder einsatzbereit, teilte das Unternehmen am 14. April mit. Bis dahin seien Beschäftigte nicht per E-Mail erreichbar gewesen.

Windräder bereits zuvor von Cyberangriffen betroffen

Golem Karrierewelt
  1. ITIL 4® Foundation: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    27./28.06.2022, virtuell
  2. Azure und AWS Cloudnutzung absichern: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    22./23.09.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Bereits Ende Februar kam es zu einem Ausfall der Satellitenkommunikation bei Tausenden von Windrädern in Deutschland. Die Stromproduktion wurde nicht unterbrochen, allerdings konnten Mitarbeiter des Windkraftanlagenherstellers Enercon die 5.800 Anlagen nicht mehr aus der Ferne überwachen und steuern.

Hintergrund war ein mutmaßlicher Cyberangriff auf das Satellitennetzwerk KA-SAT im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg. Die Verbindungen fielen wochenlang aus. Mehrere Geheimdienste untersuchten, ob der russischen Regierung nahestehende Hacker für den Angriff verantwortlich seien, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Nachtrag vom 19. April 2022, 9:47 Uhr

Eine Sprecherin der Deutschen Windtechnik AG bestätigte Golem.de den Einsatz von Ransomware bei dem Angriff. Man sei noch dabei, die Systeme mit Fokus auf das operative Geschäft schrittweise wiederherzustellen. Das dauert - die Deutsche Windtechnik ist momentan etwa nur eingeschränkt per E-Mail erreichbar.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


neodeo 19. Apr 2022 / Themenstart

Golem schreibt.: "Mehrere Geheimdienste untersuchten, ob der russischen Regierung...

Fwk 17. Apr 2022 / Themenstart

Also wart ihr alle drei dabei ? Ihr wisst also genau was dort abgelaufen ist? Also...

ElMario 16. Apr 2022 / Themenstart

Wer greift momentan "zum Spaß" solche Ziele an ? Warum geht es nur noch ums kaputtmachen...

JouMxyzptlk 15. Apr 2022 / Themenstart

Bekanntes Problem, gibt es auch bei Migration. Die Anweisung ist: "Rechner muss...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Ukrainekrieg
Erster Einsatz einer US-Kamikazedrohne dokumentiert

Eine Switchblade-Drohne hat offenbar einen russischen Panzer getroffen. Dessen Besatzung soll sich auf dem Turm mit Alkohol vergnügt haben.

Ukrainekrieg: Erster Einsatz einer US-Kamikazedrohne dokumentiert
Artikel
  1. Deutsche Bahn: 9-Euro-Ticket gilt nicht in allen Nahverkehrszügen
    Deutsche Bahn
    9-Euro-Ticket gilt nicht in allen Nahverkehrszügen

    So einfach ist es dann noch nicht: Das 9-Euro-Ticket gilt nicht in allen Zügen, die mit einem Nahverkehrsticket genutzt werden können.

  2. Verifone: Bundesweite Störung von Girokarten-Terminals
    Verifone
    Bundesweite Störung von Girokarten-Terminals

    In vielen Geschäften lässt sich derzeit nur bar bezahlen. Ursache ist wohl ein Softwarefehler in Kartenzahlungsterminals für Giro- und Kreditkarten.

  3. Cerebras WSE-2: München verbaut riesigen KI-Chip
    Cerebras WSE-2
    München verbaut riesigen KI-Chip

    Als erster Standort in Europa hat das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) ein CS-2-System mit Cerebras' WSE-2 gekauft, welches effizient und schnell ist.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Days of Play: (u. a. PS5-Controller (alle Farben) günstig wie nie: 49,99€, PS5-Headset Sony Pulse 3D günstig wie nie: 79,99€) • Viewsonic Gaming-Monitore günstiger • Mindstar (u. a. MSI RTX 3090 24GB 1.599€) • Xbox Series X bestellbar • Samsung SSD 1TB 79€ [Werbung]
    •  /