Windparks: Ausgedreht

Bald erreichen die ersten Offshore-Windparks ihr Betriebsende und müssen rückgebaut werden. Nur wie? Zur Auswahl stehen: sprengen, schneiden, schrauben.

Ein Bericht von Daniel Hautmann veröffentlicht am
Offshore-Windpark: Die Abrissarbeiten sind nicht trivial.
Offshore-Windpark: Die Abrissarbeiten sind nicht trivial. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

25 Jahre lang lieferte der Offshore-Windpark Vindeby grünen Strom. Das Windfeld wurde 1991 vor der Insel Lolland in der dänischen Ostsee errichtet und gilt als Initiatorprojekt für die globale Offshore-Windindustrie. 2017 wurde entschieden, den Park rückzubauen.

Nach 20 bis 25 Betriebsjahren erreichen Offshore-Parks ihr Lebensende. Auch für dieses sogenannte Decommissioning gilt Vindeby als Initiatorprojekt. Zwar war der Park mit seinen elf 450-Kilowatt-Windkraftwerken verglichen mit modernen Offshore-Parks ein Winzling. Doch was das Vorgehen beim Rückbau der Rotorblätter, Maschinengondeln, Türme, Fundamente und Verkabelungen angeht, hat die Windkraftbranche von dem kleinen Park Großes gelernt.

Gnadenlos festgerostet

Die Abrissarbeiten waren alles andere als trivial: Wind und Wetter in der hier nur wenige Meter seichten Ostsee diktierten die Arbeitszeiten und die Schiffsgröße. Bis von den elf Anlagen nichts mehr zu sehen war, dauerte es rund sechs Monate. Monteure mussten sämtliche Verschraubungen lösen, auch jene, die gnadenlos festgerostet waren.

Mit einem Kran wurde jeweils zunächst ein Flügel einzeln, später dann die Gondel samt zweier Rotorblätter abgetragen. Anschließend wurde der Turm abgebaut. Bagger mit hydraulischen Werkzeugen zerkleinerten dann die 480 Tonnen schweren Betonfundamente und fischten den Schutt aus den Fluten. Zuletzt wurden die Kabel aus dem Meeresboden geholt und an Land transportiert.

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Mit festem Boden unter den Füßen wurde dann sortiert: in Wiederverwendbares und Schrott. Teile der ausgedienten Maschinen wurden von Spezialisten der Technischen Universität Dänemarks analysiert, um die Lebenserwartung von Windkraftkomponenten zukünftig besser einschätzen zu können.

"Das wird noch spannend"

Vindeby ist eines von weltweit fünf Offshore-Windkraftwerken, die bislang rückgebaut wurden. Allesamt standen sie in europäischen Gewässern. Zusammen brachten sie es auf 27 Windräder. "Bislang haben wir es mit sehr kleinen Anlagen und kleinen Mengen zu tun", sagt Matthias Wehkamp von der Stiftung Offshore-Windenergie. Was da in Zukunft auf uns zukomme, habe ganz andere Dimensionen - sowohl von der Größe und Anzahl der Windkraftanlagen als auch, was Wassertiefen und Entfernungen zur Küste anbelange. "Das wird noch spannend", sagt Wehkamp.

Fachleute vom Global Wind Energy Council (GWEC) rechnen bis 2030 mit weltweit rund 200 Gigawatt installierter Offshore-Windleistung. Zum Vergleich: Aktuell stehen rund 20 Gigawatt an Windkraftleistung in den Weltmeeren.

Allein in der Nordsee müssten bis 2023 mehr als 200 Turbinen zurückgebaut werden, heißt es in einer gerade vorgestellten Marktanalyse des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI). Im Projekt Decom Tools geht es darum, ökologische und innovative Konzepte zum Rückbau zu entwickeln. Im Rückbau von Meereswindfarmen sehen die Forscher Chancen für die Industrie.

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Europa ist Pionier der Offshore-Windenergie 
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Eheran 30. Apr 2020

Klar kann man die rausfiltern, macht man auch. Es ist sogar fraglich, ob das bei einem...

Copper 30. Apr 2020

Ach wieder einer, der fakten- und kenntnisfrei rumpoltert, weil ihm aus irgendwelchen...

Copper 30. Apr 2020

Unsere wird in nicht allzu langer Zeit (2-3 Jahre, k.A. wann genau) ihre 20 Jahre...

Copper 30. Apr 2020

Weil es bei diesen WKA nicht um Förderung geht. Steht eigentlich ganz am Anfang des...



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