Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Windows: Warum sind Bluescreens eigentlich blau?

Der ehemalige Windows-Entwickler Dave Plummer hat den Ersteller des Bluescreens ausfindig gemacht und eine Antwort auf die Frage erhalten.
/ Oliver Nickel
36 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Bluescreens gehen auf den Entwickler John Vert zurück. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
Bluescreens gehen auf den Entwickler John Vert zurück. Bild: Oliver Nickel/Golem.de

Der im Ruhestand befindliche Windows-Betriebssystementwickler Dave Plummer ist auf seinem Youtube-Kanal auf Spurensuche gegangen(öffnet im neuen Fenster). Die Frage lautet: Wo kommen die omnipräsenten Bluescreens her und warum sind sie eigentlich blau? Dabei geht er auch ein wenig auf die Geschichte der bei Microsoft intern so genannten Bug-Checks ein und zeigt einige interessante Ereignisse, bei denen sich Microsoft selbst auf der Bühne durch Bluescreens blamiert hat.

Die Entstehung des klassischen Bluescreens geht laut Plummer auf den Softwareentwickler John Vert zurück, der für die Implementierung ab Windows NT 3.1 verantwortlich war. Die Farbgebung hat dabei einen simplen Grund: Auf Verts damaliger Entwicklungsmaschine – einer Mips Risc Box – wurde die Firmware in weißer Schrift auf blauem Hintergrund angezeigt.

Es habe damals schlicht Sinn ergeben, für den Wiedererkennungswert ein ähnliches Farbschema zu verwenden. Zudem nutzte Vert und viele andere seiner damaligen Teammitglieder am liebsten den Texteditor Slickedit, dessen Farbschema ebenfalls aus weißer Schrift auf blauem Grund bestand – eine weitere Anspielung auf seinen damaligen Arbeitsplatz.

Bill Gates erzeugt Bluescreen auf der Bühne

In seinem Video zeigt Plummer zudem den womöglich bekanntesten Bluescreen: Bei einer Live-Vorführung von Windows 98 stürzte das Betriebssystem mit einem Bug Check ab – hallendes Gelächter aus dem Publikum war die Folge. Auch Bill Gates persönlich – der auf der Bühne stand – konnte über den Vorfall nur schmunzeln.

Später wurde zudem eine Demo von Forza gezeigt. Stattdessen gab es wohl ebenfalls einen Bluescreen. Das lag schlicht daran, dass der Code der Spielbeta Memory-Leaks aufwies, die nach mehreren Testläufen einen Fehler erzeugten.

Heutzutage sind Bluescreens laut Plummer nicht mehr so häufig anzutreffen, da unzureichend programmierte Systemtreiber von Geräten und Hardwarekomponenten wie Grafikkarten, Soundkarten, Netzwerkkarten oder Eingabegeräten meist nicht mehr im Kernel-Modus laufen.

Moderne Betriebssysteme wie Windows 10 versuchen, wenn es geht, diese Software im User-Modus parallel mit anderen Programmen laufen zu lassen. Daher stürzt heutzutage nur der Treiber selbst als einzelner Task, nicht aber das gesamte Betriebssystem ab. Das war zu Zeiten von Windows 95 und 98 und später auch NT noch nicht der Fall.


Relevante Themen