Windows-Tablets: Intels Atom ist sparsamer als Nvidias Tegra 3

ARM-basierten Tablets wird großes Stromsparpotenzial nachgesagt, Intels Prozessoren hingegen gelten als Stromfresser. Anand Lal Shimpi hat im Detail nachgemessen. Zumindest im Vergleich zu Nvidias Tegra 3 kommt Intels Atom gut weg: Er rechnet schneller und kann dadurch schnell wieder Strom sparen.

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Acers Tablet nimmt mit Intels Atom-Prozessor wenig Leistung auf.
Acers Tablet nimmt mit Intels Atom-Prozessor wenig Leistung auf. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Zumindest auf der Windows-Plattform ist Intels neuer Atom-SoC sparsamer als Nvidias Tegra 3, das hat Anandtech in zahlreichen Tests nachgemessen. Die Messungen fanden direkt an der Plattform statt. Dabei wurde nicht nur die gesamte Plattform vermessen, sondern auch die Leistungsaufnahme der CPU und mit Einschränkungen der GPU. Bei letzterer ist sich Anandtech aber nicht sicher, was da alles passiert. Anandtech hat den Atom Z2760 (x86) gegen den Tegra 3 (4 x A9) getestet. Das Testsetup selbst wurde von Intel gestellt, Anandtech durfte aber selbst bestimmen, was gemessen wird und wie es gemessen wird.

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Anand Lal Shimpi hatte die Gelegenheit, zwei Tablets zu testen, das Acer W510 mit Intels Atom und ein Microsoft Surface RT mit Nvidias Tegra 3. Eine Besonderheit gibt es aber zu beachten: Der sogenannte Ninja-Core des Tegra-3, ein fünfter Kern, der besonders energiesparend arbeitet, steht unter Android zur Verfügung, unter Windows RT jedoch nicht. Der Vergleich ist also, vor allem im Idle-Betrieb, nur für die Windows-Plattform relevant. Intel dürfte bei einem Test zweier Android-Tablets im Idle-Betrieb schlechter dastehen.

Anandtechs Messungen zufolge ist der Intel SoC vor allem im Idle-Bereich Nvidias Tegra 3 deutlich überlegen. Ohne Berücksichtigung des nicht funktionierenden Ninja-Cores von Nvidia nimmt der Tegra 3 im Long-Idle-Test im Durchschnitt 70,2 Milliwatt auf. Der Atom Z2760 nimmt hingegen nur etwas mehr als die Hälfte der Leistung auf: 36,4 mW.

Auch unter Last, wenn der Ninja-Core grundsätzlich abgeschaltet ist, ist die Intel-Lösung sparsamer. Das liegt daran, dass Intels Atom Aufgaben schneller fertig berechnet und dementsprechend das Tablet schneller wieder in einen Stromsparmodus wechseln kann, während das Tegra-Tablet noch weiter rechnen muss und damit den Akku belastet. Während der anliegenden Last ähneln sich die beiden SoC-Plattformen häufig bei der Leistungsaufnahme. Außerdem zeigt sich auch, dass die Leistungsaufnahme der GPUs bei normalen Arbeiten sich auf die gesamte Leistungsaufnahme auswirkt.

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Auch beim Booten ist Intels Lösung sparsamer, sowohl während des Startens als auch im Durchschnitt über 40 Sekunden. Im Durchschnitt liegt die Leistungsaufnahme (CPU) bei Intel bei 0,48 Watt, da das Intel-Tablet schneller bootet. Durch den langsamen Boot-Prozess des Windows-RT-Tablets mit Tegra 3 liegt hier der Wert bei 1,29 Watt. Nur sehr selten übersteigt die Leistungsaufnahme des Intel-SoCs die des Nvidia-SoC. Auch die GPU ist für den Bootprozess wichtig. Bei Intel sind es im Durchschnitt 0,22 Watt und bei Nvidia 0,8 Watt. Anandtech befürchtet aber, dass auf der GPU-Schiene noch etwas anderes mitgemessen wird. Die Werte sind zu hoch.

Für den Benutzer ist der Test aber wenig praxisrelevant. Denn zur ganzen Plattform gehören das Betriebssystem und die Hardware: auf der einen Seite ein Windows-RT-Tablet mit den üblichen Einschränkungen und auf der anderen Seite ein Windows-8-Tablet. Zwar sei mit dem Intel-SoC die bessere Lösung im Acer W510 verbaut, doch das bessere Gerät sei Microsofts Surface RT, befindet Anand Lal Shimpi. Acers Tablet habe ein unbrauchbares Touchpad, langsames WLAN und Stabilitätsprobleme.

Der komplette Test The x86 Power Myth Busted: In-Depth Clover Trail Power Analysis mit den vielen Messungen zeigt zudem deutlich: Die Leistungsaufnahme der Prozessoren ist beim Nichtstun nur noch ein kleiner Teil des Gesamtsystems. Außerdem kommt es auf jedes Milliwatt an, wenn bei geringem Gewicht auch lange Laufzeiten erreicht werden sollen. Die Displaybeleuchtung ist bei modernen Geräten mittlerweile der Hauptabnehmer. Besonders eindrucksvoll zeigen das Apples iPad 3 und 4. Der dicke und schwere Akku ist hauptsächlich wegen der starken Hintergrundbeleuchtung notwendig, da die feinen Pixelstrukturen des Retina-Displays nur wenig Licht durchlassen.

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