Windows-Lizenzen: Microsoft will Milliardenanteil an Dell kaufen

Microsoft beteiligt sich an dem Buyout von Dell, in dem der Computerhersteller von der Börse genommen werden soll. Beteiligt an der Übernahme sind auch der Investmentkonzern Silver Lake Partners und Dell-Gründer Michael Dell. Das berichtet das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Verhandlungskreise. Auch CNBC(öffnet im neuen Fenster) und New York Times(öffnet im neuen Fenster) haben den unbestätigten Bericht.
Der Buyout hat ein Volumen von rund 22 Milliarden US-Dollar oder mehr, Microsoft würde Anteile für 2 Milliarden US-Dollar erwerben. CNBCs Quellen erwarten, dass Microsoft 3 Milliarden US-Dollar investiert. Vier Banken tragen rund 15 Milliarden US-Dollar zu dem Projekt bei.
Microsoft würde kein Mitspracherecht bei Entscheidungen im Tagesgeschäft des Dell-Konzerns erhalten. Aber der Computerhersteller würde zusichern, Windows auf der großen Mehrheit der verkauften Rechner einzusetzen. Dell ist bereits einer der größten Käufer von Windows-Lizenzen, die Partnerschaft ist für Microsoft wohl besonders wegen der wachsenden Bedeutung von Tablets wichtig. Das Windows-RT-Tablet XPS 10 von Dell hat mit 5 Prozent einen relativ hohen Marktanteil.
Im Juli 2012 kündigte Dell an, ein Linux-Ultrabook im "Projekt Sputnik" zu entwickeln. Das Gerät ist Dells XPS 13 Ultrabook mit Ubuntu 12.04 LTS und kann seit November 2012 über den US-Online-Shop des Unternehmens gekauft werden.
Microsoft verfügte Ende September 2012 über Finanzreserven in Höhe 66,6 Milliarden US-Dollar.
Auch mit Nokia schloss Microsoft 2011 eine Partnerschaft. Der weltgrößte Softwarehersteller kaufte zwar keine Anteile an Nokia, steckte aber Milliarden in Forschung, Entwicklung und Werbung für Nokia-Smartphones mit Windows-Phone-Betriebssystem. Bislang brachte die Partnerschaft keinen nennenswerten Erfolg.