Windows Development: Visual Studio integriert native ARM-Entwicklungsumgebung
ARM64 wird für Microsoft immer wichtiger. Deshalb wird Visual Studio 17.4 dafür optiomiert.
Microsoft hat die neue Version von Visual Studio vorgestellt. 17.4 GA (General Availability) wird allen Usern zur Verfügung gestellt und bringt native Unterstützung für ARM64-Entwicklung. Die integrierte Entwicklungsumgebung läuft also größtenteils ohne Emulationsebene auf ARM-Computern wie beispielsweise Microsofts extra für Developer gebautem Arm Dev Kit 2023 - einem Windows-on-ARM-PC im Mac-Mini-Format.
Allerdings wird auch Visual Studio 17.4 nicht an allen Stellen nativ laufen. Dort, wo noch Emulation eingesetzt wird, können Developer aber auf eine verbesserte Version zugreifen.
Die Emulation und Virtualisierung soll schneller und effizienter arbeiten und so einer nativen Umgebung näher kommen. "Wir erstellen eine verständliche Ende-zu-Ende- und ARM-native-Toolchain, die eine schnelle, bekannte und hochproduktive Entwicklererfahrung für ARM-basierte Prozessoren bietet", erklärte das Unternehmen.
Toolchain für ARM64
Die Toolchain enthält unter anderem die .Net Framework 4.8.1 Runtime und das passende SDK für ARM64. Bisher konnte nur das neuere .Net 6 oder 7 darauf zugreifen. Außerdem unterstützt Visual Studio 17.4 WPF, Winui 3, Winui 2 und UWP. Der ARM64-Support kommt zudem für das ARM64 MSVC Compiler Toolset, welches unter anderem C++-Code nativ für ARM64 kompilieren kann. Dazu kommen ARM64-Versionen von Cmake und Ninja.
Der Schritt zeigt Microsofts Willen, weiter in die Entwicklung von nativen ARM64 für Windows 11 zu investieren. Aktuell ist vor allem die Emulationsebene noch ein Flaschenhals, wie auch der Golem.de-Test des Thinkpad X13s zeigte. Die Vorteile von ARM64, vor allem dessen gute Energieeffizienz, haben aber Potenzial. Das zeigt Apple mit seinen ARM-Chips wie dem M1 und M2 bereits in der Praxis.