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Microsoft-Chef Steve Ballmer präsentiert Windows 8.
Microsoft-Chef Steve Ballmer präsentiert Windows 8. (Bild: Bloomberg)

Noch schneller booten mit spezieller Hardware für Windows 8

Der Startvorgang wird weiter beschleunigt, wenn eine optimierte UEFI-Implementierung statt eines Bios zum Einsatz kommt. Je schneller das Betriebssystem startet, desto deutlicher fällt die Zeit ins Gewicht, die das System mit Warten auf eine mögliche Unterbrechung des Boot-Vorgangs durch den Nutzer verbringt. Mit angepasstem UEFI verkürzt sich diese Wartezeit, in der der Boot-Vorgang durch Drücken von F2, F8 oder F12 unterbrochen werden kann, auf etwa 200 Millisekunden.

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Das sorgt zwar dafür, dass entsprechend ausgestattete PCs schneller starten, aber es ist nicht mehr genug Zeit, um den Bootvorgang durch das Drücken einer Taste zu unterbrechen. Daher geht Microsoft mit Windows 8 hier einen anderen Weg: Alle Optionen, die beim Booten zur Verfügung stehen, werden in einem Menü zusammengefasst, das der Nutzer schon vor dem Herunterfahren aufrufen kann, um schon dann zu entscheiden, was das System nach dem Neustart machen soll - von einem USB-Stick starten, ein anderes Betriebssystem oder eine andere Windows-Version booten, Funktionen zur Problemlösung bei Startschwierigkeiten aufrufen oder das System mit nichtsignierten Treibern starten.

Optisch unterscheidet sich der Startvorgang von Windows 8 auf neuer Hardware deutlich vom gewohnten Boot-Prozess: Entsprechend ausgestattete PCs zeigen nach dem Einschalten als Erstes ein Herstellerlogo, das erst durch den Login-Bildschirm von Windows 8 abgelöst wird.

Drei Wege zum Boot-Menü

Windows 8 bietet drei verschiedene Wege an, um die Boot-Optionen auf PCs mit angepasstem UEFI aufzurufen. Der primäre Weg führt über das Tab "Allgemein" im Menü PC-Einstellungen. Hier findet sich unter "Erweiterter Start" (Advanced Startup) ein mit "Jetzt neu starten" (Reset) beschrifteter Knopf. Ein Klick leitet den Neustart ein, der aber kurz vor Abschalten des Geräts unterbrochen wird, um das Menü Boot-Optionen anzuzeigen. Da das Menü schon vor dem eigentlichen Neustart angezeigt wird, erspart sich der Nutzer wenige Sekunden. Sollte er beispielsweise das Firmware-Setup aufrufen wollen, ist dafür doch ein Neustart notwendig. Auch der Wechsel zu einem anderen Betriebssystem geht dadurch ein klein wenig schneller.

Schneller als der Weg über die PC-Einstellungen ist die Möglichkeit, die Boot-Optionen direkt aus dem "Shutdown-Menü" aufzurufen. Wird beim Klick auf "Restart" die Shift-Taste gedrückt, fährt das System ebenfalls herunter und ruft kurz vor dem Abschalten das Menü mit den Boot-Optionen auf.

Die dritte Möglichkeit zum Aufruf der Boot-Optionen führt über die Kommandozeile. Microsoft hat das Programm Shutdown.exe um den Schalter "/o" erweitert, der in Kombination mit dem Schalter "/r" für Restart verwendet werden kann. So können die Boot-Optionen mit "Shutdown.exe /r /o" aufgerufen werden.

Bei Problemen reagiert Windows 8 automatisch

Kann der Boot-Vorgang von Windows 8 wiederholt nicht abgeschlossen werden, zeigt das System automatisch das neue Menü mit Boot-Optionen an. Dieser automatische Fallback-Mechanismus soll auch dann greifen, wenn Windows zwar fertig bootet, dann aber unbenutzbar ist, weil beispielsweise ein Treiber nicht richtig funktioniert und der Login-Bildschirm schwarz bleibt. Windows 8 will dazu algorithmisch feststellen, ob eine solche Situation bei mehrmaligem Booten wiederholt auftritt.

Das Menü mit den Boot-Optionen wird im Windows Recovery Environment (WinRE) ausgeführt, das vom eigentlichen Windows-System komplett getrennt und mit eigenen Treibern ausgestattet ist. So bleibt WinRE von möglichen Veränderungen des Systems unberührt.

In einigen Situationen startet Windows 8 bei Problemen nicht in das Menü Boot-Optionen, sondern ruft direkt die für den jeweiligen Fall notwendigen Reparaturwerkzeuge auf. Da dieser Ansatz durchaus dazu führen kann, dass die Boot-Optionen auch dann erscheinen, wenn sie gar nicht benötigt werden, hat Microsoft an die erste Stelle des Menüs den Schalter "Continue" gesetzt, mit dem der Boot-Vorgang fortgesetzt werden kann.

Auf älteren Systemen mit Bios muss der Boot-Vorgang weiterhin per F2 oder F12 unterbrochen werden, der Boot-Vorgang dauert hier etwas länger.

Secure Boot und alternative Betriebssysteme

Microsoft nutzt den Wechsel auf UEFI aber nicht nur, um das System schneller starten zu lassen, sondern auch, um PCs besser gegen Bootkits und Rootkits abzusichern. UEFI 2.3.1 bietet dazu die Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass nur verifizierte und entsprechend signierte Bootloader vom UEFI gestartet werden können. Hersteller, die ihr System von Microsoft für Windows 8 zertifizieren lassen wollen, müssen zwingend UEFI mit Secure Boot unterstützen und bei x86-Systemen aber auch die Option bereitstellen, Secure Boot abzuschalten. Letzteres ist bei ARM-Systemen, die mit Windows RT laufen, nicht notwendig, so dass diese Systeme die Verwendung von Secure Boot erzwingen können.

Das hat im Vorfeld allerdings zu vielen Kontroversen geführt, da ein System mit aktiviertem Secure Boot nur Betriebssysteme booten kann, die mit einem entsprechenden Schlüssel signiert sind, was insbesondere für Open-Source-Systeme ein Problem ist.

Die Macher der Linux-Distributionen Fedora und Ubuntu gehen mit diesem Problem unterschiedlich um: Das Fedora-Projekt hat sich entschieden, den Secure-Boot-Signierdienst von Microsoft in Anspruch zu nehmen und einen minimalen Bootloader von Microsoft signieren zu lassen, der dann den eigentlichen Bootloader Grub2 startet. So soll sichergestellt werden, dass Fedora auf möglichst vielen PCs läuft, auch auf solchen, die Secure Boot nutzen und für Windows 8 ausgelegt sind.

Ubuntu-Entwickler Canonical definiert eigene Zertifizierungsrichtlinien. Das ähnelt dem Vorgehen von Microsoft, bis auf eine entscheidende Ausnahme: Hardwarehersteller, die Rechner mit vorinstalliertem Ubuntu ausliefern wollen, müssen Ubuntus Secure-Boot-Schlüssel in der UEFI-Firmware mitliefern, es aber Nutzern mit physischem Zugang zudem erlauben, eigene Schlüssel hinzuzufügen und letztlich auch Secure-Boot abzuschalten. Das sorgt dafür, dass Nutzer von Ubuntu-PCs die Linux-Distribution recht einfach auf entsprechenden Rechnern installieren können. Fedora aber würde auf solchen PCs mit aktiviertem Secure Boot nur dann laufen, wenn das Fedora-Team eine angepasste, mit Ubuntu-Schlüssel signierte Version seiner Distribution anbietet.

Komplizierter wird es für Nutzer, die selbst gebaute Betriebssysteme starten wollen. Sie müssen auf Secure Boot verzichten, sofern die Hardwarehersteller diese Option anbieten.

Weniger Neustarts

Ganz allgemein will Microsoft bei Windows 8 die Zahl der Neustarts reduzieren. Nutzer sollen ihre Rechner eigentlich nicht mehr herunterfahren müssen, wie man es von Smartphones gewohnt ist, es sei denn, es müssen Updates eingespielt werden. Das aber soll bei Windows 8 weniger nervig sein als bei seinen Vorgängern.

  • Windows 8 meldet Updates auf dem Anmelde-Bildschirm. (Bild: Microsoft)
  • Bei aktivierter automatischer Updatefunktion von Windows 8 wird der Rechner nach 3 Tagen neu gestartet. (Bild: Microsoft)
  • Bei aktivierter automatischer Updatefunktion von Windows 8 wird der Rechner nach 3 Tagen neu gestartet. (Bild: Microsoft)
  • Nach dem dritten Tag wird Windows 8 neu gestartet. Wenn sich der Anwender anmeldet, hat er 15 Minuten zum Sichern von Daten. (Bild: Microsoft)
  • Windows 8 nach dem Update (Bild: Microsoft)
  • Mit Richtlinien kann der Administrator automatische Neustarts von Windows 8 verhindern. (Bild: Microsoft)
  • Bei deaktivierter automatischer Updatefunktion wird kein Countdown eingeblendet. (Bild: Microsoft)
Windows 8 meldet Updates auf dem Anmelde-Bildschirm. (Bild: Microsoft)

Windows 8 macht den Anwender auf dem Login-Bildschirm darauf aufmerksam, dass der Rechner innerhalb von drei Tagen neu gestartet wird. Passiert das nicht, startet Windows 8 automatisch neu, vorausgesetzt, es laufen gerade keine wichtigen Programme mit ungesicherten Daten. Allerdings können Systemadministratoren diesen automatischen Neustart auch komplett deaktivieren.

Letztendlich soll der PC im besten Fall nur einmal monatlich vom automatischen Windows-Update neu gestartet werden, und zwar nach Microsofts Patchday. Es spielt keine Rolle mehr, wann andere Updates, die einen Neustart erfordern, veröffentlicht werden, denn der automatische Neustart wartet bis zum Patchday, an dem sicherheitsrelevante Updates erscheinen. Sollte Microsoft außerhalb der Reihe wichtige Updates veröffentlichen, kann die Neustartfrequenz allerdings nicht eingehalten werden, wie der Hersteller selbst zugibt.

 Wie schnell startet Windows 8?Windows 8 belegt weniger Speicher 

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Pellkardoffl 03. Sep 2014

also ich find win 8 auch richtig gut gelungen. Die Nachteile sind in meinen Augen eher...

Christian72D 02. Jan 2013

Ich habe einen Monat lang fast täglich auf meinem laptop mit Win8 gearbeitet und muss...

tundracomp 14. Dez 2012

Das ist doch immer so... Beta-Test beim User Warten wir doch einfach mal bis SP1 oder 2...

Pinguin 06. Dez 2012

Entschuldigung - ich muss es leider mal loswerden, der sieht aus wie ein...

turageo 16. Nov 2012

Völlig richtig, aber genau da liegt auch das Problem im Segment der unbedarften Enduser...



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