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Windows 7: PC Fritz soll illegale Kopien aus der Ukraine geholt haben

Einer der mutmaßlichen Hintermänner von PC Fritz soll die illegalen Windows-7-Kopien aus der Ukraine besorgt haben. Jetzt ist der angebliche Chefredakteur der Berliner Tageszeitung untergetaucht.
/ Achim Sawall
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Maik Mahlow hat nach eigener Aussage Angst vor seinen früheren Geschäftspartnern. (Bild: Maik Mahlow)
Maik Mahlow hat nach eigener Aussage Angst vor seinen früheren Geschäftspartnern. Bild: Maik Mahlow

PC Fritz soll die mutmaßlich illegalen Windows-7-Kopien aus der Ukraine bezogen haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) . Ermittler in Deutschland und der Ukraine sollen den lange in Kiew lebenden Oranienburger Reiko O. verdächtigen, den Transport der illegalen Software aus der Ukraine nach Deutschland organisiert zu haben.

Ukrainische Ermittler hätten illegale Windows-Kopien in einem Wagen gefunden, den O. fuhr.

O. bezeichnete sich in Kiew als Chefredakteur der Berliner Tageszeitung(öffnet im neuen Fenster) , einem ominösen Nachrichtenportal, das von Amateurjournalisten gestaltet wird. In Kiew wurde O. aber für eine Berühmtheit der deutschen Hauptstadtpresse gehalten. Der Botschafter Moldaus ernannte ihn deshalb zum Berater in Wirtschaftsfragen. Der Abgeordnete Mykola Kateryntschuk machte ihn zu seinem Vertrauten.

PC-Fritz-Chef Maik Mahlow war zuvor bei dem Unternehmen ausgestiegen, will mit der Polizei zusammenarbeiten und hatte sich selbst als reinen Strohmann bezeichnet. Seine früheren Geschäftspartner hätten ihm gedroht, ihn bei einem Ausstieg zu foltern, so Mahlow. Bei einem Treffen in Kiew habe O. gedroht, ihn zu erschießen, berichtet der Spiegel.

Im April 2014 wurden drei PC-Fritz-Betreiber festgenommen . In Berlin wurden Wohn- und Geschäftsräume der Festgenommenen von Zollfahndern durchsucht. Die Webseite ist derzeit offline. Durchsuchungen in Berlin und Halle gab es bereits im September 2013. PC Fritz hatte danach dennoch eine einstweilige Verfügung gegen Microsoft erwirkt . Der Softwarehersteller war dadurch nicht mehr berechtigt zu sagen, dass PC Fritz "gefälschte Software und Raubkopien des Betriebssystems Windows 7 vertreibt oder besitzt" oder dass diese "Sicherungskopien nachempfunden" seien.


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