Windows 11: Microsoft setzt wieder auf native Anwendungen
Microsoft leitet einen Strategiewechsel bei der App-Entwicklung für Windows 11 ein. Wie David Fowler, ein angesehener Ingenieur bei Microsoft, über X mitteilte(öffnet im neuen Fenster), kehren native Anwendungen zurück. Diese Entwicklung deckt sich mit Aussagen von Rudy Huyn, Partner Architect für den Microsoft Store und den Datei-Explorer, der bereits vor einigen Monaten Pläne gegenüber Windows Latest(öffnet im neuen Fenster) für "100 Prozent native Apps"bestätigte.
Bisher dominieren Progressive Web Apps (PWA) und Webview2-basierte Anwendungen den Microsoft Store. Diese Web-Wrapper sind für Entwickler einfach zu pflegen, verbrauchen jedoch erhebliche Systemressourcen. Interne Tests zeigen, dass die Webview2-basierte Whatsapp-App im Leerlauf bis zu 600 MByte Arbeitsspeicher beansprucht. Die Electron-basierte Discord-Anwendung nutzt unter Windows sogar bis zu 4 GByte RAM. Auch Microsofts eigene Anwendungen sind betroffen: Die webbasierte Copilot-App benötigt im Hintergrund etwa 500 MByte und steigt bei aktiver Nutzung auf bis zu 1 GB RAM an.
.NET 10 und WinUI als technische Basis
Um die Leistung zu verbessern, migriert Microsoft bereits zentrale Systemkomponenten. Das Startmenü von Windows 11 wechselt derzeit von einer React-basierten Shell zu WinUI, um Latenzen zu reduzieren. Ein entscheidender Faktor für die Umsetzung der neuen Strategie dürfte das kürzlich veröffentlichte .NET 10 sein.
Mit Native AOT (Ahead-of-Time-Kompilierung) ermöglicht .NET 10 eine signifikante Verkürzung der Startzeiten und einen geringeren Speicherverbrauch. Dies soll Entwickler dazu bewegen, auf Cross-Platform-Tools wie Flutter oder React Native zu verzichten. Die größte Herausforderung für Microsoft besteht jedoch darin, Drittanbieter zur Entwicklung nativer Software zu motivieren.
Aktuell fehlen vielen PWAs zudem Funktionen wie ein Offline-Modus, was regelmäßig zu Kritik in Community-Foren wie Reddit führt. Microsoft muss nun vor allem durch die Umstellung eigener Anwendungen die Vorteile des nativen Ansatzes demonstrieren.
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