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Windows 11: Microsoft kürt Copilot zur besten Produktivitäts-App

In einer neuen Marketingoffensive stuft Microsoft den KI-Assistenten Copilot als wichtigstes Werkzeug für Windows 11 ein – noch vor dem Dateimanager.
/ Nils Matthiesen
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Microsoft bezeichnet Copilot als wichtigste Produktivitäts-App. (Bild: DANIEL DORKO/Hans Lucas/AFP via Getty Images)
Microsoft bezeichnet Copilot als wichtigste Produktivitäts-App. Bild: DANIEL DORKO/Hans Lucas/AFP via Getty Images

Microsoft forciert die Vermarktung seiner KI-Integrationen in Windows 11 massiv. In aktuellen Werbematerialien in den USA definiert das Unternehmen Copilot laut Windowslatest(öffnet im neuen Fenster) als die wichtigste Produktivitäts-Anwendung des Betriebssystems. Damit steht der KI-Assistent in der internen Rangfolge(öffnet im neuen Fenster) noch vor essenziellen Systemwerkzeugen wie dem Windows Explorer oder dem Snipping Tool.

KI-Assistent vor klassischen Bordmitteln

Die Einstufung ist Teil einer breit angelegten Kampagne, die 2026 als das Jahr der KI-Computer etablieren soll. Microsoft(öffnet im neuen Fenster) bewirbt Copilot dabei als zentrales Hilfsmittel für Studenten und Berufstätige. Zu den Kernfunktionen gehören laut Hersteller das Zusammenfassen langer E-Mails, das Erstellen von Checklisten aus ungeordneten Notizen und die Unterstützung bei der Reiseplanung per Spracheingabe. Das Ziel sei es, Aufgaben effizienter direkt vom Desktop aus zu erledigen.

Auffällig ist die Priorisierung gegenüber altbewährten Anwendungen. In einer Liste von acht empfohlenen Produktivitäts-Tools belegt Copilot den ersten Platz. Erst dahinter folgen Apps wie Microsoft To Do, der Kalender, Onenote und das Snipping Tool. Auf den hinteren Plätzen landen die Uhr-App, Sticky Notes und schließlich der Dateiexplorer. Auch der Browser Edge wird als Produktivitäts-Werkzeug angeführt.

Kritik an der Realitätsnähe des Rankings

Die Auswahl und Reihenfolge der Liste ist umstritten, da sie teilweise entkoppelt vom Nutzeralltag wirkt. Ein markantes Beispiel ist die Platzierung der Uhr-App auf Rang sechs. Microsoft bewirbt diese explizit wegen der Focus Sessions, die unter anderem eine Integration von Spotify zur Konzentrationsförderung beinhalten. In der Praxis war genau diese Schnittstelle jedoch über Monate hinweg technisch defekt, was die App für viele Nutzer unbrauchbar machte. Dass eine fehlerbehaftete Anwendung dennoch vor dem fundamentalen Dateiexplorer gelistet wird, werten Beobachter als rein marketinggetriebene Entscheidung.

Microsoft untermauert diesen Kurs mit Leistungsvergleichen. Das Unternehmen behauptet(öffnet im neuen Fenster) , dass sogenannte Copilot+-PCs die Produktivität steigern, da sie schneller arbeiten als fünf Jahre alte Rechner mit Windows 10. Auch klassische Texteditoren bleiben nicht unberührt: Notepad soll durch KI-Funktionen "aufgewertet" werden, wobei künftig sogar die Einbindung von Bildern geplant ist. Kritiker werben derweil für eine differenzierte Betrachtung, da Funktionen wie das umstrittene Windows Recall oder die KI-Integration in MS Paint und Photos nicht für jeden Nutzertyp einen Produktivitätsgewinn darstellen.


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