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Der Finger wird zum Hilfswerkzeug für die Stiftbedienung

Microsoft sieht den Finger jetzt als gänzlich anderes Werkzeug oder Mittel zur Anwendung neuer Werkzeuge. Der Finger eröffnet mit dem Stift zusammen neue Werkzeugmöglichkeiten, die Microsoft auf seiner Entwicklerkonferenz Build beispielhaft demonstriert hat. Eine Möglichkeit ist es beispielsweise, mit dem Finger Zeichenwerkzeuge zu aktivieren. Zeichnet der Anwender erst mit dem Lineal eine Linie, hält dann auf die Linie seinen Finger und versucht, einen Halbkreis zu zeichnen, wird der Finger als zentraler Fixpunkt für den Kreis interpretiert. Und egal, wie schlecht der handgezeichnete Kreis auch sein mag, dank des Fingers weiß das System: Hier soll ein ordentlicher, mathematisch korrekter Kreis gezeichnet werden.

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Die Grundlagen hat Microsoft dafür schon im Novemberupdate (1511) von Windows 10 ins Betriebssystem eingebaut. Directink nennt sich die API, die in der Standardeinstellung bereits Pen & Touch nutzt. Laut Microsofts Dokumentation ist die API experimentell, vermutlich sollte dadurch zunächst nicht zu viel Aufmerksamkeit auf die API gelenkt werden. In Sessions wurde sie nun als die Zukunft dargestellt.

Dafür hat Microsoft einige Anpassungen vorgenommen. Directink ist zusammen mit Inkpresenter so weit beschleunigt worden, dass laut Microsoft softwareseitig der Lag eliminiert wurde. Ein Teil davon liegt nun an einer intelligenten Vorausberechnung, wo der Stift langfahren könnte. Insgesamt reduziert sich der Lag bei einem typischen Tablet so auf nur noch 50 Prozent. Der Rest-Lag ist ein Hardwareproblem. Es ist davon auszugehen, dass Microsoft daran arbeitet. Das zeigt sich bereits an der ungewöhnlichen Kooperation mit Wacom für einen Dual-System-Stift.

Apple zeigt Microsoft, wie Stiftbedienung aussehen muss

Für Microsoft dürfte die Verbesserung der Stiftbedienung mittlerweile enorm an Bedeutung gewonnen haben, denn ausgerechnet der Rivale Apple zeigt zehn Jahre nach dem Start des Tablet-PCs, wie Stiftbedienung auszusehen hat: verzögerungsfrei und ohne Parallax-Effekt. Drei Künstler haben uns bestätigt, wie gut das iPad Pro arbeitet, obwohl Apple vorher keine Erfahrung mit Dual-Mode-Digitizern hatte und die Stiftbedienung auch noch auf vergleichsweise schwacher Hardware realisiert hat.

Microsoft verspricht, dass das erst der Anfang ist. In Zukunft sollen sich auch Digitizer mit älterer Technik als Windows-Ink-Gerät melden. Gemeint sind damit noch alte Wintab-Entwicklungen. Wer etwas in die Vergangenheit schaut, weiß, dass es da einiges an Streit gab. Wintab-API oder die modernere Ink-API? - das war die Frage. N-Trig entschied sich immer für den von Microsoft empfohlenen Weg. Wacom blieb lange Zeit zusammen mit Adobe stur bei Wintab - einer der Gründe dafür, dass Tablet-PC-Themen ein unangenehmes Feld waren.

Wer die Probleme noch einmal nachvollziehen möchte, der kann sich unseren Test vom Fujitsu Stylistic Q550 (2011) und den Test des Dell Latitude XT3 (2012) noch einmal anschauen. Die damaligen Wintab-Probleme sind bezeichnend dafür, wie kurzfristig das Denken der Akteure im Stiftbereich war und wie anstrengend es für den Anwender war, einfach einen funktionierenden Stift zu bekommen. Auch wir verzweifelten schon mal an der Problematik.

Die Kooperation mit Wacom und der Versuch, jetzt die gesamte Infrastruktur zu verbessern, geben Hoffnung darauf, dass es Microsoft nach weit mehr als zehn Jahren endlich gelingt, die Stiftbedienung dorthin zu führen, wo sie immer hätte sein müssen. Wenn das alles gelingt, könnte Windows 10 Version 1607 auch Windows 10 Tablet-PC Edition genannt werden, so wie damals die Sonderversion von Windows XP.

 Windows 10 Version 1607: Es gibt wieder Hoffnung für die Stiftbedienung
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koflor 23. Apr 2016

Sorry aber ich benutze die Desktop-Variante gar nicht, kann deshalb die Probleme...

Jens Schellhase 06. Apr 2016

... was Microsoft abgeliefert hat. Als Designer arbeite ich täglich mit dem SP3 und muss...

vrtz 06. Apr 2016

Ich weiß nicht genau, was genau mit der Forderung an die Programmierer gemeint sein soll...


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