Abo
  • Services:
Anzeige
Wintab- oder Windows-Ink-API? Microsoft arbeitet an der Vereinheitlichung der Techniken.
Wintab- oder Windows-Ink-API? Microsoft arbeitet an der Vereinheitlichung der Techniken. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Der Finger wird zum Hilfswerkzeug für die Stiftbedienung

Microsoft sieht den Finger jetzt als gänzlich anderes Werkzeug oder Mittel zur Anwendung neuer Werkzeuge. Der Finger eröffnet mit dem Stift zusammen neue Werkzeugmöglichkeiten, die Microsoft auf seiner Entwicklerkonferenz Build beispielhaft demonstriert hat. Eine Möglichkeit ist es beispielsweise, mit dem Finger Zeichenwerkzeuge zu aktivieren. Zeichnet der Anwender erst mit dem Lineal eine Linie, hält dann auf die Linie seinen Finger und versucht, einen Halbkreis zu zeichnen, wird der Finger als zentraler Fixpunkt für den Kreis interpretiert. Und egal, wie schlecht der handgezeichnete Kreis auch sein mag, dank des Fingers weiß das System: Hier soll ein ordentlicher, mathematisch korrekter Kreis gezeichnet werden.

Anzeige

Die Grundlagen hat Microsoft dafür schon im Novemberupdate (1511) von Windows 10 ins Betriebssystem eingebaut. Directink nennt sich die API, die in der Standardeinstellung bereits Pen & Touch nutzt. Laut Microsofts Dokumentation ist die API experimentell, vermutlich sollte dadurch zunächst nicht zu viel Aufmerksamkeit auf die API gelenkt werden. In Sessions wurde sie nun als die Zukunft dargestellt.

Dafür hat Microsoft einige Anpassungen vorgenommen. Directink ist zusammen mit Inkpresenter so weit beschleunigt worden, dass laut Microsoft softwareseitig der Lag eliminiert wurde. Ein Teil davon liegt nun an einer intelligenten Vorausberechnung, wo der Stift langfahren könnte. Insgesamt reduziert sich der Lag bei einem typischen Tablet so auf nur noch 50 Prozent. Der Rest-Lag ist ein Hardwareproblem. Es ist davon auszugehen, dass Microsoft daran arbeitet. Das zeigt sich bereits an der ungewöhnlichen Kooperation mit Wacom für einen Dual-System-Stift.

Apple zeigt Microsoft, wie Stiftbedienung aussehen muss

Für Microsoft dürfte die Verbesserung der Stiftbedienung mittlerweile enorm an Bedeutung gewonnen haben, denn ausgerechnet der Rivale Apple zeigt zehn Jahre nach dem Start des Tablet-PCs, wie Stiftbedienung auszusehen hat: verzögerungsfrei und ohne Parallax-Effekt. Drei Künstler haben uns bestätigt, wie gut das iPad Pro arbeitet, obwohl Apple vorher keine Erfahrung mit Dual-Mode-Digitizern hatte und die Stiftbedienung auch noch auf vergleichsweise schwacher Hardware realisiert hat.

Microsoft verspricht, dass das erst der Anfang ist. In Zukunft sollen sich auch Digitizer mit älterer Technik als Windows-Ink-Gerät melden. Gemeint sind damit noch alte Wintab-Entwicklungen. Wer etwas in die Vergangenheit schaut, weiß, dass es da einiges an Streit gab. Wintab-API oder die modernere Ink-API? - das war die Frage. N-Trig entschied sich immer für den von Microsoft empfohlenen Weg. Wacom blieb lange Zeit zusammen mit Adobe stur bei Wintab - einer der Gründe dafür, dass Tablet-PC-Themen ein unangenehmes Feld waren.

Wer die Probleme noch einmal nachvollziehen möchte, der kann sich unseren Test vom Fujitsu Stylistic Q550 (2011) und den Test des Dell Latitude XT3 (2012) noch einmal anschauen. Die damaligen Wintab-Probleme sind bezeichnend dafür, wie kurzfristig das Denken der Akteure im Stiftbereich war und wie anstrengend es für den Anwender war, einfach einen funktionierenden Stift zu bekommen. Auch wir verzweifelten schon mal an der Problematik.

Die Kooperation mit Wacom und der Versuch, jetzt die gesamte Infrastruktur zu verbessern, geben Hoffnung darauf, dass es Microsoft nach weit mehr als zehn Jahren endlich gelingt, die Stiftbedienung dorthin zu führen, wo sie immer hätte sein müssen. Wenn das alles gelingt, könnte Windows 10 Version 1607 auch Windows 10 Tablet-PC Edition genannt werden, so wie damals die Sonderversion von Windows XP.

 Windows 10 Version 1607: Es gibt wieder Hoffnung für die Stiftbedienung

eye home zur Startseite
koflor 23. Apr 2016

Sorry aber ich benutze die Desktop-Variante gar nicht, kann deshalb die Probleme...

Jens Schellhase 06. Apr 2016

... was Microsoft abgeliefert hat. Als Designer arbeite ich täglich mit dem SP3 und muss...

vrtz 06. Apr 2016

Ich weiß nicht genau, was genau mit der Forderung an die Programmierer gemeint sein soll...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Leonberg
  2. Ratbacher GmbH, Essen
  3. Ratbacher GmbH, München
  4. Robert Bosch GmbH, Schwieberdingen


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. The Revenant 7,97€, James Bond Spectre 7,97€, Der Marsianer 7,97€)

Folgen Sie uns
       


  1. Alphabet

    Google Gewinn geht wegen EU-Strafe zurück

  2. Microsoft

    Nächste Hololens nutzt Deep-Learning-Kerne

  3. Schwerin

    Livestream-Mitschnitt des Stadtrats kostet 250.000 Euro

  4. Linux-Distributionen

    Mehr als 90 Prozent der Debian-Pakete reproduzierbar

  5. Porsche Design

    Huaweis Porsche-Smartwatch kostet 800 Euro

  6. Smartphone

    Neues Huawei Y6 für 150 Euro bei Aldi erhältlich

  7. Nahverkehr

    18 jähriger E-Ticket-Hacker in Ungarn festgenommen

  8. Bundesinnenministerium

    Neues Online-Bürgerportal kostet 500 Millionen Euro

  9. Linux-Kernel

    Android O filtert Apps großzügig mit Seccomp

  10. Computermuseum Stuttgart

    Als Computer noch ganze Räume füllten



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Creoqode 2048 im Test: Wir programmieren die größte portable Spielkonsole der Welt
Creoqode 2048 im Test
Wir programmieren die größte portable Spielkonsole der Welt
  1. Arduino 101 Intel stellt auch das letzte Bastler-Board ein
  2. 1Sheeld für Arduino angetestet Sensor-Platine hat keine Sensoren und liefert doch Daten
  3. Calliope Mini im Test Neuland lernt programmieren

Ikea Trådfri im Test: Drahtlos (und sicher) auf Schwedisch
Ikea Trådfri im Test
Drahtlos (und sicher) auf Schwedisch
  1. Die Woche im Video Kündigungen, Kernaussagen und KI-Fahrer
  2. Augmented Reality Ikea will mit iOS 11 Wohnungen virtuell einrichten
  3. Space10 Ikea-Forschungslab untersucht Umgang mit KI

Microsoft Surface Pro im Test: Dieses Tablet kann lange
Microsoft Surface Pro im Test
Dieses Tablet kann lange
  1. Microsoft Neues Surface Pro fährt sich ohne Grund selbst herunter
  2. iFixit-Teardown Surface Laptop ist fast nicht reparabel
  3. Surface Studio Microsofts Grafikerstation kommt nach Deutschland

  1. Re: Wenn der Staat etwas macht geht alles schief.

    Tigerf | 22:52

  2. Re: Eine Beleidigung für echte Fotografen

    spyro2000 | 22:47

  3. Re: T-Systems...

    elf | 22:46

  4. Re: Computermuseen Deutschland

    sskora | 22:46

  5. Re: PDP Rechner

    thinksimple | 22:46


  1. 22:48

  2. 16:37

  3. 16:20

  4. 15:50

  5. 15:35

  6. 14:30

  7. 14:00

  8. 13:29


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel