Windows 10: Retpoline-Patch gegen Spectre verbessert CPU-Leistung
In einem kommenden Update für Windows 10 plant Microsoft anscheinend, den Retpoline-Patch gegen die Prozessorsicherheitslücke Spectre einzuführen. Die von Google entwicklelte Lösung gegen Spectre Version 2 verlangsamt Prozesse nicht mehr ganz so stark wie bisher. Statt 5 bis 30 Prozent Leistungseinbußen sollen CPUs nach dem Retpoline-Update nur noch ein bis zwei Prozent langsamer rechnen. Das berichtet(öffnet im neuen Fenster) die Onlinepublikation Mspoweruser, die sich auf einen Tweet des Windows-Kernel-Entwicklers Mehmet Iyigun bezieht. Allerdings soll der Patch erst mit der nächsten großen Windows-Version im nächsten Jahr erscheinen.
Viele Linux-Distributionen wie Ubuntu und NetBSD nutzen Retpoline-Maßnahmen bereits seit längerer Zeit. Microsoft ist also mit seiner Reaktion recht langsam. Dennoch, der Kernel-Entwickler Iyigun beschreibt seine Testversion 19H1 mit dem Patch als wesentlich performanter verglichen mit dem Zustand vor dem Update. Er nutzt ein Surface Pro 4 als Referenzgerät.
Leistungsschub auf Skylake
Dass Iyigun einen spürbareren Unterschied feststellt, ist plausibel. Schließlich ist der von Microsofts bereits älterem 2-in-1-Gerät genutzte Skylake-Chip von Leistungseinbußen durch Spectre-Patches besonders betroffen. Bis zu 30 Prozent weniger Rechenleistung sind möglich. Gerade Intel-Prozessoren sind jedoch zusätzlich von Meltdown betroffen – eine CPU-Sicherheitslücke, die zusammen mit Spectre bereits 2017 entdeckt wurde. Auch hier gibt es Leistungseinbußen durch Software-Updates.
Kommende Intel-CPUs der Generation Cascade Lake sollen nativ sowohl gegen Spectre-v2 als auch gegen Meltdown geschützt sein. AMD wird bei seinen Pinnacle-Ridge-CPUs weiterhin auf Microcode-Updates setzen.
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