Windows 10: Microsoft bringt verbessertes Startmenü und viele Neuerungen

Mit dem Insider Build 16215 von Windows 10(öffnet im neuen Fenster) bringt Microsoft eine Vielzahl an Neuerungen für das Betriebssystem. Die meisten sollen die Nutzung des Betriebssystems komfortabler gestalten. Neben Verbesserungen am Startmenü und am Info-Center gibt es überfällige Edge-Neuerungen sowie eine deutlich verbesserte Stift-Unterstützung.
Mehr Komfort fürs Startmenü
Die Größe des Startmenüs lässt sich besser verändern. Generell soll der Rand des Startmenüs besser greifbar sein als bisher, um die Größenänderung angenehmer zu machen. Derzeit kann das Startmenü nicht diagonal in der Größe verändert werden, mit der neuen Version ist das möglich. Wird das Startmenü zur Seite hin vergrößert, ist das jetzt stufenlos machbar. Bisher ist eine Vergrößerung nur in bestimmten Abständen möglich. Außerdem soll der Übergang zwischen Desktop- und Tablet-Modus besser gelöst sein. Das Startmenü nutzt dabei bereits das neue Fluent-Design.








Auch das Info-Center ist bereits im Fluent-Design gehalten. Microsoft integriert die neue Oberfläche schrittweise in das Betriebssystem. Auch Benachrichtigungskacheln nutzen bereits die neue Gestaltung. Die im Info-Center erscheinenden Benachrichtigungen sollen jetzt besser strukturiert werden. Dazu werden Teilbereiche besser als bisher voneinander getrennt.
Edge-Browser: Vollbildmodus mit F11
Microsoft hat in den Edge-Browser neue Funktionen eingebaut und eine andere erneut integriert. Im aktuellen Creators Update lassen sich keine Webseiten mehr mit einem eigenen Symbol dauerhaft auf der Taskleiste ablegen. Diese Funktion kommt zurück, so dass sich Webseiten an die Taskleiste pinnen lassen, um sie jederzeit schnell aufrufen zu können.
Zudem unterstützt der Browser jetzt offiziell einen Vollbildmodus. Dieser kann über die Optionen im Browser-Menü oder mit einem Druck auf die F11-Taste aktiviert werden. Mit dieser Taste wird auch in allen am Markt gängigen Browsern der Vollbildmodus aktiviert. Zumindest im Creators Update erlaubt Microsoft mit einer geheimen Tastenkombination bereits die Aktivierung eines Vollbildmodus: Windows-Taste-Umschalt-Return. Die Tastenkombination wird von Microsoft selbst nicht auf den eigenen Übersichtsseiten zu Windows 10(öffnet im neuen Fenster) und Edge(öffnet im neuen Fenster) genannt.
Zudem können alle offenen Browser-Tabs im aktuellen Fenster mit einem Mausklick in einem Verzeichnis zusammengefasst werden. Der Zugriff und die Verwaltung der Webseiten soll damit vereinfacht werden. Beim Wiederherstellen einer Edge-Session hat es diverse Optimierungen gegeben, so dass die Funktion zuverlässiger als bisher arbeiten sollte. Außerdem können direkt in Edge Anmerkungen in Epub-Dateien gemacht werden.
Verbesserungen an Cortana
In Cortana wurden sogenannte intelligente Erinnerungen eingefügt. Wenn Cortana der Zugriff auf die Kamera gewährt wird, können damit Flugblätter zu Veranstaltungen abfotografiert werden. Die darauf enthaltenen Termine werden von Cortana erkannt und der Nutzer wird informiert, wenn die Termine anstehen. Ähnliches ist mit einer Lasso-Funktion möglich. Dann kann auf einem beliebigen Bereich des Displays mit einem Stylus eine Markierung aufgezogen werden.








Diese wird dann von Cortana analysiert. Auch hier geht es darum, den Zeitpunkt einer Veranstaltung zu erkennen und automatisch passende Erinnerungen anzulegen. Beide Funktionen sind derzeit nur für den US-Markt verfügbar.
Umfangreiche Anpassungen gibt es für die Stiftbedienung von Windows 10.
Neue Bildschirmtastatur und verbesserte Stiftbedienung
Umfangreich wurde die Stift-Unterstützung in Windows erweitert. So kann der Nutzer mit einem Stylus bequem etwa in Webseiten blättern, wie es mit dem Finger schon lange möglich ist. Der Nutzer muss dafür nicht mehr die Scrollleiste verwenden. Derzeit funktioniert diese Neuerung nur in UWP-Apps, langfristig sollen aber auch klassische Windows-Programme entsprechend unterstützt werden.








Für einen verlegten Stylus wurde eine Ortungsfunktion integriert. Dazu merkt sich das Betriebssystem, an welchem Ort der Stylus zuletzt verwendet wurde und kann den betreffenden Standort anzeigen. Damit soll das Auffinden eines verlegten Stylus vereinfacht werden.
Handschriftliche Eingaben besser editieren
Auch das Bearbeiten handschriftlicher Einträge wurde verbessert. Beim Schreiben im Handschriftenfeld wird jetzt immer das zuletzt geschriebene und bereits erkannte Wort mit angezeigt. Wird der Stift vom Bildschirm genommen, wandert der Text weiter und es gibt wieder mehr Platz zum Schreiben.
Wird ein bereits erkanntes Wort im übernommenen Text markiert, erscheint das Handgeschriebene wieder im passenden Eingabefeld, um Änderungen daran vornehmen zu können. Dabei kann ein falsch geschriebener Buchstabe einfach übermalt werden und wird dann neu erkannt. Mit Hilfe von Gesten lassen sich neue Leerzeichen einfügen oder Wörter zusammenfügen. Damit sollen Korrekturen mit dem Stift vereinfacht werden.
Die Eingabe chinesischer Schriftzeichen wurde überarbeitet und die Fehl-Erkennungen beim Schreiben mit dem Stift sollen weniger sein. In den Einstellungen muss das Schreiben mit dem Finger jetzt explizit aktiviert werden. Dadurch soll erreicht werden, dass Berührungen des Touchscreens etwa mit dem Handballen nicht als Eingabe erkannt werden.
Beim Editieren sind jetzt Markierungen vorhanden, die eine nachträgliche Änderung des Auswahlbereichs erlauben. Außerdem lassen sich Emojis nun auch direkt vom Handschriftenfeld aus einfügen; ein Wechsel zur Bildschirmtastatur ist nicht mehr erforderlich.
Neue Bildschirmtastatur
Windows 10 erhält eine neue Bildschirmtastatur, die auch eine Gesteneingabe erlaubt. Außerdem sollen die Routinen zur Wortvervollständigung verbessert worden sein. Derzeit stehen die Funktionen zur Wortvervollständigung allerdings nur in der englischen Sprache zur Verfügung. Die Bildschirmtastatur kann bei Bedarf verkleinert werden, um auf einem Tablet bequemer Eingaben mit einer Hand vornehmen zu können. Diese Tastatur lässt sich beliebig auf dem Bildschirm platzieren.








Die neue Bildschirmtastatur enthält auch eine Diktatfunktion, um Eingaben nicht tippen zu müssen. Der Nutzer spricht, was geschrieben werden soll. Derzeit gibt es die Diktatmöglichkeit nur in den Sprachen Englisch und Chinesisch. Mit der Stimme sind auch Befehle möglich: Der Nutzer kann etwa ein Leerzeichen setzen und ein Zeichen, ein Wort oder mehrere löschen. Aber auch das Springen zu bestimmten Textbereichen und das Positionieren des Cursors ist mit der Stimme möglich.
Mit einer Hardware-Tastatur lässt sich eine neue Emoji-Auswahl mit Tastenkürzeln aufrufen, um solche Symbole möglichst bequem beim Schreiben einfügen zu können. Das Emoji-Popup kann dann mit Tastatur oder Maus bedient werden. Auch diese Neuerung gibt es nur, wenn die englische Sprache als Eingabesprache ausgewählt ist.
Unterstützung von HDR-Displays
Mit der neuen Windows-10-Version werden HDR-Displays unterstützt, bei der Wiedergabe von Videos wird eine entsprechend bessere Bildqualität versprochen. Dafür stehen neue Einstellungsoptionen bereit, um die HDR-Wiedergabe zu konfigurieren. Der Teilen-Dialog von Windows 10 hat einen neuen Befehl erhalten, um etwa einen Link in die Zwischenablage zu legen. Damit soll das Weiterleiten vereinfacht werden, falls die gewünschte App nicht im Dialog angezeigt wird.
Der Dialog zur Bestimmung der Standard-Programme wurde umfangreich ergänzt. Das Zuweisen der Standard-Programme soll einfacher möglich sein. In dem Eintrag zum Standard-Programm finden sich jetzt weitere Optionen, um die weitere Justage vornehmen zu können. Außerdem hat Microsoft in der aktuellen Version kleinere Optimierungen und Anpassungen am Betriebssystem vorgenommen.
Windows 10 Build 16212 wird derzeit über den Fast Ring des Windows Insider Programms verteilt. Dabei handelt es sich um eine Vorabversion, so dass beim Einsatz Fehler auftreten können. Unter anderem macht das Build mit einigen Surface-Modellen Probleme. Beim Surface Pro und Surface Pro 2 ist das WLAN mit der aktuellen Version nicht mehr benutzbar.