Arbeiten auf dem Gerät ist nicht vorgesehen

Unsere angeschlossene Maus bekommt trotzdem etwas zu tun. Neben der Schaltfläche zum Herunterfahren oder Neustarten des Rechners gibt es auch noch eine zweite Schaltfläche für die Gerätekonfiguration. Gespannt klicken wir sie an - und werden in zweierlei Hinsicht enttäuscht. Zum einen können wir hier nicht mehr tun, als Uhrzeit und Zeitzone einzustellen, zum anderen reagieren die Auswahllisten sehr zäh. Auch der Mauszeiger läuft nicht mehr flüssig. Eine mögliche Erklärung finden wir später.

Weitere Programme oder eine Kommandozeile lassen sich über den Übersichtsbildschirm nicht starten. Microsoft selbst sieht die direkte Arbeit auf dem Raspberry Pi nicht vor. Stattdessen sollen administrative Aufgaben per Powershell erledigt werden. Auf eine per SSH oder Telnet erreichbare Kommandozeile wird ebenfalls verzichtet - aus unserer Sicht ein Rückschritt: Die Windows-Variante für den Intel Galileo ließ noch den Zugriff per Telnet zu.

Wir sind allerdings neugierig, ob es nicht doch noch andere Wege gibt, auf den Rechner zuzugreifen, und werfen einen Portscanner an. Und tatsächlich: Auch der Zugriff per FTP und HTTP ist möglich. In beiden Fällen ist dafür kein Passwort erforderlich, anders als für den Fernzugriff per Powershell.

Per FTP erhalten wir vollständigen Zugriff auf die Inhalte der Windows-Partition auf der SD-Karte. Programme finden sich kaum. Manche vorhandenen Dateien deuten darauf hin, dass Windows 10 IoT Core wohl dem Windows-Phone-Entwicklungspfad entstammt. So finden wir Referenzen auf Telefonfunktionen, Cortana und Miracast. Selbst eine Definition für ein Startmenü taucht auf. Interessanterweise scheint es auch Vorbereitungen für Point-of-Sales- und Kassensysteme zu geben.

Die mächtige Webkonsole überrascht

Positiv überrascht sind wir von der Weboberfläche, die von Windows bereitgestellt wird - die vorhandene Dokumentation enthält darüber kaum ein Wort. Sie ist eine Mischung aus Gerätemanager, Debugging-Oberfläche und Programmverwaltung und setzt dabei auf eine REST-basierte API auf - welche innerhalb der Oberfläche dokumentiert ist. Das System erinnert an Luci von OpenWRT.

Über die Performance-Anzeige in der Weboberfläche zeigt sich auch, warum das System ruckelt, wenn wir die Konfigurationsoberfläche auf dem Pi selbst aufrufen: Die CPU-Auslastung steigt teilweise auf über 90 Prozent, allerdings nur, wenn wir tatsächlich mit Bedienungselementen interagieren. Lassen wir die Maus los, fällt die Auslastung sofort wieder auf 3 bis 4 Prozent. Wir haben den Verdacht, dass die Grafik derzeit vor allem von der CPU abgewickelt wird. Die Anzeige irritiert uns auch in anderer Hinsicht: Sie gibt keine Hinweise auf die 4 Cores des ARM-Prozessors.

Fündig werden wir da an anderer Stelle: Im Gerätemanager tauchen tatsächlich vier Prozessor-Einträge auf. Was hier allerdings fehlt, ist unser mittlerweile eingesteckter WLAN-Dongle. Die Unterstützung für USB-basierte WLAN- und Bluetooth-Dongles ist zwar dokumentiert, im aktuellen Build aber noch nicht verfügbar.

Die mangelnde WLAN-Unterstützung ist vermutlich auch der Grund dafür, dass die Miracast-App, die wir in der Programmverwaltung gefunden haben, beim Start abstürzt.

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 Windows 10 IoT Core angetestet: Windows auf dem Raspberry Pi 2Fernprogrammierung wird einfach gemacht 
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fabian_huesser 26. Aug 2015

Ja genau, Rückschritt, weil kein SSH. Vielleicht mal schnell nachlesen, was Powershell...

ulink 14. Aug 2015

Das kostet mich nicht mal ein muedes Laecheln. Ein aktuelles Arch Linux MIT Xfce-Desktop...

Anonymer Nutzer 06. Jul 2015

Hä?[1][2] [1] https://msdn.microsoft.com/de-de/library/hh825265.aspx [2] https://msdn...

IT-pr0fi 18. Mai 2015

Ich bilde mir meine Ahnung, im Gegensatz zu Ihnen!



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