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Das neue Startmenü vereint die Modern UI von Windows 8 mit der Bedienbarkeit von Windows 7.
Das neue Startmenü vereint die Modern UI von Windows 8 mit der Bedienbarkeit von Windows 7. (Bild: Microsoft/Screenshot: Golem.de)

Besser als Siri, aber nicht ohne Schwierigkeiten: die deutsche Cortana

Die Sprachsteuerung Cortana ist sehr geräuschempfindlich, zumindest bei uns mit dem Surface 3 Pro und dem Medion Akoya. Am besten funktioniert sie in einer ruhigen Umgebung. Sind in der Nähe Gespräche, versteht Cortana den Anwender nicht. Bei Ruhe ist die Erkennung der Sprache auch auf Deutsch hervorragend. Man kann zudem im Textfeld sehr gut sehen, wie Cortana funktioniert. Manchmal gelingt die eigentliche Spracherkennung nicht, doch über den Kontext findet Cortana trotzdem die richtigen Worte.

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Eine schlechte Internetverbindung macht dies allerdings schnell zunichte. Um das zu testen, haben wir einen O2-ADSL-Internetzugang ausprobiert, der seit Jahren zuverlässig problematisch ist und bei dem selbst Dutzende Anrufe bei der Kundenbetreuung keine Besserung brachten. Cortana haben wir so an die Grenzen gebracht, die dem Sprachassistent aber nicht anzulasten sind. Interessant sind die Ergebnisse dennoch: Wer Probleme mit Cortana hat, sollte zweierlei überprüfen: zum einen die Qualität des Netzes und zum anderen mögliche Störgeräusche.

Sind diese Faktoren ausgeschlossen, bleiben nur noch funktionale Probleme, die zum Teil sprachbedingt sind, aber teils auch Macken des Betriebssystems. Ein Windows schon traditionell betreffendes Problem ist die Sortierung der Fenster. Zwar ist es in den vergangenen Jahren seltener geworden, dass eine Anwendung nicht im Vordergrund geöffnet wurde, ausgerechnet mit Cortana haben wir jedoch häufiger solche Probleme: Darüber geöffnete Anwendungen werden einfach nicht angezeigt. Das liegt aber nicht daran, dass das Starten schiefging, die elegant per Sprachsteuerung gestartete Anwendung öffnet sich vielmehr hinter anderen Fenstern. Das passiert in unregelmäßigen Abständen, etwas häufiger bei einem seit Tagen aktiven System als bei einem neugestarteten.

Ein bereits gestartetes Programm wird über den Sprachbefehl die Anwendung nicht nachträglich nach vorne gebracht. Das ist inkonsistent, denn befindet sich jene Anwendung auf einem anderen virtuellen Desktop, funktioniert Cortana wie gewünscht und zuverlässig - was wiederum praktisch ist, da Anwendungen auf anderen Desktops nicht sofort als gestartete Programme ersichtlich sind.

Es ist schade, dass solche Kleinigkeiten den Anwender wieder dazu bewegen, zur Maus oder Tastatur zu greifen - was dem Sinn einer Sprachsteuerung zuwiderläuft.

Meist hakt's an der deutschen Sprachsteuerung

Wie gut Cortana funktionieren kann, führte Microsoft beeindruckend auf der Entwicklerkonferenz Build 2015 und der Ignite 2015 in englischer Sprache vor. Im Deutschen ist Cortana noch nicht ganz so gut: Zwar ist die Spracherkennung an sich makellos, doch die kontextbasierten Reaktionen sind es oft nicht. Fragen nach dem Wetter oder der Notwendigkeit, einen Regenschirm mitzunehmen, werden etwa gut verstanden. Jedoch antwortet Cortana manchmal mit der Tagesvorhersage und manchmal mit der Wochenvorhersage - ohne dass erkennbar ist, warum sie sich für die eine oder andere Prognose entschieden hat.

Wer Hunger hat, der hat es mit Cortana derzeit schwer. In vielen Situationen ruft sie ohne Kommentar einfach eine Bing-Suche im Edge-Browser auf. Im Suchfeld steht dann unpraktischerweise der gesamte gesprochene Satz: "Ich hab' Hunger auf Pizza, wo finde ich einen Pizzaladen?". Der führt nur zu den Suchergebnissen der Bing-Suche: Der erste Eintrag verweist auf Yelp, der zweite auf Gutefrage.net. Hilfreich ist das nicht. Immerhin: "Hey Cortana, zeige mir den Weg zum nächsten Pizzaladen" führt tatsächlich zu einer nützlichen Reaktion. Die Routenplanung startet mit einem richtigen Pizzaladen als Ziel. Cortana teilt mit, welche Route ermittelt wurde, und nennt den Pizzaladen. Es geht also doch.

Überraschenderweise ist das bei der Suche nach einem Sushi-Laden anders. Dafür gibt es eine im Cortana-Interface integrierte Ergebnisliste. Auf die Frage "Wo ist der nächste Sushi-Laden?" erscheint hingegen wieder die frustrierende Bing-Suche. Irgendwann macht das keinen Spaß mehr und der Anwender gibt auf.

"Hier stimmt etwas nicht"

Auch manche einzelne Aufgaben sind für Cortana nichts. "Starte das Windows Update" lässt Cortana nachfragen, welche App man denn starten wolle - mehrfach. "Hey Cortana, zeige mir die Tastatureinstellungen" führt ebenfalls ins Nichts. Cortana antwortet nur: "Hier stimmt etwas nicht. Bitte versuche es gleich noch einmal". Es wunderte uns nicht mehr, dass ein späterer Versuch auch nichts bringt.

Cortana soll als Helferlein dem Anwender viel abnehmen, doch zumindest in der deutschen Sprache hilft sie kaum. Das heißt vermutlich auch für Entwickler deutschsprachiger Apps, dass sie die Integration von Cortana vorsichtig angehen sollten. Wir hoffen, dass Microsoft in den nächsten Monaten noch Verbesserungen nachliefert.

Das Unternehmen gibt auf seinen Webseiten offen zu, dass die Funktionalität von Cortana sich von Region zu Region unterscheiden kann, mit so einem frustrierenden Ergebnis haben wir jedoch nicht gerechnet. Nach derzeitigem Stand wäre es besser gewesen, Cortana in der deutschen Fassung vorerst nicht freizugeben. Denn wer einmal von Cortana enttäuscht wird, wird so schnell nicht wieder mit der Sprachsteuerung arbeiten. Ein schlechtes Urteil setzt sich schnell fest, wie auch Apple mit Siri erfahren musste. Auch hier sind die Qualitätsunterschiede zwischen der englischen und deutschen Sprachsteuerung sehr groß.

Cortana versteht besser als Siri

Einen erheblichen Vorteil gegenüber Siri hat Cortana: Sie versteht auch englische Namen. Eine Suche nach der Künstlerin Alanis Morissette funktioniert. Dieser komplexe, englisch ausgesprochene Nachname ist für Cortana kein Problem. Siri hingegen versteht bis heute "Elis Mahlzeit" oder "Alleine Small seit". Für Siri gilt: Englische Namen müssen in der deutschen Version deutsch ausgesprochen werden, auch wenn das meist unfreiwillig komisch wirkt.

Unter iOS lässt sich das Problem lösen, indem einfach das System auf Englisch gestellt wird. Wer die englische Sprache beherrscht, kann so Systemschwächen umgehen. Bei Microsoft geht das nicht so einfach. Windows ist zwar schon seit Windows Vista vom Unterbau her international, doch ein Umschalten der Sprachversionen in wenigen Sekunden wie unter OS X, iOS oder Android ist leider weiterhin nicht vorgesehen.

  • Beim Startmenü vereint Microsoft zwei Welten. (Screenshot: Golem.de)
  • Bei den Einstellungen gibt es hingegen zwei verschiedene Orte. (Screenshot: Golem.de)
  • Hier konnte Microsoft Modern UI und die klassische UI bisher nicht vereinen. (Screenshot: Golem.de)
  • Vor allem bei der Geräteverwaltung fällt das auf. (Screenshot: Golem.de)
  • Weiterhin gibt es vier Orte, an denen die Helligkeit des Bildschirms eingestellt werden kann. (Screenshot: Golem.de)
  • Die neue Karten-App hat einen praktischen Offlinemodus. Selbst grobe Details anderer Kontinente sind offline verfügbar. (Screenshot: Golem.de)
  • Mit Cortana lässt sich eine Wegführung erstellen. (Screenshot: Golem.de)
  • Das neue Info-Center ist praktisch.(Screenshot: Golem.de)
  • Die Suche ist im Startmenü integriert. (Screenshot: Golem.de)
  • Mit Bluetooth LE wird es kompliziert. Unsere LE-Maus und ein Microsoft Band sind nur links zu sehen, während klassische Bluetooth-Geräte auch im Info-Center erscheinen. (Screenshot: Golem.de)
  • Das Startmenü erlaubt eine recht freie Positionierung der Kacheln. (Screenshot: Golem.de)
  • Wer will, kann sich ein englisches Sprachpaket installieren. (Screenshot: Golem.de)
  • Auf dem Surface 3 Pro konnten wir so sogar die englische Schrifterkennung aktivieren. (Screenshot: Golem.de)
  • Die Spracheinstellungen wurden mit Windows 10 erweitert. (Screenshot: Golem.de)
  • Man muss aber beachten, dass die System-Spracherkennung...(Screenshot: Golem.de)
  • ... nicht überall gleichzusetzen ist mit Cortanas Spracherkennungsoptionen. Diese finden sich im Startmenü. (Screenshot: Golem.de)
Wer will, kann sich ein englisches Sprachpaket installieren. (Screenshot: Golem.de)

Immerhin lassen sich einfach Sprachpakete herunterladen, doch das Umschalten von Cortana auf die US-Region und US-Englisch gelingt uns nicht. Die Einstellungsdialoge ergeben zudem teilweise keinen Sinn, wenn Cortana die Optionen Abbrechen und Nein als gleichberechtigte Alternativen bietet. Gleichzeitig muss der Anwender aufpassen, die Spracherkennungseinstellungen von Cortana nicht mit denen der alten systemweiten Spracherkennung zu verwechseln. Das könnte weitere Probleme verursachen.

Immerhin versteht aber auch die deutsche Cortana in Grenzen Englisch. "What time is it in New York?" führt auch bei deutschen Einstellungen zu einem korrekten Ergebnis. Kompliziertere Sachverhalte in einer Fremdsprache beherrscht aber Cortana nicht. Es lässt sich gut erkennen, dass hier Cortana vergeblich eine deutsche Interpretation versucht. In dem Bereich ist Cortana vorbildlich transparent und ermöglicht dem Anwender, Fehler auch nachzuvollziehen.

 Keine einheitliche SystemsteuerungDer Treibersupport funktioniert 

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GerdEhret 17. Dez 2015

Hallo, also ich hatte auch immer die Probleme mit der langsamen Netzwerkverbindung als...

bernd_lu 18. Okt 2015

Sorry, falscher Thread! Text verschoben... nach Re: Fritz VPN Driver nicht gefunden

kalman111 25. Sep 2015

Ja, soeben. Zumindest bei mir lag es daran, dass ich dem Hinweis beim Einrichten von...

SebastianSchille 13. Aug 2015

Hast du schon einmal versucht den Clear-Type Assistenten durchlaufen zu lassen? Gruß, Basti

Hüendli 11. Aug 2015

Ich auch :-) Und ja, Google Text- und Bildsuche blieben ohne Erfolg.



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