Windows 10 ist für Windows-8-Nutzer ein kleines, sinnvolles Update
Die Neuerungen von Windows 10 sind zwar wichtig und richtig, aber eigentlich nicht sehr tiefgreifend: Am Betriebssystemkern hat sich nicht viel getan, abseits vom neuen WDDM-Treibermodell und Direct3D 12. Anfangs erkannte man das noch an den Versionsnummern: Frühe Builds von Windows 10 meldeten sich korrekterweise als Windows 6.4 - ein Nummernschema aus Windows-NT-Zeiten.
Die beiden Windows-8-Versionen hatten die Nummern 6.3 und 6.2. Windows 7 trug die Nummer Windows 6.1 und war gewissermaßen nur ein Bugfix-Release für Windows Vista mit der Versionsnummer 6.0. Vista bot wirklich viele grundlegende Neuerungen, wurde aber aufgrund einiger Probleme ähnlich schlecht akzeptiert wie Windows 8, das ebenfalls einige Neuerungen brachte. Mittlerweile wurde das Nummernschema vermutlich aus Marketinggründen geändert, auch auf der Kommandozeile meldet sich das System unter Windows 10 nun mit der Versionsnummer 10.0.10240.
Doch auch mit wenigen Änderungen am Kern hat sich mit Windows 10 viel verändert, vor allem bei der Infrastruktur und dem Gesamtkonzept, zu dem ganz unterschiedliche Gerätekategorien wie Datenbrillen, Konferenzsysteme oder Smartphones gehören. Aus diesem Blickwinkel ist eine neue Versionsnummer gerechtfertigt: Microsoft hat viele alte Konzepte schlicht aufgegeben und setzt neue mit Windows 10 um. Das volle Potenzial lässt sich aber noch nicht abschätzen, weshalb der Anwender an seinem Windows-10-Notebook davon zunächst nicht viel merkt. Erst später dürften weitere Windows-10-Geräte einen weiteren Grund zum Wechsel von Windows 8 auf Windows 10 liefern.
Der Touchscreen ist nicht mehr so wichtig
Was dem Anwender am Notebook aber auffällt, sind Änderungen an der Oberfläche und das Verschwinden des alten Startbildschirms. Für Windows-8-Nutzer sind diese Änderungen ebenso gut wie für diejenigen, die von Windows 7 auf das neue Betriebssystem wechseln: Gerade für Mausschubser ist das Startmenü besser, da Herumscrollen zwischen zwei unterschiedlichen Startansichten - einmal für Apps und einmal für herkömmliche Programme - entfällt. Und auch das Fehlen eines Touchscreens ist kein großes Problem mehr, weil Apps und Einstellungen nicht zwingend eine Touch-Bedienung erfordern; alles lässt sich auch gut mit Maus und Tastatur steuern.
Etwas Flexibilität lässt das neue, maus- und touchfreundliche Startmenü allerdings vermissen, etwa bei der Anzahl der darstellbaren meistverwendeten Programme. Windows-8-Nutzer dürfte ein klassisches Startmenü aber ohnehin nicht so sehr stören - sie haben sich entweder an das Fehlen des Menüs gewöhnt oder sich mit Zusatzprogrammen das Menü in Teilen zurückgeholt. Die Live-Kacheln dürften deswegen ein Bereich sein, den Windows-8-Nutzer vermissen könnten.
Das Rückkehr des Startmenüs und die Darstellung von Live-Komponenten ist Microsoft mit dem Kachelbereich gelungen, der an die Seite des Startmenüs verlegt wurde. Die Kacheln lassen sich wie auch schon unter Windows 8 natürlich auch mit herkömmlichen Programmen belegen. Daneben stehen nur die Taskleiste und der Desktop als Platz für Programme zur Verfügung. Ein verschachteltes Startmenü, das höchstens manuell sortiert werden konnte, ist mit Windows 10 endgültig Geschichte.
Die Integration der Suche in das Startmenü gefällt uns sehr gut. Tatsächlich ist das Sortieren auch deswegen nicht mehr so wichtig. Die Suche nimmt nur einen kleinen Teil des Bildschirms ein und ist äußerst fix.
App-Integration und Onedrive
Ein paar Neuerungen für den Alltag betreffen nur Anwender, die bereit sind, sich per Microsoft-Konto anzumelden. Dazu gehört die allgegenwärtige Integration des Cloud-Speichers Onedrive. Nach einem Klick auf den Onedrive-Bereich im Datei-Explorer wird vorgeschlagen, sich dort anzumelden. Der lokale Zugang zum Rechner selbst muss dafür nicht mit dem Microsoft-Konto gekoppelt werden; ein Onedrive-Zugang lässt sich auch unabhängig von den Synchronisationen der Rechner betreiben. Wir haben allerdings keine Möglichkeit gefunden, die Kopplung zum lokalen Zugang wieder zu lösen.
Vorbei sind die Zeiten, in denen eine schnöde Textdatei auf dem Desktop für Notizen verwendet wurde: Ebenfalls neu ist der direkte Zugang zu Notizen via Onenote über das Info-Center. Dank Stiftunterstützung lohnt sich auch die Nutzung von Onenote auf Convertibles mit gutem Digitizer.
Allerdings handelt es sich bei Onenote um die App und nicht die vollwertige Office-Version. Ihr wird kein lokales Konto ohne Microsoft-Zugang angeboten. Wer ohne Microsoft-Konto arbeiten will, kann immerhin weiterhin Microsoft Journal verwenden.
Wie sehr Microsoft versucht, Nutzer zu einem Onlinekonto zu drängen, erkennt man auch an den Spielen: Schon das Starten von Solitaire beginnt mit einer Zugangsabfrage für ein Microsoft-Konto. Die kann der Anwender aber abbrechen und als sogenannter Gast Solitaire spielen.
Einige Apps funktionieren auch ohne Microsoft-Konto
Zu den Apps, die auch mit einem einfachen lokalen Zugang funktionieren, gehört die Karten-App. Praktischerweise teilen sich unterschiedliche Konten auf einem Rechner die Offline-Karten. Das ist auch dringend nötig, denn alleine Deutschland benötigt fast ein GByte an Daten. Zudem wird die Karte nicht hart an den Grenzen abgeschnitten. Die Stadt Basel im Dreiländereck der Schweiz, Frankreich und Deutschland ist bis auf kleine Straßenzüge auch mit der deutschen Karte sichtbar. Die ganze Welt wird noch grob abgespeichert, so dass ein Blick auf die Hauptstädte anderer Länder und wichtige Autobahnverbindungen auch ohne Netz möglich ist, ohne dass die betreffenden Länderkarten heruntergeladen werden müssen.
An einer anderen Stelle versucht Microsoft, das Online-Konto vom PC zu trennen, nämlich bei der Anmeldung am Rechner. Gleich beim ersten Anmeldeversuch schlägt Windows 10 dem Nutzer vor, auf eine kurze PIN zu wechseln. Der Grund ist einfach: Das Passwort für das Microsoft-Konto gibt einem Angreifer Zugang zu allem. Ein abgeguckter Cloud-Zugang ist eine Katastrophe für den Angegriffenen. Guckt sich ein Fremder hingegen nur die PIN ab, kann er damit nur etwas anfangen, wenn er auch das dazugehörige Gerät mitnimmt.
Windows 10 ist insgesamt vor allem durch Details ein gutes Update von Windows 8.1 gelungen, insbesondere hinsichtlich der Komfortfunktionen wie die im vorherigen Test bereits beschriebenen neuen virtuellen Desktops und die Fenster-Anpassung der Apps. Doch im Hintergrund wartet so manche Altlast auf den Anwender und nervt mit inkonsistenter Bedienung.
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| Windows 10 im Test: Unfertiger, aber guter Windows-8.1-Bugfix | Die Altlasten sind noch da |










Hallo, also ich hatte auch immer die Probleme mit der langsamen Netzwerkverbindung als...
Sorry, falscher Thread! Text verschoben... nach Re: Fritz VPN Driver nicht gefunden
Ja, soeben. Zumindest bei mir lag es daran, dass ich dem Hinweis beim Einrichten von...
Hast du schon einmal versucht den Clear-Type Assistenten durchlaufen zu lassen? Gruß, Basti