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Windows 10 im Upgrade-Test: Der Umstieg von Windows 7 auf 10 lohnt sich!

Beim Umstieg von Windows 7 auf Windows 10 ändert sich so einiges am Betriebssystem. Im Test zeigen wir, welche Verbesserungen der Windows-7-Nutzer erhält und welche Verschlechterungen es mit dem Wechsel gibt.
/ Ingo Pakalski
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Windows 10 bekommt ein verbessertes Startmenü. (Bild: Screenshot Golem.de)
Windows 10 bekommt ein verbessertes Startmenü. Bild: Screenshot Golem.de

Viele Windows-7-Kunden hielten es nicht für notwendig, auf Windows 8 zu wechseln. Damit sich das mit Windows 10 nicht wiederholt, hat sich Microsoft wieder stärker an dem orientiert, was Windows 7 vorgelegt hat, und bietet Umsteigern von dem alten Betriebssystem ein Jahr lang das Upgrade auf das neue gratis an. Wir haben uns angesehen, wie sich die Änderungen für diese Anwender bemerkbar machen. Dabei gehen wir der Frage nach, ob Windows-7-Nutzer die neuen Funktionen brauchen.

Neue Funktionen in Windows 10 ausprobiert
Neue Funktionen in Windows 10 ausprobiert (03:29)

Wir haben uns bei diesem Test darauf konzentriert, wie sich der Wechsel von einem Windows-7-Computer gestaltet, der vor allem mit Maus und Tastatur bedient wird, da die meisten Windows-7-Nutzer wohl kein Gerät mit Touch-Bedienung verwenden. Außerdem haben wir uns auf die Neuerungen konzentriert, die für den beruflichen Einsatz relevant sind.


Mit der Markteinführung von Windows 8 wurden Windows-Apps eingeführt, die sich von klassischen Windows-Programmen sehr stark unterschieden. Mit Windows 10 verschmelzen wieder die beiden Welten aus klassischen Windows-Programmen und modernen Windows-Apps. Jetzt werden Applikationen nicht mehr wie noch zu Windows-8-Zeiten bildschirmfüllend gestartet, alle Apps werden in einem Fenster ausgeführt.

Dadurch integrieren sich Apps besser in das übrige Windows-Umfeld, allerdings fallen weiterhin erhebliche Unterschiede bei der Gestaltung der Oberfläche und der Bedienung auf. So lassen sich etwa klassische Windows-Programme weiterhin mit einem Doppelklick in die linke obere Ecke der Fenstertitelleiste schließen, bei Apps funktioniert das hingegen nicht.


Im Folgenden bezeichnen wir klassische Windows-Applikationen als Programme. Als Apps bezeichnen wir diejenigen, bei denen die Modern-UI-Oberfläche zum Einsatz kommt. Denn obwohl die optisch auffällige Trennung zwischen den beiden Welten nicht mehr vorhanden ist, zeigen sich in der Praxis so manche Unterschiede zwischen den beiden Welten.

Das Windows-10-Startmenü macht vieles anders

Seit Windows 95 ist das Startmenü die Kommandozentrale des Betriebssystems. Microsoft hat dafür vor 20 Jahren sogar eine neue Taste auf Tastaturen eingeführt: die Windows-Taste, mit der das Startmenü direkt aufgerufen wird. Außerdem werden darüber systemweite Tastenkürzel zur Steuerung des Betriebssystems realisiert. Die Grundfunktion des Startmenüs ist mit Windows 10 unverändert geblieben: das schnelle Aufrufen von Programmen. Wie auch unter Windows 7 öffnet sich das Startmenü mittels Windows-Taste oder, indem mit der Maus auf den Startknopf gedrückt wird.


Mit der Einführung der Windows-Apps und des Kachelsystems, das aus der Windows-Phone-Welt übernommen wurde und aus Windows 8 bekannt ist, wird das Startmenü verstärkt zu einer Informationszentrale. Wie gut das funktioniert, hängt zum Großteil von der Konfiguration durch den Anwender ab. Etliche Apps können auf den Startmenü-Kacheln aktuelle Informationen anzeigen. So können etwa der aktuelle Wetterbericht, neue Schlagzeilen oder Sportergebnisse direkt im Startmenü eingeblendet werden. Nach Öffnen des Startmenüs stehen diese Informationen sofort bereit, wenn die betreffende Kachel an der passenden Stelle postiert ist.

Die App-Kacheln können als Ersatz für die bisherigen Windows-Gadgets angesehen werden, die seinerzeit noch auf dem Desktop abgelegt werden mussten. Sie waren nur zu sehen, wenn keine Programme im Weg waren. Mit den Kacheln im Startmenü ist das in der Praxis besser gelöst: Der Nutzer sieht die gewünschten Informationen, sobald das Startmenü aufgeklappt ist.

Das Startmenü hat zwei Bereiche

Vom Aufbau her hat sich das Startmenü seit Windows 7 verändert: Die funktionale Zweiteilung ist zwar geblieben, aber anders belegt. Auf der linken Seite sind weiter alle Programme erreichbar und der rechte Bereich dient zum schnellen Programmstart und zur Anzeige von Kachelinformationen. Der rechte Bereich kann vom Nutzer beliebig gestaltet werden. Er kann festlegen, welche Apps dort an welcher Stelle eingeblendet werden. Für die Kacheln gibt es zwar eine Art Raster, aber sie müssen nicht zwingend alle auf der gleichen Höhe sein.


Apps und Programme können via Kontextmenü auf das Startmenü geheftet werden. Das empfinden wir in der Praxis als deutlich einfacher, als das Programm mühsam mittels Drag-and-Drop auf das Menü zu schieben. Leider werden neue Einträge immer ans Ende der Liste gesetzt. Wer das Programm weiter oben angesiedelt sehen möchte, muss das betreffende Icon weiterhin erst mit der Maus an die gewünschte Stelle schieben.

Die Größe des Startmenüs ist variabel

Die Größe des Startbildschirms kann der Nutzer in Grenzen mit der Maus selbst festlegen: Es kann nach rechts und nach oben vergrößert werden. Die Mindest- und Maximalgröße bei der Mausvergrößerung wird aber jeweils vorgegeben. Nur über die Einstellungen kann zudem ein Vollbildmodus aktiviert werden. Hier macht sich wieder ein Logikfehler in der Bedienung bemerkbar. Dann erscheint das Startmenü bildschirmfüllend und konzentriert sich ganz auf die Anzeige der Kacheln. Der linke Bereich des Startmenüs ist ausgeblendet und erst erreichbar, wenn er aufgeklappt wird. Die Liste aller Applikationen ist hinter einem weiteren Menüpunkt verborgen, der direkt aus der Kachelansicht erreichbar ist.


Der Kachelbereich kann auch komplett verschwinden. Allerdings verhindert das Betriebssystem, dass nur der linke Teil des Startmenüs zu sehen ist, sobald auch nur eine Kachel angeheftet wurde. Es müssen also manuell Stück für Stück alle Kacheln entfernt werden. Anschließend kann das Startmenü auf den linken Bereich verkleinert werden, der Kachelbereich verschwindet dann komplett. Hier wäre es angenehmer, wenn der Kachelbereich auch ohne dieses umständliche Prozedere weggeschoben werden könnte.

Im Startmenü läuft noch nicht alles rund

Auch die Größe der Kachel einer App kann vom Nutzer bestimmt werden, bis zu vier Größen stehen zur Wahl. Je nach App können aber auch weniger Größen zur Verfügung stehen. In der kleinsten Größe ist die Live-Funktion nicht nutzbar, das ergäbe aber auch nicht sonderlich viel Sinn, denn der Platz würde kaum ausreichen, um gut erkennbar Informationen innerhalb einer Kachel anzuzeigen. Aber auch bei der nächstgrößeren Kachel kann die Live-Funktion fehlen, wenn die App dies nicht unterstützt.


Ordnerfunktionen stehen im Kachelbereich generell nicht zur Verfügung, es gibt aber Rubriken, um etwas Ordnung zu halten. Eine neue Rubrik kann angelegt werden, indem eine App außerhalb einer bestehenden Rubrik abgelegt wird. Dann erstellt sich eine neue Rubrik, die der Nutzer bequem betiteln kann. Über ein Kontextmenü lassen sich hingegen keine neuen Rubriken anlegen. Die jeweiligen Rubriken lassen sich im Kachelbereich umsortieren. Damit lassen sich größere Programmbereiche mit einem Mal an eine andere Stelle verschieben.

Sperrfunktion ist umgezogen

Im linken Bereich finden sich einige feste Menüpunkte, die nicht einfach mit der Maus verschoben werden können. Neben einem Menüpunkt zum Ausschalten sind das standardmäßig der Eintrag zum Öffnen der Einstellungen, der Datei-Explorer und die Liste mit allen Programmen. An den Datei-Explorer ist ein Kontextmenü geknüpft, über das der Nutzer auf die üblichen Windows-Pfade etwa für Dokumente und Fotos zugreifen kann.


Der Menüpunkt Ausschalten ist künftig nur noch dafür gedacht, den Computer neu zu starten, auszuschalten oder in den Bereitschaftsmodus zu wechseln. Zum Kontenwechsel muss der Nutzer auf den Nutzernamen ganz oben im linken Bereich des Startmenüs klicken. Darüber kann das Gerät gesperrt oder der Benutzer gewechselt werden. Weiterhin ist das auch mit der Tastenkombination Windows-Taste+L möglich.


Über die Einstellungen lässt sich der linke Bereich des Startmenüs konfigurieren. So können die Einträge Einstellungen und Datei-Explorer abgeschaltet werden. Außerdem lassen sich weitere Einträge aktivieren. So können die Verzeichnisse Dokumente, Downloads, Musik, Bilder, Videos und der persönliche Ordner im Startmenü verankert werden. Darüber hinaus sind Verknüpfungen zu den Netzwerkeinstellungen und zur Heimnetzgruppe aus der alten Systemsteuerung möglich.

Die Dokumentenfunktion von Programmen ist halbherzig umgesetzt

An sich zeigen Programme auch weiterhin im Startmenü die damit geöffneten Dokumente an. Allerdings wurde diese Funktion sehr halbherzig implementiert, so dass sich der Nutzer sehr stark an das System anpassen muss, um es weiter zu verwenden. Denn diese Funktion steht nur noch in der Liste "meistverwendet" im linken Bereich zur Verfügung. Die Liste mit maximal fünf Einträgen lässt sich nur eingeschränkt vom Nutzer bestimmen, er kann darin befindliche Einträge nur löschen, aber nicht anheften. In Windows 7 konnte der Nutzer die Menge der Einträge noch festlegen.

Wenn in dieser Liste ein Programm erscheint, dem geöffnete Dokumente zugeordnet sind, zeigt ein Klick auf das Pfeilsymbol die betreffenden Dokumente an. Damit das funktioniert, muss nach der ersten Einrichtung des Systems erst einmal die Meistverwendet-Liste bereinigt werden. Dort befinden sich von Microsoft vorgegebene Apps und blockieren die Liste. Denn erst wenn diese Eintrag für Eintrag entfernt wurden, landen dort neu gestartete Programme.

Die Unfreiheiten des Startmenüs

Aber auch nach diesem Kniff ist noch immer nicht sichergestellt ist, dass die letzten fünf Programme immer in der Liste erscheinen. Denn sobald ein Programm im Kachelbereich angeheftet wird, verschwindet es aus der Meistverwendet-Liste und erscheint dort nicht mehr. Weil die Meistverwendet-Liste auf fünf Einträge beschränkt ist, kann es leicht passieren, dass ein Programm daraus verschwindet, das man dort gerne dauerhaft haben möchte. Dann bleibt dem Nutzer nur, andere Programme aus der Liste Stück für Stück zu löschen.


Unglücklich gelöst ist die Art die Konfiguration des Startmenüs: Der linke Bereich wird über den Starteintrag in den Einstellungen konfiguriert, der rechte Bereich direkt innerhalb des Startmenüs.

Der Startknopf hat ein neues Kontextmenü

Der Startknopf hat ein spezielles Kontextmenü bekommen, das erstaunlicherweise keinen Direkt-Aufruf der neuen Windows-10-Einstellungen erlaubt und das alternativ mit der Tastenkombination Windows-Taste+X aufgerufen werden kann. Darüber können direkt die alte Systemsteuerung und die Computerverwaltung geöffnet werden. Zudem sind einige Kategorien der Systemsteuerung direkt erreichbar und auch die Kommandozeile lässt sich darüber aufrufen. Auch die alte Run-Dialogbox und der neu gestaltete Taskmanager lassen sich darüber öffnen.


Das Windows-10-Startmenü ist weiterhin vor allem auf die Nutzung von Apps mit Kachelunterstützung ausgelegt. Herkömmliche Windows-Programme werden zwar berücksichtigt, aber deutlich schlechter unterstützt. In den Kachelbereich legen sich solche Programme generell nicht, der Anwender muss sie dort bei Bedarf selbst anheften.

Außerdem legen viele klassische Windows-Programme bevorzugt Verzeichnisse in der Startmenü-Struktur ab und sind dann nicht mehr so leicht in der Liste aller Programme zu finden, weil das betreffende Icon nicht auf der Hauptebene zu finden ist. Das passt dann nicht mehr zum übrigen Aufbau des Windows-10-Startmenüs und mindert den Bedienungskomfort. Schade, dass Microsoft das Anlegen von Verzeichnissen nicht verhindert und den Anwender bei der Installation fragt, welche der vorgeschlagenen Verknüpfungen im Startmenü landen sollen.

Der Anwender hat zu wenig Freiheit

Innerhalb solcher Programmverzeichnisse gibt es oft auch Verknüpfungen auf Dokumentationen. Wer diese aus dem Startmenü tilgen möchte, hat einiges vor sich. Denn es ist nicht ohne weiteres möglich, Einträge aus dem Startmenü zu löschen. Das Verschieben von Einträgen ist ebenfalls generell nicht möglich, sie erscheinen nur in alphabetischer Reihenfolge. Zum Löschen des Eintrags kann der Nutzer per Kontextmenü den Pfad im Datei-Explorer öffnen und darüber dann die Verknüpfung löschen. Das ist keine sonderlich elegante Lösung.


Aber auch an anderer Stelle behandelt Windows 10 Programme anders als Apps. Apps lassen sich direkt aus dem Startmenü mittels Kontextmenü und nach einer Sicherheitsabfrage deinstallieren. Bei klassischen Windows-Programmen funktioniert das nicht. Den Kontextmenü-Eintrag gibt es zwar, aber nach Auswahl der Deinstallation öffnet sich dann nur die Programme-Übersicht der Systemsteuerung, in der dann nach dem vorher ausgewählten Programm gesucht werden muss.

Es bleibt etwas unklar, warum sich Windows-Programme auf diesem Weg nicht deinstallieren lassen. Aber wenn das nicht machbar ist, sollte der Hersteller konsequenterweise den Deinstallationsbefehl für diese Programme ausblenden.

Im Kachelbereich lassen sich Laufwerksverzeichnisse anheften. Das ist für Anwender interessant, die viel mit Verzeichnissen arbeiten und dabei selten auf die von Windows vorgegebenen Ordner zurückgreifen wollen. Das geht aber nicht per Drag-and-Drop, sondern nur über das Kontextmenü (anheften an Start).

Zwei neue Symbole für die Taskleiste

Die Windows-10-Taskleiste hat zwei neue Standardsymbole erhalten. Dort wird prominent die Suche mit Cortana-Unterstützung eingeblendet und es gibt eine Umschaltoption für virtuelle Desktops, die wahlweise deaktiviert werden kann. Der Anwender kann sich aussuchen, ob er ein großes Suchfeld in der Taskleiste oder nur ein Suchfeld hat, das weniger Platz einnimmt. Beide Felder sind direkt nach dem Startbutton untergebracht und können nicht an eine andere Stelle verschoben werden.

Auch in der Taskleiste lassen sich Programme bei Bedarf über einen Eintrag im Kontextmenü anheften. Wie bisher auch, können die ersten zehn Tasks mittels Windows-Taste und der betreffenden Zahl aufgerufen werden. Die Zählung beginnt mit der ersten App nach dem Symbol zur Verwaltung der virtuellen Desktops.


Erfreulicherweise sind alle Einstellungen für das Startmenü aus dem Kontextmenü für die Taskleiste verschwunden. Denn es war keineswegs intuitiv, darüber die Konfiguration für das Startmenü zu erreichen. Der Anwender hat die Wahl zwischen großen und kleinen Symbolen; das wird über ein eigenes Dialogfeld eingestellt. Sobald die kleinen Symbole gewählt wurden, verschwindet das Suchfeld und wird in das Such-Icon verwandelt. Nur bei großen Icons kann der Nutzer zwischen Suchfeld und Suchsymbol wählen, aber nicht im gleichen Dialogfeld, sondern direkt im Kontextmenü der Taskleiste.

Einträge in der Taskleiste werden gruppiert

Standardmäßig werden Apps in der Taskleiste wieder gruppiert. Das lässt sich zwar abschalten, aber dann gibt es keine platzsparenden Icons mehr, sobald der Task geöffnet wurde. Wer also nur die Gruppieren-Funktion abschalten möchte, muss weiterhin auf platzsparende Symbole verzichten.


Die Suchfunktion wurde seit Windows 7 erheblich erweitert und umfasst mittlerweile auch die persönliche Assistentin Cortana. Damit lassen sich lokale Daten finden, aber auch Recherchen im Internet anstoßen. Für Tastaturnutzer ist das Suchfeld eigentlich nicht erforderlich. Denn sobald das Startmenü geöffnet ist, kann sofort nach etwas gesucht werden. Das ist gut und intuitiv gelöst. In unserem zweiten Windows-10-Test haben wir uns Cortana noch genauer angeschaut und noch läuft nicht alles rund.

Windows hat erstmals virtuelle Desktops

Eine grundlegende Änderung bringen die virtuellen Desktops von Windows 10. Damit lässt sich die Arbeit besser verwalten und der Nutzer kann bestimmte Arbeitsschritte auf unterschiedliche Desktops verteilen, um eine höhere Übersichtlichkeit zu erlangen. So könnten etwa Programme zur Bildbearbeitung in einem Desktop laufen, während in einem anderen Browser und E-Mail-Programm und wieder in einem anderen die Office-Software läuft.


Die Menge der virtuellen Desktops scheint nicht beschränkt zu sein, bei mehr als 100 virtuellen Desktops haben wir aufgehört. Anwender, die besonders exzessiv mit virtuellen Desktops hantieren, wird stören, dass sie diese nicht mit einem Befehl löschen können, sondern jeden virtuellen Desktop von Hand löschen müssen. Alle virtuellen Desktops überstehen einen Neustart - aber ohne eine geöffnete App.

Bedienung virtueller Desktops noch nicht ideal

Der Wechsel zwischen den virtuellen Desktops und das Anlegen neuer Desktops sind auf verschiedenen Wegen möglich. Optisch auffällig ist das neue Taskansichtssymbol in der Taskleiste, mit dem die Übersicht über die virtuellen Desktops und die darin laufenden Programme geöffnet oder wieder geschlossen werden. Die zugehörige Tastenkombination ist die vertraute Windows- und Tab-Taste, die unter Windows 7 die Übersicht über die laufenden Programme öffnete. Mit der Maus können Tasks in einen anderen Desktop verschoben werden. Auch per Kontextmenü kann ein Programm in einen anderen Desktop gebracht werden.


Die Auswahl eines Programms oder Desktops ist mit den Cursor-Tasten möglich. Dieser Weg ist nicht sonderlich effizient, aber es gibt zwei weitere Tastenkombinationen, um zwischen den Desktops zu wechseln. Als neues Tastenkürzel steht Windows-Taste+Strg und dann die Pfeiltaste nach links oder rechts bereit, um schrittweise zwischen den Desktops zu wechseln. Das direkte Aufrufen eines bestimmten Desktops ist auf diesem Wege allerdings nicht möglich.

Desktop kann mit einem Trick direkt aufgerufen werden

Der direkte Aufruf eines bestimmten Desktops kann aber als Zwischenlösung über die Tastenkürzel für den direkten Taskaufruf realisiert werden. Dazu muss das System entsprechend vorbereitet werden. Es gibt Programme und Apps, die beim Aufruf den betreffenden virtuellen Desktop aufrufen, in dem sie sich gerade befinden. Das gilt aber nicht für jedes Programm, so dass vorher zu prüfen ist, ob das mit den jeweils verwendeten Programmen möglich ist.


Falls das geht, kann somit gezielt ein virtueller Desktop aufgerufen werden. Wer nun beispielsweise den Browser auf die erste Position in der Taskleiste legt und diesen in Desktop eins öffnet, kann den betreffenden Desktop jederzeit mit Windows-Taste+1 öffnen. Wenn dann etwa ein Office-Programm auf die zweite Position gelegt und im zweiten Desktop gestartet wird, öffnet die Tastenkombination Windows-Taste+2 den zweiten Desktop. Dieser kleine Umweg ist wohl nur dann praktikabel, wenn sich der Nutzer ein festes Basissystem aus Programmen und Desktops anlegt. Ansonsten wird es eher schwierig, immer den genauen Überblick darüber zu behalten, welches Programm in welchem Desktop läuft.

Denn in Windows 10 fehlt jedwede Markierung in der Taskleiste. Wenn ein Programm in einem anderen Desktop bereits läuft, muss sich der Nutzer merken, wie die entsprechende Aufteilung ist. In der neuen Übersicht kann mit dem Tastenkürzel Windows-Taste+Strg+D ein neuer Desktop angelegt werden, alternativ ist das auch mit der Maus möglich. Jederzeit kann mittels Windows-Taste+Strg+F4 der aktuelle Desktop geschlossen werden. Darin geöffnete Programme wandern dann automatisch in den benachbarten Desktop links davon. Es wäre wohl auch nicht erwünscht, dass Programme dabei geschlossen würden.

Programme aller virtuellen Desktops sind in der Taskleiste sichtbar

In der Multitasking-Konfiguration in den Systemeinstellungen kann festgelegt werden, dass die laufenden Programme von allen virtuellen Desktops in der Taskleiste erscheinen. Dann sind immer alle laufenden Programme in der Taskleiste sichtbar, dabei fehlt abermals ein Hinweis, wenn ein Task nicht im aktuellen Desktop läuft. Für den Nutzer ist also nicht ersichtlich, welche der Tasks in welchem Desktop laufen. Die Standardeinstellung ist, dass nur die im ausgewählten virtuellen Desktop laufenden Programme in der Taskleiste markiert werden.


Unabhängig davon kann in der Multitasking-Konfiguration das Verhalten der Alt-Tab-Ansicht konfiguriert werden. Standardmäßig erscheinen in der Übersicht nur die Programme des aktiven Desktops, die anderen Applikationen werden ausgeblendet. Falls es gewünscht ist, werden mit Alt-Tab die Programme aus allen virtuellen Desktops angezeigt. Auch an der Stelle vermissen wir eine Markierung, welches Programm in welchem Desktop läuft.

Insgesamt wirkt die Implementierung der virtuellen Desktops noch unfertig. Es fehlen wichtige Statusinformationen, aber insgesamt lässt sich die neue Funktion schon recht gut nutzen und mit den entsprechenden Kniffen sogar halbwegs effizient bedienen. Schade ist, dass sich der Bildschirmhintergrund der einzelnen virtuellen Desktops nicht ändern lässt. Das würde einem die Orientierung vereinfachen.

Info-Center vereint Benachrichtigungen und Schnelleinstellungen

Eine ebenfalls komplett neue Funktion gibt es mit dem Info-Center, das aus der Windows-Phone-Welt übernommen wurde. Es öffnet sich im rechten Bildschirmbereich, wenn entweder das Sprechblasen-Icon in der Taskleiste oder die Tastenkombination Windows-Taste+A betätigt wird. Damit kommen die aus der Smartphone-Welt bekannten Benachrichtigungsfunktionen sowie Schnelleinstellungen in die Windows-Welt.


Im oberen Bereich sieht der Nutzer Nachrichten von Apps oder vom System, die er von dort aus aufrufen kann. Dort landen alle Einblendungen, die kurz angezeigt wurden und auf die der Anwender nicht reagiert hat. Der bisherige Benachrichtigungsbereich in der Taskleiste wird dadurch aber nicht abgelöst. Somit gibt es mit Windows 10 jetzt zwei getrennte Benachrichtigungsbereiche, die unterschiedliche Informationen bereitstellen. Hier wäre es sinnvoller gewesen, das bisherige Windows-Benachrichtigungssystem in das Info-Center zu integrieren. Während das bisherige Benachrichtigungssystem vor allem für Programme gedacht ist, laufen App-Benachrichtigungen über das Info-Center.

Benachrichtigungen lassen sich konfigurieren

Benachrichtigungen können für jede einzelne App auch ganz abgeschaltet werden. Bei Bedarf können alle App-Benachrichtigungen deaktiviert werden. In den gleichen Einstellungen findet sich auch die Konfiguration für den Tray-Bereich der Taskleiste, hier wurden die beiden Bereiche bereits vereint. Der Nutzer kann auswählen, ob die Tray-Icons direkt in der Taskleiste oder im betreffenden Untermenü erscheinen. Ganz ausblenden lassen sich die Icons weiterhin nicht.

Ärgerlicherweise verschenkt Microsoft beim Info-Center viel Potenzial. Denn das betreffende Taskleisten-Icon sieht immer gleich aus, egal, ob ungelesene Benachrichtigungen vorliegen oder nicht. Hier wäre es sinnvoll und eigentlich zwingend, dass das Icon anzeigt, wenn ungelesene Nachrichten vorliegen.

Schnelleinstellungen helfen bei der Steuerung

Neben der Auflistung von Benachrichtigungen dient das Info-Center auch zur Einstellung des Windows-Geräts. So gibt es im unteren Bereich Schnelleinstellungen, um ohne viel Mühe Funktionen zu konfigurieren oder umzuschalten. Standardmäßig sind vier Icons verfügbar, die vom Nutzer anders belegt werden können. Der Bereich mit den Schnelleinstellungen kann aber auch vergrößert werden, dann erscheinen alle Schnelleinstellungen.


Vor allem für Notebooknutzer bringen die Schnelleinstellungen im Info-Center fundamentale Verbesserungen. Darüber kann an zentraler Stelle die Displayhelligkeit konfiguriert, WLAN, Bluetooth oder Standortdienste können umgeschaltet werden. Das Umschalten etwa von WLAN war in Windows 7 oft nur über Spezialprogramme des Geräteherstellers möglich und auf jedem System war es am Ende etwas anders gelöst. Mit dem Info-Center gibt es hier eine willkommene Vereinheitlichung. Die Displayhelligkeit lässt sich in vier Stufen einstellen, einen stufenlosen Regler gibt es hier nicht. Diesen gibt es aber weiterhin im Windows-Mobilitätscenter.

Alternativ zum Info-Center können wie gehabt einige Einstellungen auch über den Tray-Bereich der Taskleiste erledigt werden. Ein Klick auf die betreffenden Icons öffnet etwa die WLAN-Einstellungen, die Lautstärkeregelung oder die Akkukonfiguration, so dass nicht immer der Weg über das Info-Center erforderlich ist.

Neue Windows-Einstellungen existieren parallel zur Systemsteuerung

Eigentlich wollte Microsoft mit Windows 10 eine zentrale Systemkonfiguration einführen. Das Ziel wurde aber zwischenzeitlich auf Eis gelegt, denkbar ist, dass die Vereinheitlichung mit einem späteren Update nachgereicht wird. Es ist bedauerlich, dass Microsoft einer zentralen Kommandozentrale offenbar nur eine geringe Bedeutung beigemessen hat. Denn dadurch wird das System nicht nur an unterschiedlichen Stellen konfiguriert, sondern die betreffenden Dialoge sind auch komplett unterschiedlich gestaltet. Und für den Anwender ist es nicht so leicht nachzuvollziehen, wo welche Einstellung zu finden ist.


Die neuen Einstellungen decken bereits viele Funktionen ab, aber bei weitem nicht alle Einstellungen der Systemsteuerung, so dass bestimmte Optionen zusätzlich gesucht werden müssen. Immer wieder einmal öffnet ein Klick in den Einstellungen ein Windows-7-Dialogfeld aus der alten Systemsteuerung, das wirkt optisch sehr uneinheitlich. Zu allem Überfluss gibt es als dritte Konfigurationsoption noch die Computerverwaltung.

Der PDF-Druckertreiber ist vorinstalliert

Erfreulich ist die Integration eines umfangreichen Rechtemanagements für alle Apps, so dass der Nutzer gezielt Berechtigungen vergeben und auch wieder entziehen kann. Eine weitere Neuerung könnte für viele von Vorteil sein, die PDF-Dokumente erstellen wollen, aber keine zusätzliche Software dafür installieren möchten. Mit Windows 10 lassen sich alle Dokumente nun in ein PDF-Dokument drucken. Den Microsoft-eigenen XPS-Writer gibt es weiterhin.


An Notebooknutzer richtet sich ein spezieller Akkustromsparmodus, der sich entweder automatisch aktiviert oder manuell dazugeschaltet wird. Nach der Aktivierung werden Hintergrunddienste und Benachrichtigungen deaktiviert und die Displayhelligkeit verringert. Bei Bedarf kann der Nutzer einzelnen Apps erlauben, auch im Akkusparbetrieb im Hintergrund weiterzulaufen und Benachrichtigungen zu verschicken.

Die Programmverwaltung ist verworren

Vor allem bei der Verwaltung von Apps und Programmen sowie Windows-Funktionen stört das Fehlen einer zentralen Verwaltungseinheit und führt zu einem Bedienungschaos. In der Programme-Übersicht der Systemsteuerung fehlen generell alle Modern-UI-Apps, nur in der Programme-Übersicht in den Einstellungen werden sowohl Programme als auch Apps aufgeführt. Hier fehlt allerdings eine Filterfunktion, um die beiden doch sehr unterschiedlichen Programmgruppen bei Bedarf auseinanderhalten zu können. Dieser Bereich dient vor allem der Deinstallation nicht mehr benötigter Apps oder Programme.


Ähnliche Probleme treten auch beim An- und Abschalten von Windows-Funktionen auf. Dies ist sowohl in den Einstellungen als auch in der Systemsteuerung möglich. Alle Windows-Funktionen aus der Windows-7-Zeit sind dort untergebracht. In den Einstellungen finden sich hingegen nur die neuen Windows-10-Funktionen wie etwa die Nachinstallation zusätzlicher Wörterbücher für die Bildschirmtastatur, die Handschriftenerkennung oder die Auswahl einer anderen Cortana-Sprache.

Taskmanager und Datei-Explorer wurden überarbeitet

Seit Windows 7 hat Microsoft den Taskmanager überarbeitet, ihn allerdings noch nicht an die Bedürfnisse eines Windows-10-Systems angepasst. Der neue Taskmanager kennt zwei Betriebsmodi. In der Miniansicht werden Systemprozesse ausgeblendet, auch der Datei-Explorer. Das erhöht für den normalen Anwender die Übersicht. Erst in der Maxiansicht sind alle Prozesse zu sehen.


Bei all dem zeigt der Taskmanager bei der Verwendung virtueller Desktops nicht an, welche Applikation in welchem Desktop läuft. Alle Programme erscheinen in einer einheitlichen Liste ohne weitere Unterteilung. Seit Windows 7 wurde der Leistungsmonitor erheblich aktualisiert und es gibt eine Historie zu den installierten Apps, die standardmäßig keine Programme aufführt. Erst wenn die Option aktiviert wird, alle Prozesse anzuzeigen, erscheinen diese zusammen mit allen Systemprozessen.

Neuer Datei-Explorer bringt Komfortgewinn

Auch der Windows Explorer wurde seit Windows 7 erweitert, lässt sich umfangreicher als bisher anpassen und heißt jetzt Datei-Explorer. Er hat Microsofts Ribbon-Oberfläche, so dass häufig benötigte Funktionen kontextabhängig gut erreichbar sind. In der Praxis gewöhnt man sich schnell daran, dass sich die Menüleiste jeweils anpasst. Mit einer Schnellzugriffleiste sind einige oft benötigte Befehle schnell erreichbar. Welche Befehle dort erscheinen, kann der Nutzer festlegen.


So lassen sich Icons zum Anlegen eines Ordners, zum Umbenennen einer ausgewählten Datei oder zu den Dateieigenschaften anlegen. Außerdem stehen verschiedene Rückgängig-machen-Funktionen bereit. Die Toolbar kann wahlweise oberhalb oder unterhalb der Ribbon-Menüs angezeigt werden.

Bei der Ansicht der darzustellenden Dateien kann bequem zwischen zwei Varianten gewechselt werden, der passende Befehl befindet sich rechts unten im Datei-Explorer. Dabei zeigt die eine Darstellung die vom Nutzer bestimmte und die andere ist mit großen Symbolen vorgegeben. Wer etwa vor allem die Detailansicht nutzt, aber mal zwischendurch große Symbole haben möchte, kann dies damit bewerkstelligen.


Auch beim Kopieren von Dateien gibt es ein paar Detailverbesserungen: Wenn jetzt Dateien gleichen Namens im Zielpfad vorhanden sind, gibt es gleich die Vorauswahl, alle Dateien entweder zu ersetzen oder nicht zu kopieren. Erst in einem Untermenü kann für jede Datei einzeln eine andere Möglichkeit ausgewählt werden, das dürfte in der Praxis aber seltener erforderlich sein. Unter Windows 7 war das noch umgekehrt, und es wurde davon ausgegangen, dass der Nutzer für jede einzelne Datei festlegen möchte, wie der Kopiervorgang fortgesetzt wird. Erst mit einem zusätzlichen Häkchen ließ sich die Aktion auf alle Dateien anwenden.

Edge ist Microsofts neuer Browser

Aus dem Datei-Explorer heraus kann über das Dateimenü die bisherige Kommandozeile oder die neue Power Shell aufgerufen werden. Dabei werden diese mit dem jeweiligen Pfad aufgerufen. Der versteckte Weg über den Aufruf des Kontextmenüs bei gedrückter Shift-Taste ist nicht länger erforderlich. Das alles ist deutlich besser gelöst. Eine kleine Sensation gibt es für Fans der Kommandozeile: Endlich kann Text ohne umständliches Menü-Gehampel mittels Strg+V eingefügt werden. Auch die anderen Tastenbefehle für die Zwischenablage funktionieren nun direkt.


Ein gesondertes Sharing-Menü hilft dabei, Dateien an andere weiterzuleiten. Trotz der neu gestalteten Oberfläche des Datei-Explorers sind alle Einstellungen noch im alten Design gehalten, was unpassend wirkt. Unterm Strich ist der neue Datei-Explorer deutlich besser bedienbar als die alte Version aus Windows 7. An den Funktionsumfang separater Dateimanager kommt der Datei-Explorer aber weiterhin nicht heran.

Edge-Browser ist der Nachfolger des Internet Explorers

Mit Windows 10 wird der bisherige Browser Internet Explorer nach außen hin ausgemustert und durch einen neuen Browser namens Edge ersetzt. Jedenfalls findet sich der Internet Explorer nicht mehr prominent im System. Gleichwohl ist er auch in allen Windows-10-Versionen weiterhin vorhanden. Offenbar geht Microsoft davon aus, dass nicht alle Webseiten mit Edge funktionieren werden. Im neuen Browser gibt es einen speziellen Befehl, um eine geladene Webseite direkt im Internet Explorer aufzurufen.

Edge und neue Einstellungen in Windows 10
Edge und neue Einstellungen in Windows 10 (02:18)

Wie andere Browser auch hat Edge eine spezielle Startseite, wenn ein leeres Tab geöffnet ist. Auffällig ist das Fehlen der Adressleiste, der Nutzer wird vor allem auf eine Internetsuchmaschine geleitet. Erst wenn der Nutzer an die Stelle klickt, in der eine Adressleiste vermutet werden kann, öffnet sich diese. Für anspruchsvolle Nutzer dürfte das eher störend sein, andere werden diesen Schritt begrüßen.


Edge verwendet nicht mehr die Trident-Rendering-Engine des Internet Explorers, sondern eine namens EdgeHTML. Viele alte Techniken aus dem Internet Explorer wie ActiveX oder VBScript werden mit Edge nicht fortgeführt. Auch Browser Helper Objects (BHO) verschwinden - darüber ließen sich binäre Erweiterungen wie Browserleisten erstellen.

Nicht alles wird besser

Sowohl der Internet Explorer als auch Edge sind fest ins Betriebssystem implementiert. So verwendet der neue Browser sowohl das in Windows 10 eingebaute Flash-Plugin als auch die PDF-Komponente, so dass sich PDF-Dokumente ohne weitere Software direkt im Browser anzeigen lassen. Edge bietet einen Notizbetrieb, um Webseiten mit Anmerkungen zu versehen und diese an andere weiterleiten zu können. Die Anmerkungen können auch lokal gespeichert werden, aber das nochmalige Editieren der Notizen ist nicht möglich.


Damit sich Webseiten angenehmer lesen lassen, gibt es einen speziellen Lesemodus, der von anderen Browsern ebenfalls bekannt ist. Zudem unterstützt Edge anonymes Surfen, hat eine Kennwortverwaltung und kann Formulare automatisch ausfüllen. Bei der Anzeige von Webseiten ist der Browser schnell. Noch ausführlichere Informationen zu Edge beschreibt der Überblicksartikel auf Golem.de zu den technischen Neuerungen von Windows 10 .

Mehr Apps sind vorinstalliert

Mit Windows 10 gibt es deutlich mehr vorinstallierte Programme als noch zu Windows-7-Zeiten. Hervorzuheben ist etwa die Karten-App, die auch Offlinekarten unterstützt. Damit können Nutzer auch ohne bestehende Internetverbindung die Karten-App verwenden und diese etwa unterwegs auf einem Notebook nutzen. Außerdem gibt es unter anderem einen E-Mail-Client, eine Wecker-App, eine Wettervorhersage, eine Finanzen-App sowie eine Kalender-App und Onenote als Notizprogramm. Vergleichbare Programme fehlten bei Windows 7 noch.


Außerdem wurde der Bildbetrachter überarbeitet, es gibt eine Foto-App und eine Onedrive-App wird mitgeliefert. Windows-Nutzer erhalten darüber 15 GByte kostenlosen Cloud-Speicher, um von anderen Geräten aus auf Dateien in der Cloud zugreifen zu können. Darüber hinaus gibt es die Windows-Store-App, um über Microsofts eigenen Softwareshop Apps und Programme beziehen zu können.

Einiges verschlechtert sich mit Windows 10

Leider muss der Windows-10-Nutzer bezüglich Updates viel Kontrolle aus der Hand geben. Das kann im beruflichen Einsatz zu Problemen führen. Wer die Home-Ausführung von Windows 10 verwendet, muss alle Windows-Updates einspielen und kann diese weder verhindern noch verzögert installieren. Die Home-Ausführung erhalten alle Anwender von Windows 7 Starter und den beiden Home-Ausführungen.


Nutzer von Windows 7 Professional und Ultimate bekommen Windows 10 Pro. Mit dieser Version lässt sich die Updateeinspielung um einige Zeit verzögern. Damit kann verhindert werden, dass ein fehlerhaftes Update das System unbrauchbar macht.

Verfügbarkeit und Fazit

In der Vergangenheit ist es immer mal wieder vorgekommen, dass ein Windows-Patch fehlerhaft war und Anwender nach der Installation ihren Computer nicht mehr ohne weiteres verwenden konnten. Somit steigt für Microsoft die Verantwortung, Windows-Updates oder -Patches besser vor der Verteilung zu prüfen. Denn Sicherheitspatches sind von der Verzögerungsoption generell ausgenommen und werden immer sofort installiert.


Mit dem Wechsel auf Windows 10 verschwinden alle Media-Center-Komponenten aus dem Betriebssystem. Im Zuge dessen kann das Betriebssystem ohne Zusatzsoftware keine DVDs mehr abspielen. Der Nutzer muss sich dann also Zusatzsoftware installieren, wenn er weiterhin DVDs auf dem Computer abspielen möchte. Nach einem Upgrade auf Windows 10 verteilt Microsoft kostenlos eine eigene DVD-Player-App .

Preis und Verfügbarkeit

Für Windows-7-Nutzer gibt es Windows 10 derzeit kostenlos. Microsoft bietet das Gratisupgrade auf das neue Betriebssystem ein Jahr lang an. Nach Ablauf des Jahres kann ein installiertes Windows 10 ohne Aufpreis weiter genutzt werden. Bei Bedarf kann Windows 10 auch neu aufgespielt werden, dazu muss allerdings vorher das Upgrade durchgeführt worden sein. Wer diesen Schritt überspringen will, muss für Windows 10 bezahlen.


Im Electronic Software Download kostet Windows 10 Home 135 Euro. Für Windows 10 Pro werden 280 Euro fällig. Wer Windows 10 vor dem kostenlosen Upgrade erst ausprobieren will, wird dazu die Möglichkeit haben. Microsoft will eine Testversion zur Verfügung stellen. Wer von Windows 10 Home auf die Pro-Ausführung wechseln will, muss ein entsprechendes kostenpflichtiges Upgrade erwerben.

Fazit

Nutzern von Windows 7 können wir den Wechsel auf Windows 10 empfehlen - trotz der vielen kleinen Unstimmigkeiten. Mit Windows 10 erfüllt Microsoft sein Versprechen, mit der Gestaltung des Betriebssystems wieder stärker auf die Anforderungen von Büroarbeitern einzugehen. Das Betriebssystem lässt sich wieder gut mit Tastatur und Maus bedienen, die Abwesenheit eines Touchscreens macht sich nicht negativ bemerkbar.

Das neue Design des Startmenüs ist gelungen und der Nutzer gewöhnt sich schnell daran. Dennoch sollte Microsoft beim Startmenü noch einiges nachbessern, denn so manche Inkonsistenz stört beim täglichen Arbeiten, wenn viel mit Programmen und Apps hantiert wird. Die Einführung des Info-Centers ist sinnvoll und vereinfacht die tägliche Arbeit mit dem Betriebssystem, wobei die gut konfigurierbaren Schnelleinstellungen eine große Hilfe sind.


Mit Windows 10 erhält Microsofts Betriebssystem erstmals direkt eine Unterstützung für virtuelle Desktops, mit denen sich die anstehenden Aufgaben besser als bisher strukturieren lassen. Dieser Schritt war mehr als überfällig, leider ist die Umsetzung noch nicht ganz zufriedenstellend. Mit einigen Kniffen lassen sich aber einige Unzulänglichkeiten beheben. Möglicherweise gibt es hier noch einmal Optimierungen mit einem künftigen Funktionsupdate für Windows 10.

Wünschenswert wäre es, dass Microsoft schon bald sein Ziel umsetzt und die bisherige Systemsteuerung komplett in die neuen Windows-10-Einstellungen integriert. Dann gäbe es ein zentrales Steuerungselement für die gesamte Konfiguration des Betriebssystems. Das Betriebssystem ließe sich so deutlich angenehmer konfigurieren.

Solange es das kostenlose Upgrade auf Windows 10 gibt, sollten Anwender von Windows 7 auf das neue Betriebssystem wechseln. Die wenigen Verschlechterungen und Unstimmigkeiten werden durch die vielen Verbesserungen mehr als aufgewogen. Leider muss der Nutzer bezüglich der Updates viel Kontrolle aus der Hand geben, was viele Nutzer als echte Einschränkung empfinden könnten. Falls Microsoft bei seiner jetzt eingeschlagenen Linie bleibt, werden sich Windows-Nutzer aber langfristig darauf einstellen müssen.


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