• IT-Karriere:
  • Services:

Windows 10: Die tickende DSGVO-Zeitbombe von Microsoft

Unter dem Druck der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) kommt Microsoft den europäischen Kunden peu à peu entgegen. Wenn sich Windows 10 nicht datenschutzkonform nutzen lässt, könnten Behörden auf Open-Source-Programme umsteigen.

Artikel von Christiane Schulzki-Haddouti veröffentlicht am
Die Digitalisierung mit Microsoft stellt Behörden vor Probleme.
Die Digitalisierung mit Microsoft stellt Behörden vor Probleme. (Bild: Brian Snyder/Reuters)

Wenn es in der Öffentlichkeit um Datenschutzskandale geht, sind von den fünf großen US-Konzernen meist Facebook, Google und Amazon betroffen. Doch seit Inkrafttreten der EU-Datenschutz-Grundverordnung hat sich im Hintergrund ein Problem entwickelt, das vor allem Behörden noch in ein schwieriges Dilemma bringen könnte. Was passiert, wenn sich das Betriebssystem Windows 10 und zahlreiche Office-Anwendungen von Microsoft nicht DSGVO-konform nutzen lassen? Auch Microsoft scheint inzwischen den Ernst der Lage erkannt zu haben und versucht, den Europäern entgegenzukommen.

Inhalt:
  1. Windows 10: Die tickende DSGVO-Zeitbombe von Microsoft
  2. Niederlande erreicht Vertragsänderungen
  3. Umstieg auf Open Source?

Knackpunkt der Auseinandersetzung ist die regelmäßige Übertragung von Nutzerdaten in die USA. Aus diesem Grund verlangen die deutschen Datenschutzbehörden in einem in der vergangenen Woche veröffentlichten Prüfschema (PDF) für Windows 10, dass diese Datenübertragung von den Anwendern geprüft und gegebenenfalls unterbunden werden müsse.

So müssten "technische Maßnahmen zur Verhinderung einer unbefugten Übermittlung zum Einsatz kommen". Gleichzeitig stellen die Aufsichtsbehörden mit Verweis auf mehrere Studien fest, dass eine vollständige Unterbindung des Datentransfers "aktuell nicht möglich" sei. Auch könnten die Anwender nicht selbst untersuchen, ob und welche personenbezogenen Daten übertragen werden, da der Datentransfer verschlüsselt sei. Diese Rechtsauffassung bringen die Datenschützer auch im IT-Konsolidierungsprojekt und IT-Planungsrat ein.

Unüberwindbare Hürden

Damit stellen die Aufsichtsbehörden die Verantwortlichen in den Unternehmen und Behörden, die Windows 10 einsetzen wollen, vor Hürden, die sie im Moment nicht überwinden können. Die Datenschützer fordern überdies, dass Unternehmen und Behörden fortlaufend überwachten, ob anlässlich eines Updates erneut eine Prüfung durchgeführt werden müsse. Denn mit den Updates fügt Microsoft neue Funktionen hinzu oder ändert bestehende.

Stellenmarkt
  1. Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Berlin
  2. STRABAG BRVZ GmbH & Co. KG, Köln

Angesichts der verschiedenen Editionen, Konfigurationen und Funktionalitäten scheuen die deutschen Aufsichtsbehörden eine Aussage dazu, ob der Einsatz von Windows 10 rechtskonform erfolgen könne oder nicht und schieben damit den Schwarzen Peter den Anwendern zu. Die verantwortlichen Betreiber in Unternehmen und Behörden müssten eben "das Restrisiko" so minimieren, dass es "tragbar" sei. Jeder soll also das von der Datenschutzkonferenz von Bund und Ländern (DSK) veröffentlichte Prüfschema nehmen und selbst prüfen.

Microsoft begrüßt die "Motivation"

Microsoft-Sprecherin Irene Nadler ist über das Vorgehen offenbar nicht besonders begeistert. Golem.de sagte sie etwas verklausuliert: "Wir befürworten die Motivation des von der DSK veröffentlichten Prüfschemas, Verantwortliche bei der datenschutzrechtlichen Bewertung von Technologielösungen unter Berücksichtigung ihrer individuellen Anforderungen zu unterstützen." Das soll wohl heißen: Das Motiv ist gut, doch das Ergebnis nicht überzeugend.

Nadler zufolge ist es für Microsoft "besonders wichtig", dass alle Produkte und Dienstleistungen geltendem Recht entsprechen. "Nach der Einführung der DSGVO haben wir nicht aufgehört, in den Datenschutz zu investieren", betont sie und verweist auf transparente Richtlinien und Datenschutzverfahren sowie umfassende Neuerungen für Privatanwender und Unternehmen, welche die Transparenz für Kunden weiter erhöhen sollten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Niederlande erreicht Vertragsänderungen 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de
  2. 96,51€

heikom36 10. Feb 2020

Nö - kannst du nicht wissen Hä was - man darf 2x-3x-4x... lesen Ausschreibungen sind...

SchrubbelDrubbel 09. Feb 2020

Also ich hatte 2003 das Fach Linux in der Schule.

Tuxinator 28. Nov 2019

Das Oktavian keine Ahnung von Limux oder dem Projekt hat, ist doch klar ... aber das Du...

VigarLunaris 21. Nov 2019

`...Unter dem Druck der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) kommt Microsoft den...

cpt.dirk 21. Nov 2019

Schade nur, dass aktuell durch EU-Amigos auf EU-Ministerratsebene massive Bestrebungen im...


Folgen Sie uns
       


Command and Conquer Remastered - Test

Nach Desastern wie Warcraft 3: Reforged ist die gelungene Remastered-Version von C&C eine echte Erfrischung.

Command and Conquer Remastered - Test Video aufrufen
Programmierer als Künstler: Von der Freiheit, Neues in Code zu denken
Programmierer als Künstler
Von der Freiheit, Neues in Code zu denken

Abgabetermine und Effizienzansprüche der Auftraggeber drängen viele dazu, Code nach Schema F abzuliefern. Dabei kann viel Gutes entstehen, wenn man Programmieren als Form von Kunst betrachtet.
Von Maja Hoock

  1. Ubuntu Canonical unterstützt Flutter-Framework unter Linux
  2. Complex Event Processing Informationen fast in Echtzeit auswerten
  3. Musik Software generiert Nirvana-Songtexte

Garmin Instinct Solar im Test: Sportlich-sonniger Ausdauerläufer
Garmin Instinct Solar im Test
Sportlich-sonniger Ausdauerläufer

Die Instinct Solar sieht aus wie ein Spielzeugwecker - aber die Sportuhr von Garmin bietet Massen an Funktionen und tolle Akkulaufzeiten.
Von Peter Steinlechner

  1. Wearables Garmin Connect läuft wieder
  2. Wearables Server von Garmin Connect sind offline
  3. Fenix 6 Garmin lädt weitere Sportuhren mit Solarstrom

Mars 2020: Was ist neu am Marsrover Perseverance?
Mars 2020
Was ist neu am Marsrover Perseverance?

Er hat 2,5 Milliarden US-Dollar gekostet und sieht genauso aus wie Curiosity. Einiges ist dennoch neu, manches auch nur Spielzeug.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer


      •  /