Windows 10: Anniversary Update kann Webcams unbrauchbar machen

Nach der Installation des Anniversary Updates für Windows 10 kann es sein, dass die Webcam nicht mehr funktioniert. Einige Anwender berichten, dass etwa bei Videokonferenzen entweder gar kein Bild übertragen werde oder dieses nach wenigen Sekunden einfriere. Der Grund dafür liegt in einer von Microsoft vorgenommenen Änderung am Betriebssystem im Rahmen des Windows-Insider-Programms.
Patch für September geplant
Eigentlich hätten Programmentwickler entsprechende Anpassungen vornehmen müssen, um auf die Änderungen durch das Anniversary Update zu reagieren. Doch das ist vielfach nicht passiert. Nicht einmal der Windows-Hersteller selbst hat das berücksichtigt: Denn Microsofts Video- und Chat-Programm Skype hat mit dem Anniversary Update die gleichen Probleme wie Programme anderer Anbieter.
Microsoft reagiert nun darauf und plant für September 2016 einen Patch(öffnet im neuen Fenster) , mit dem wieder mehr Webcams funktionieren sollten. Mit dem Anniversary Update für Windows 10 können mehrere Programme gleichzeitig auf eine Webcam zugreifen.
Neue virtuelle Kamera macht Probleme
Dazu hat Microsoft eine virtuelle Kamera implementiert, die verhindern soll, dass der gleiche Bildinhalt mehrmals enkodiert wird. Das würde eine unnötig hohe Prozessorbelastung verursachen. Allerdings unterstützt die virtuelle Kamera nur noch das YUV2-Format, sowohl MJPEG als auch H.264 stehen dann nicht mehr bereit. Diese Formate werden allerdings von vielen Webcams verwendet, die derzeit im Einsatz sind.
Das führt zu den aktuellen Problemen, die allerdings schon mindestens seit Juni 2016 in großem Umfang an Microsoft gemeldet wurden(öffnet im neuen Fenster) . Es ist nicht bekannt, weshalb Microsoft darauf nicht reagiert hat, bevor das Anniversary Update veröffentlicht wurde. Erst jetzt will Microsoft mit dem für September angekündigten Patch gegensteuern - zumindest das MJPEG-Format soll dann von der virtuellen Kamera unterstützt werden.
Workaround kann helfen
Die virtuelle Kamera soll auch das H.264-Format beherrschen, die Umsetzung gestalte sich laut Microsoft aber schwieriger als beim MJPEG-Format. Daher ist derzeit nicht bekannt, wann ein Patch diese Funktion nachreicht. Offen bleibt auch hier, weshalb Microsoft die virtuelle Kamera nicht gleich so umgesetzt hat, dass alle drei Formate davon unterstützt werden.
Wer sich nicht so lange gedulden mag, kann es mit einem Workaround(öffnet im neuen Fenster) versuchen. In der Windows-Registry muss dazu ein neuer Wert eingetragen werden: Im Bereich HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\WOW6432Node\Microsoft\Windows Media Foundation\Platform muss ein neuer Eintrage als DWORD angelegt werden. Er muss "EnableFrameServerMode" heißen und den Wert 0 erhalten. Einige betroffene Anwender konnten damit wieder ihre Webcam verwenden, bei anderen half allerdings auch das nicht.



