• IT-Karriere:
  • Services:

Windkraftwerke: Kletterroboter überprüft Windräder

Gefährliche Arbeiten in luftiger Höhe soll ein Roboter dem Menschen abnehmen: Forscher der Fachhochschule Aachen entwickeln einen Roboter, der die Rotorblätter von Windrädern überprüfen und gegebenenfalls reparieren soll.

Artikel veröffentlicht am ,
Modell des Wartungsroboters Smart: trockener und windgeschützter Arbeitsraum
Modell des Wartungsroboters Smart: trockener und windgeschützter Arbeitsraum (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Majestätisch stehen Windkraftanlagen in der Landschaft und vor den Küsten - rund 25.000 der Windräder gibt es inzwischen in Deutschland. Bis zu 140 Meter sind die Türme hoch. Die Aussicht ist von dort oben zwar toll, als Arbeitsplatz sind sie jedoch gefährlich - vor allem auf See. Wissenschaftler der Fachhochschule Aachen entwickeln derzeit einen Roboter, der in Zukunft die Wartung der Rotoren übernehmen soll. Das Konzept stellen sie auf der Hannover Messe am Stand des Landes Nordrhein-Westfalen (Halle 2, Stand B30) vor.

  • Modell des Wartungsroboters Smart an einem Windrad. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Der Roboter soll künftig die Rotorblätter der Windräder überprüfen und reparieren. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Modell des Wartungsroboters Smart an einem Windrad. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Stellenmarkt
  1. Deutsches Dialog Institut GmbH, Frankfurt am Main
  2. ING-DiBa AG, Frankfurt

Seiner Aufgabe gemäß heißt der Roboter Smart - was in diesem Fall eine Abkürzung für Scanning, Monitoring, Analysing, Repair and Transportation ist. Das System bestehe aus zwei Teilen: einer Arbeitskabine und einem Kletterantrieb, sagt Josef Schleupen im Gespräch mit Golem.de. Der Antrieb soll die Arbeitskabine möglichst schnell auf die Höhe des Rotorblattes bringen. Es bleibe normalerweise nur sehr wenig Zeit, um an einem Blatt zu arbeiten. Deshalb sei es wichtig, den Aufstieg möglichst kurz zu halten.

Ein trockener Arbeitsraum in luftiger Höhe

Die Kabine besteht aus zwei Teilen, die auf einem Ausleger sitzen. Erreicht der Roboter die Arbeitshöhe, fahren die Kabinenteile auf dem Ausleger bis zum Rotorblatt und schließen sich darum. So entsteht ein Arbeitsraum, der gegen Umwelteinflüsse abgeschirmt ist: Der Raum ist windgeschützt und Regenwasser, das an dem Blatt herunterfließt, wird abgeleitet. Zudem halten die Kabinenhälften das Rotorblatt fest, damit es nicht unter der Windlast vibriert, die darauf wirkt.

Techniker könnten also unabhängig von der Witterung oder der Tageszeit an der Anlage arbeiten - zurzeit sind Reparaturen in der Nacht oder im Winter nicht möglich. Allerdings planen Forscher einen unbemannten Betrieb: Sie wollen Serviceroboter entwickeln, die die Rotorblätter autonom auf Schäden, etwa durch Blitzschlag oder Frost, überprüfen und diese falls nötig direkt beheben.

Schäden früher erkennen und vor Ort beheben

So sollen Probleme an einem Rotorblatt frühzeitig erkannt und bearbeitet werden, bevor das Windrad ausfällt. Doch auch wenn nämlicher Fall eintritt, soll der Roboter Vorteile bieten: Aktuell muss das Blatt dann abgebaut und auf dem Boden repariert werden. "Wir versuchen, die Technologien, die in der Halle angewendet werden können, ans Blatt zu bekommen", sagt Schleuper. Ein Schaden ließe sich also möglicherweise ohne Abbau beheben.

Der Roboter soll modular aufgebaut sein. So soll es beispielsweise verschieden große Ausleger geben - bei kleineren Anlage beträgt der größte Abstand zwischen Turm und Blatt 7 bis 8 Meter. Bei großen Anlagen kann er 18 Meter groß sein. Die Bänder, mit denen die Antriebseinheit den Turm umschließt, können an dessen Umfang angepasst werden. Der Roboter steigt auf, indem er die Bänder lockert, nach oben versetzt und sich hochzieht.

Greifer erspart Kran

Schließlich soll die Kabine durch einen Greifer ersetzen werden können. Muss ein Blatt abgebaut werden, kann der Greifer es zum Boden und später wieder zurück in luftige Höhen bringen. Das soll den teuren und aufwendigen Einsatz eines Krans ersparen.

Bis dahin wird es aber noch einige Zeit dauern: Das Projekt sei im September 2014 gestartet, sagt Schleupen. Einen Demonstrator des Aufstiegsmoduls wollen die Forscher Anfang 2016 fertigstellen. Das Projekt, das für die Ausstattung der Arbeitskabine zuständig sein wird, ist noch in der Genehmigungsphase.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • ohne Tracking
  • mit ausgeschaltetem Javascript


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,99€
  2. 4,26€
  3. (-56%) 17,50€
  4. 0,99€

Folgen Sie uns
       


Apple iPad 7 - Fazit

Apples neues iPad 7 richtet sich an Nutzer im Einsteigerbereich. Im Test von Golem.de schneidet das Tablet aufgrund seines Preis-Leistungs-Verhältnisses sehr gut ab.

Apple iPad 7 - Fazit Video aufrufen
Frauen in der IT: Ist Logik von Natur aus Männersache?
Frauen in der IT
Ist Logik von Natur aus Männersache?

Wenn es um die Frage geht, warum es immer noch so wenig Frauen in der IT gibt, kommt früher oder später das Argument, dass Frauen nicht eben zur Logik veranlagt seien. Kann die niedrige Zahl von Frauen in dieser Branche tatsächlich mit der Biologie erklärt werden?
Von Valerie Lux

  1. IT-Jobs Gibt es den Fachkräftemangel wirklich?
  2. Arbeit im Amt Wichtig ist ein Talent zum Zeittotschlagen
  3. IT-Freelancer Paradiesische Zustände

Fritzbox mit Docsis 3.1 in der Praxis: Hurra, wir haben Gigabit!
Fritzbox mit Docsis 3.1 in der Praxis
Hurra, wir haben Gigabit!

Die Fritzbox 6591 Cable für den Einsatz in Gigabit-Kabelnetzen ist seit Mai im Handel erhältlich. Wir haben getestet, wie schnell Vodafone mit Docsis 3.1 tatsächlich Daten überträgt und ob sich der Umstieg auf einen schnellen Router lohnt.
Ein Praxistest von Friedhelm Greis

  1. Nodesplits Vodafone bietet 500 MBit/s für 20 Millionen Haushalte
  2. Sercomm Kabelmodem für bis zu 2,5 GBit/s vorgestellt
  3. Kabelnetz Die Marke Unitymedia wird verschwinden

Gardena: Open Source, wie es sein soll
Gardena
Open Source, wie es sein soll

Wenn Entwickler mit Zeitdruck nach Lösungen suchen und sich dann für Open Source entscheiden, sollte das anderen als Vorbild dienen, sagen zwei Gardena-Entwickler in einem Vortrag. Der sei auch eine Anleitung dafür, das Management von der Open-Source-Idee zu überzeugen - was auch den Nutzern hilft.
Ein Bericht von Sebastian Grüner

  1. Linux-Kernel Machine-Learning allein findet keine Bugs
  2. KernelCI Der Linux-Kernel bekommt einheitliche Test-Umgebung
  3. Linux-Kernel Selbst Google ist unfähig, Android zu pflegen

    •  /