Windkraft: Stehend drehend

So ziemlich alle Windkraft-Anlagen haben horizontale Drehachsen. Dennoch gibt es immer wieder Maschinen, deren Flügel in der Aufrechten rotieren. Was soll das?

Artikel von Daniel Hautmann veröffentlicht am
Schwimmendes Vertikalachswindrad: etwa 1.500 Jahre altes Konzept
Schwimmendes Vertikalachswindrad: etwa 1.500 Jahre altes Konzept (Bild: Seatwirl)

Schon mal ein Windrad gesehen, dessen Flügel sich aufrechtstehend drehen? Nein? Kein Wunder. Denn so ziemlich alle Anlagen folgen ein und demselben Konzept: drei Flügel, die sich, genau wie bei einem Propellerflugzeug, auf der dem Wind zugewandten Seite drehen. Dieser Anlagentyp hat sich millionenfach in aller Welt bewährt.

Inhalt:
  1. Windkraft: Stehend drehend
  2. Problem gelöst?
  3. Zwei Fliegen mit einer Klappe

Vertikal-Windkraftwerke sehen ganz anders aus. Ihre Flügel rotieren ähnlich wie ein umgedrehter Quirl. Tatsächlich folgte eine der ältesten bekannten Windenergieanlagen diesem Konzept. Die Persische Windmühle wurde vermutlich ab dem siebten Jahrhundert zum Kornmahlen gebaut. Sie wurde nah am Boden errichtet, hatte also keinen Turm. Ihre Flügel bestanden aus hölzernen, mit Stoff bespannten Gerüsten.

Das Rad neu erfinden

Obgleich die sogenannten Horizontalläufer die Welt erobert haben, gibt es immer wieder Ingenieure, die das Rad neu erfinden, beziehungsweise zurück zum Vertikalachser wollen. Schließlich hätten diese enorme Vorteile, behaupten sie. Der wichtigste: Die Anlagen müssen dem Wind nicht aufwendig nachgeführt werden, da sie aus jeder erdenklichen Richtung ideal angeströmt werden. Das prädestiniere sie für böige Standorte.

In der Tat: Kleine Vertikalmaschinen sieht man gelegentlich auf Gebäudedächern, wo der Wind recht unbeständig ist. Auf der Hamburger Greenpeace-Zentrale stehen drei Vertikalanlagen. Doch ihre Flügel stehen meist still. Über den Grund kann man nur spekulieren. Die Wartungskosten seien zu hoch. Es gebe bauliche Mängel, zudem wirtschaftliche Probleme, wird gemunkelt. Was immer der Grund sein mag, klar ist: Die drei prominent platzierten Maschinen sind denkbar schlechte Botschafter für die Vertikaltechnologie.

Stellenmarkt
  1. Teamleitung (m/w/d) Projektmanagement / Implementierung
    i-SOLUTIONS Health GmbH, Bochum
  2. IT-Administrator (m/w/d) Schwerpunkt Anwendungsbetreuung
    Dr. Mach GmbH & Co. KG, Ebersberg
Detailsuche

Dass sich Vertikalachser bisher nicht durchsetzen konnten, liege an ihrem prinzipbedingt schlechteren Wirkungsgrad, sagen die Kritiker. Während bei einer konventionellen Windturbine alle Rotorblätter gleichzeitig vom Wind angeströmt werden, muss bei aufrechtstehenden Rotoren stets mindestens ein Flügel gegen den Wind ankämpfen. "Physikalisch sind Vertikalachsen-Windturbinen daher um mindestens 30 Prozent leistungsschwächer als die heute üblichen Horizontalachsenläufer", sagt Windenergieexperte Heiner Dörner vom Institut für Flugzeugbau an der Universität Stuttgart.

Diesem Argument begegnen die Befürworter mit dem Einwand, dass es nicht immer um die Effizienz gehe, sondern vielmehr um die Kosten je erzeugter Kilowattstunde Strom. Einer dieser Befürworter ist Patrick Richter, Geschäftsführer des 2010 in der Schweiz gegründeten Unternehmens Agile Wind Power.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Problem gelöst? 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Raumfahrt
SpaceX-Rakete stürzt voraussichtlich im März auf den Mond

Ob sich Elon Musk so die erste Ankunft einer SpaceX-Rakete auf dem Mond vorgestellt hat?

Raumfahrt: SpaceX-Rakete stürzt voraussichtlich im März auf den Mond
Artikel
  1. Beyond100: Bentley investiert massiv in Elektroautos
    Beyond100
    Bentley investiert massiv in Elektroautos

    Bentley plant, bis 2030 komplett auf Elektroantrieb umzustellen. Schon ab 2025 kommen E-Autos der Marke auf den Markt.

  2. G413 SE, G413 TKL SE: Logitech bringt zwei mechanische Tastaturen für weniger Geld
    G413 SE, G413 TKL SE
    Logitech bringt zwei mechanische Tastaturen für weniger Geld

    Normalerweise sind mechanische Tastaturen von Logitech sehr teuer - nicht so die G413 SE und TKL SE. Die verzichten dafür auf RGB.

  3. Jahresergebnis: Tesla macht 5,5 Milliarden US-Dollar Gewinn
    Jahresergebnis
    Tesla macht 5,5 Milliarden US-Dollar Gewinn

    Tesla hat 2021 einen Rekordgewinn erzielt, auch das vierte Quartal ist gut gelaufen. So viele Autos wie 2021 hat Tesla bislang noch nie verkauft.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3090 24GB 2.349€ • RTX 3070 Ti 8GB 1.039€ • 1TB SSD PCIe 4.0 127,67€ • RX 6900XT 16 GB 1.495€ • Razer Gaming-Tastatur 155€ • LG OLED 65 Zoll 1.599€ • Razer Gaming-Maus 39,99€ • RX 6800XT 16GB 1.229€ • GOG New Year Sale: bis zu 90% Rabatt • Razer Gaming-Stuhl 179,99€ [Werbung]
    •  /