Problem gelöst?

Richter will der Vertikaltechnik zum Durchbruch verhelfen. Mit seinem Team hat er in den vergangenen Jahren einen Vertikalachser entwickelt und zur Reife gebracht, wie er sagt. Der Prototyp der Maschine namens Vertical Sky A32 wird gerade auf einem Windtestfeld in Grevenbroich installiert. Ab Herbst soll er ausgiebig getestet und zertifiziert werden. Die Anlagendaten beeindrucken: 105 Meter hoch, 32 Meter Durchmesser, 750 Kilowatt Nennleistung.

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"Vertikalläufer machen eigentlich nur Probleme", sagt Richter. "Wir haben dies gelöst. Unsere Kerntechnologie, eine robuste Echtzeit-Rotorblatt-Pitch-Steuerung, justiert die Rotorblätter permanent." Jedes Rotorblatt soll also live einzeln verstellt und der Anströmwinkel permanent angepasst werden. Das erledigt ein getriebeloser Synchron-Permanentmagnet-Motor, der bis zu 30.000 Newtonmeter leistet, was grob dem Drehmoment von 200 Fiat Panda entspricht.

Richter will mit seiner Anlage Standorte erschließen, die für Windturbinen bislang tabu sind: "Unsere Anlage ist sehr leise. Dadurch kann sie näher an besiedelte Gebiete gebaut werden." Zudem könne man die Maschine ohne Sondertransporte und Spezialkran installieren. Die Schweizer fokussieren sich auf die Direktbelieferung von Gemeinden oder Industrie. Die Kilowattstunde wollen sie für fünf bis sieben Cent produzieren. Windkraft-Professor Po Wen-Cheng von der Universität Stuttgart kann der Anlage einiges abgewinnen, ist aber skeptisch: "Mit der periodischen Blattverstellung haben die Schweizer das Konzept verbessert. Es bleibt aber abzuwarten, ob es auch wirtschaftlich und in Sachen Schall vorteilhaft ist. Die Vertikalwindkraft bleibt ein schwieriges Thema."

Raus aufs Meer

Während sich die Eidgenossen auf das Binnenland konzentrieren, wollen andere Hersteller mit ihren Vertikalachsern aufs offene Meer. Fast schon ein Veteran diesbezüglich ist Steven Peace, Chef des britischen Unternehmens Vertax Wind Ltd. Vertax will schon seit fast zehn Jahren ein Windrad bauen, das leistungsmäßig an die dreiflügeligen Spitzenreiter herankommt: 10 Megawatt. Peace zeigte sich im Interview schon vor Jahren von Vertikal-Windrädern überzeugt: Die Anlagen seien preiswerter und robuster. Mit dem Vertikalkonzept sei es einfacher, große Anlagen zu bauen.

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Und so sieht sein Traum aus: Die 110 Meter langen Rotorblätter haben über ihre gesamte Länge das gleiche Profil und werden in je 12 Meter langen Einzelteilen gebaut. Die Blattsegmente könnten in praktisch jeder Hinterhofwerkstatt gefertigt und mit normalen Lkw zur Kaikante transportiert werden.

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