Windhawk vorgestellt: Windows 11 wie Windows XP oder Linux aussehen lassen
Windows 11 ist sicher ein umstrittenes Betriebssystem. Im Vergleich zu Windows 10 ist es vor allem einschränkender, da es mehr RAM, ein aktiviertes TPM-2.0-Modul, Secureboot und eine relativ aktuelle CPU benötigt. Schlussendlich basiert es aber auf dem beliebten Vorgänger und kann wie dieser mit diversen Mods angepasst werden. Das macht Individualisten und DIY-Enthusiasten Freude.
Eine der bekanntesten Mods für Windows 10 und Windows 11 ist Windhawk(öffnet im neuen Fenster) . Dabei handelt es sich um eine Art Marktplatz, der viele weitere Anpassungen unter einer App zusammenfasst. Die Windhawk-Community besteht aus mehreren Tausend Mitgliedern und neue Mods werden in unregelmäßigen Abständen hinzugefügt.
Über das Dashboard der App können wir diverse Module herunterladen. Windhawk selbst ist dabei nur eine Verwaltungsapplikation, die eigentlichen Module werden von der Community auf Github hinterlegt. Dabei handelt es sich beispielsweise um XAML-Projekte, mit denen sich grafische Elemente von Windows 11 optisch anpassen lassen.

Windhawk bietet ab Werk bereits einige vorinstallierte Varianten der verschiedenen Module an. Weitere Varianten können wir auf Gitbub herunterladen und über die App importieren oder sogar selbst erstellen.
Eigene Mods schreiben
Windhawk implementiert dafür eine integrierte Entwicklungsumgebung. Hier können wir eine Mod in C++ schreiben und auch direkt kompilieren und testen. Öffnen wir ein neues Projekt, werden einige Werte bereits vorformatiert eingetragen. Hier findet sich als Quelltextkommentar auch ein Link zu einer Anleitung, die uns durch den Mod-Erstellungsprozess führt. Unter anderem müssen Interessenten hier auf die richtige Formatierung für Metadaten und auf andere Dinge achten.
Wollen wir uns nicht so viel Arbeit machen, bietet Windhawk wie erwähnt auch einige vorgefertigte Designs. Dazu müssen wir uns allerdings erst einmal ein Modul herunterladen. Das ist in der Home-Sektion möglich. Hier finden wir diverse Windows-11-Anpassungen, die etwa die Taskleiste, das Startmenü, das Benachrichtigungsfenster und weitere Elemente des Betriebssystems anpassen.
Standardmäßig werden Mods nach ihrer Beliebtheit und Bewertung sortiert. Zu den beliebtesten Elementen gehören vor allem die optischen Anpassungen. Windhawk bietet aber auch einige Tools für Komfortfunktionen an. Das Modul Slick Window Arrangement ermöglicht es uns etwa, geöffnete Fenster schnell und einfach nebeneinander zu sortieren. Dabei fixieren sich Fenster per Drag and Drop direkt an der Kante eines anderen Fensters – praktisch!
Nicht alle Mods sind noch aktuell
Eine weitere Mod ist Taskbar Labels, welche in Kombination mit der Mod Disable Grouping on Taskbar einige in Windows 10 beliebte Features für Windows 11 bringt. Dabei können Apps in der Taskbar nebeneinander und nicht gestapelt angezeigt werden. Mit Better File Sizes können die Dateigrößen von Ordnern in MByte, MiByte, GByte, GiByte und anderen Einheiten angezeigt werden. Das native Windows kann nur die Dateigrößen von Dateien, nicht aber von Ordnern anzeigen.
Einige dieser Features hat Microsoft mit neueren Windows-11-Versionen nativ eingebaut. Das gilt beispielsweise für das Gruppieren oder einzelne Anzeigen von Elementen auf der Taskleiste. Andere Funktionen fehlen in Windows 11 bis heute, weshalb eine App wie Windhawk bei einigen Bastlern so beliebt ist.
Die Anpassungen funktionieren in den meisten Fällen ganz gut, wenn auch nicht perfekt.
Genug RAM sollte vorhanden sein
Windhawk ist eine tolle Spielwiese, um diverse Features und Designelemente in Windows 11 nach den eigenen Wünschen anzupassen. Wer wollte nicht schon immer die Windows-XP-Optik zurückhaben? Wir sollten dabei allerdings auf einige Dinge achten. Zwar werden einige Elemente des OS verändert, im Detail kann es aber zu merkwürdigem Verhalten kommen.
Bleiben wir beim Beispiel der GUI. Wir haben mittels Windows 11 Start Menu Styler unser klassisches Startmenü in eine an Linux erinnernde neue Anzeige umgeändert. Hier können wir wie gewohnt Verknüpfungen zu diversen Apps finden und sie von dort aus starten. Nutzen wir allerdings die Suchfunktion, die für uns auch wichtig ist, dann wechselt die UI auf das Standard-Windows-11-Design. Offensichtlich fehlen bei dieser Mod ein paar Elemente.
Obwohl wir etwa ein halbes Dutzend Mods mit Windhawk verwalten, haben wir bisher aber keine schwerwiegenden Bugs oder Abstürze bemerkt. Das überrascht uns. Vielleicht haben wir aber auch einfach zu viele Bethesda-Spiele mit aktivierten Mods gespielt. Wir sollten allerdings darauf achten, dass wir stets genug Arbeitsspeicher zur Verfügung haben.
Zugriff auf Systemressourcen
Im Task-Manager werden Windhawk und dessen aktivierte Module unter dem Prozess VSCodium (32 Bit) zusammengefasst. Bei Benutzung haben wir maximal 100 MByte Arbeitsspeicherbelegung gemessen. Das ist nicht unbedingt viel, könnte bei zu vielen Mods aber zu einem Problem werden. Zudem benötigen Mods eine gewisse CPU-Zeit, was gerade unter Vollauslastung die Systemperformance geringfügig verringern kann.
Nicht genutzte Mods lassen sich deshalb über die Windhawk-GUI auch wieder abschalten oder zunächst deaktivieren. Alle Mods werden auf der Landing Page aufgelistet und können von dort im Detail eingestellt werden. Hier ist es zudem möglich, aus den diversen GUI-Designs zu wählen, die bereits vorinstalliert sind, oder ein eigenes Design zu importieren.
Bei einigen Mods ist es zudem notwendig, dass Windhawk Zugriff auf teilweise essenzielle Windows-Dienste hat. Dies kann in den Einstellungen der App unter Mehr erweiterte Einstellungen festgelegt werden. So benötigt die Mod Aerexplorer Zugriff auf die Svchost.exe. Die Mod kann den File Explorer wie die Pendants anderer Windows-Betriebssysteme wie Windows Vista oder Windows 7 aussehen lassen.
Auf Sicherheit achten
Durch den teilweise umfassenden Zugriff auf Windows-Systemdateien geht man mit den Mods auch ein gewisses Risiko ein. Theoretisch können Mod-Ersteller schädlichen Code bei Opfern einschleusen. Außerdem könnten fehlerhafte Module auch zu Stabilitätsproblemen oder anderen Bugs führen. Windhawk gibt deshalb stets deutliche Hinweise, dass User beim Herunterladen von Modulen vorsichtig sein sollten. Ab Werk erlaubt das Programm zudem keinen Zugriff auf Systemdienste. Deshalb muss dieser manuell gewährt werden.
Windows 11 ist zwar bereits seit einigen Jahren auf dem Markt. Viele Funktionen sind allerdings entweder noch nicht implementiert oder wurden komplett gestrichen. Mittels Apps wie Windhawk können User zumindest ein paar Features zurückbringen oder komplett neue Funktionen hinzufügen. Die App ist definitiv einen Blick wert – und sei es nur, um zu sehen, wie Windows 11 in Windows-XP-Optik aussieht. Nostalgiealarm!
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