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Windenergie: Wie umweltfreundlich sind Offshore-Windparks?

Windturbinen auf hoher See liefern verlässlich grünen Strom. Frei von Umwelteinflüssen sind sie aber nicht. Während die eine Tierart profitiert, leidet die andere. Doch Abhilfe ist in Sicht.

Ein Bericht von Daniel Hautmann veröffentlicht am
Offshore-Windpark Riffgat bei Borkum: reiches Nahrungsangebot für Robben
Offshore-Windpark Riffgat bei Borkum: reiches Nahrungsangebot für Robben (Bild: EWE)

Vergnügt schwimmt eine Robbe durch einen der zahlreichen Offshore-Windparks in der Deutschen Bucht. An einem der stählernen Türme taucht sie ab, Minuten später zeigt sie sich mit einem dicken Fisch zwischen den Zähnen wieder an der Oberfläche. Die Robbe weiß ganz genau: In den Windfarmen gibt es etwas zu fressen.

Inhalt:
  1. Windenergie: Wie umweltfreundlich sind Offshore-Windparks?
  2. Keine Erkenntnisse über Vogelschlag

Warum sich in den Meereswindfarmen Tiere tummeln, weiß der Biologe Georg Nehls, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Bioconsult in Husum: "In den Windparks gilt ein Fischereiverbot. Davon profitieren die Fische. Auch benthische Lebewesen, also solche, die am Meeresboden leben, etwa Krebse und Hummer, besiedeln die neuen Lebensräume. An manchen Fundamenten hängen zehn Tonnen Muscheln."

Vor einer zerstörerischen Kraft bewahren die Windparks die Meere gar: der Schleppnetzfischerei. Vor allem in der Nordsee wird diese Art der Fischerei seit Jahrzehnten intensiv betrieben. Schiffe ziehen dabei schwere Netze über den Grund und machen alles platt. "Die bodenberührende Schleppnetzfischerei hat in der Nordsee massive Auswirkungen. Da es in den Parks keine Fischerei gibt, werden dort Flächen geschont", sagt Nehls.

Auch der Hummer fühlt sich in den Windparks wohl. Das bedrohte Tier profitiert von den künstlich geschaffenen Steinriffen, die an den Fundamenten der Windräder aufgeschüttet werden. Im Windpark Riffgat, vor der Nordseeinsel Borkum, wurden tausende Tiere ausgewildert, diese beobachten die Forscher inzwischen auch in anderen Offshore-Parks.

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Die Offshore-Windparks sind gewissermaßen die Kinderstube. So gesehen sind sie ein Segen: Bereits heute ist ein Drittel der Nordsee als Meeresschutzgebiet ausgewiesen. Wenn jetzt noch alle geplanten Windparks hinzukommen, ist die Hälfte der Nordsee für den Fischfang gesperrt. Das würde vielen Arten eine dringend nötige Verschnaufpause verschaffen.

Ob das den Fischern gefällt, steht auf einem anderen Blatt."Dann wird es eng für die", konstatiert Nehls. In manchen Ländern, etwa Großbritannien oder in den Niederlanden, überlegt man deshalb, Naturschutzansprüche und Offshore-Windenergie zu kombinieren und Windparks dort zu errichten, wo ein Fischereiausschluss für den Meeresschutz besonders wichtig ist. "Ein interessanter Gedanke", findet Nehls.

Doch die Offshore-Windkraft hat nicht nur positive Seiten.

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Keine Erkenntnisse über Vogelschlag 
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EGMU 30. Jul 2018

Jahrzehntelang hat sich die Energiehungrige Industrie vor allem dort angesiedelt, wo es...

Anonymer Nutzer 17. Jul 2018

Stimmt! Darfst dich angesprochen fühlen ;)

Anonymer Nutzer 16. Jul 2018

Selbstverständlich. Und wie sieht es mit Ihnen aus? Wieso blicken Sie nicht einfach ein...

Anonymer Nutzer 13. Jul 2018

Hast du an dem (Wahrheitsgehalt des) Video(s) etwas auszusetzen!? Ich finde es sehr...

Anonymer Nutzer 12. Jul 2018

Übrigens glaube ich, dass durch die neuen Stromtrassen keine einzige kWh (notwendige...


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