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Keine Erkenntnisse über Vogelschlag

"Negative Auswirkungen beobachten wir hauptsächlich bei Meeressäugern und Vögeln", sagt Nehls. Generell müsse man zwischen der Errichtungsphase und dem Betrieb trennen: Beim Rammen der Fundamente beobachteten die Wissenschaftler in der Vergangenheit eine starke Störwirkung für den Schweinswal. Doch die Schallminderungsmaßnahmen wie Blasenschleier seien mittlerweile sehr effektiv. Seither gäbe es nur noch geringe Störungen, sagt Ursula Prall, Juristin und Vorstandsvorsitzende der Stiftung Offshore-Windenergie: "Inzwischen werden die Werte eingehalten."

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Was jedoch noch Sorgen bereitet und relativ unerforscht ist, ist die Wirkung der gigantischen Windparks auf die Vogelwelt. "Was die Vögel angeht, beobachten wir mitunter einen starken Einfluss. Die Sterntaucher etwa meiden die Parks großräumig. Wir nehmen an, dass es die optische Präsenz der Anlagen ist", sagt Nehls.

Ein anderes Thema ist der sogenannte Vogelschlag. Wie viele Vögel tatsächlich von den Flügeln der Windturbinen getötet werden, ist unbekannt. "Man weiß viel zu wenig. Die toten Tiere bleiben ja nicht unter der Anlage liegen, wie es Onshore der Fall ist. Das macht es schwierig", sagt Nehls. Die Forscher vermuten, dass die Beleuchtung der Anlagen die Tiere anzieht. Das Phänomen kennt man von Hochseeschiffen und Leuchttürmen. Inzwischen wird daher über die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung der Windräder nachgedacht. An Land wird das bereits praktiziert: Die Lichter gehen nur an, wenn tatsächlich Schiffe oder Flugzeuge in der Nähe sind. Über Transponder kommunizieren beide Parteien.

Größere Windparks sind weniger aufwendig

Einig sind sich die Forscher über die Größe der Windparks und einzelnen Anlagen. Ihr Fazit: Je größer, desto besser. Größere Maschinen brauchen auch nur ein Installationsschiff, ein Fundament und ein Anschlusskabel. Also ist die Installation eines 9-MW-Windrads einfacher als die von drei 3-MW-Anlagen. Auch der Wartungsaufwand wird reduziert. Aber auch die Umwelt profitiere, sagen die Fachleute: Größere Anlagen haben einen höheren Durchlauf. Das ist der Abstand zwischen Wasseroberfläche und Flügelspitze. Ein großer Abstand sei besonders für die dicht über der Wasseroberfläche fliegenden Seevögel günstig.

Einen Schritt weiter ist man an Stellen, die man gar nicht sieht: der Verkabelung. Das sogenannte "2K-Kriterium" regelt, wie viel Wärme die parkinternen und -externen Verkabelungen in den Meeresboden eintragen dürfen: nämlich maximal zwei Grad auf 20 Zentimeter Meeresbodentiefe. Je mehr Strom durch die Kabel fließt, desto wärmer werden sie. Gegebenenfalls müssen die Anlagen gedrosselt werden. Messungen legen nun nahe, dass man bislang zu konservativ gerechnet hat: "Man kann vermutlich mehr Strom abführen, als bislang gedacht", sagt Prall.

In einer Disziplin sind die Windkraftwerke indes unschlagbar gut: beim Klimaschutz. Ende 2017 waren in deutschen Gewässern Turbinen mit insgesamt 5.300 Megawatt am Netz. Alle Turbinen zusammen erzeugten im Laufe des Jahres rund 18 Milliarden Kilowattstunden. Hätte man diese Energie konventionell erzeugt, wären rund 13 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre entwichen.

 Windenergie: Wie umweltfreundlich sind Offshore-Windparks?
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EGMU 30. Jul 2018

Jahrzehntelang hat sich die Energiehungrige Industrie vor allem dort angesiedelt, wo es...

Anonymer Nutzer 17. Jul 2018

Stimmt! Darfst dich angesprochen fühlen ;)

Anonymer Nutzer 16. Jul 2018

Selbstverständlich. Und wie sieht es mit Ihnen aus? Wieso blicken Sie nicht einfach ein...

Anonymer Nutzer 13. Jul 2018

Hast du an dem (Wahrheitsgehalt des) Video(s) etwas auszusetzen!? Ich finde es sehr...

Anonymer Nutzer 12. Jul 2018

Übrigens glaube ich, dass durch die neuen Stromtrassen keine einzige kWh (notwendige...


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