Windenergie: Altmaier entschuldigt sich für Fehler in Windanlagen-Studie

Jahrelang beriefen sich Gegner von Windkraftanlagen auf eine Studie einer Bundesanstalt. Die enthielt aber einen schweren Fehler.

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Windräder: Die Akzeptanz hat ein Stück weit gelitten.
Windräder: Die Akzeptanz hat ein Stück weit gelitten. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Jahrelang war es wie ein Dogma, das Gegner immer wieder hervorholten: Windkraftanlagen seien schädlich für die Gesundheit, weil sie niederfrequente Schallwellen emittierten. Allerdings: Die Daten beruhten auf einem Rechenfehler einer Bundesanstalt. Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich als deren Dienstherr dafür entschuldigt.

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2009 hatte die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover die Studie "Der unhörbare Schall von Windkraftanlagen" veröffentlicht. Diese kam zu dem Ergebnis, dass Windkraftanlagen mit einer Leistung von mehr als 500 Kilowatt Infraschall mit einer Lautstärke von mehr als 100 Dezibel emittierten.

Infraschall liegt unterhalb unserer Wahrnehmungsschwelle. Die Wellen sollen aber dennoch eine schädigende Wirkung auf den menschlichen Körper haben. Das zumindest behaupteten die Gegner von Windrädern und führten die BGR-Studie als Beleg dafür an.

Die Studie hat einen Fehler

Das Problem: Die Dezibelwerte in der Studie beruhen auf einem Rechenfehler. Tatsächlich sind sie um 36 Dezibel niedriger, was bedeutet, dass die Windräder um ein Vielfaches weniger Schall emittieren.

Wissenschaftler hatten im Laufe der Jahre immer wieder auf den Fehler hingewiesen und veröffentlichten andere Studien. "Natürlich irren sich auch Forscher immer wieder - aber auf Hinweise von Kollegen werden Fehler dann auch umgehend korrigiert", sagte der Erlanger Physiker Martin Hundhausen der Wochenzeitung Die Zeit. Das geschah aber in dem Fall nicht. Die BGR hielt an ihrer Version fest.

Bis jetzt: Vor kurzem hat die BGR nach Hinweisen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) ihre Ergebnisse noch einmal überprüft und den Fehler eingestanden. Er sei auf eine falsche Programmierung bei der Berechnung zurückzuführen.

Windkraft neu gedacht: Erstaunliche Beispiele für die Nutzung einer unerschöpflichen Ressource (Deutsch)

Die Studie schadete der Windenergie

Die BGR ist dem Wirtschaftsministerium unterstellt. Minister Altmaier hat sich deshalb für den Fehler entschuldigt. Er habe dafür gesorgt, dass die Akzeptanz von Windanlagen an Land "ein Stück weit" unter den falschen Zahlen gelitten hätten, sagte er, wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet.

"Es tut mir sehr leid, dass falsche Zahlen über einen langen Zeitraum im Raum standen", sagte Altmaier und kündigte an, dafür zu sorgen, dass der Vorgang, den er "für sehr problematisch" halte, aufgeklärt werde.

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ErwinL 29. Apr 2021 / Themenstart

https://scilogs.spektrum.de/klimalounge/wie-die-bgr-einmal-versuchte-die-waermende...

Zerberus1010 29. Apr 2021 / Themenstart

dem stimme ich zu. Die Autoren hier schreiben ja nur was sie woanders lesen. Eine...

Bruto 29. Apr 2021 / Themenstart

Das mit dem gefährlichen Infraschall hat sich schon in den Köpfen der Leute festgesetzt...

Manto82 29. Apr 2021 / Themenstart

Ich würde eher tippen, dass jemand befördert wurde weil der Fehler zugegeben wurde. Au...

Eheran 29. Apr 2021 / Themenstart

Achso? Reicht ja ein Gegenbeispiel: Was wird hier in China gerade in Betrieb genommen...

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