Windanlagen-Serviceschiff: Bei meterhohen Wellen bleibt Bibby ruhig

Sie ist eins der modernsten Schiffe ihrer Art: Die Bibby Wavemaster bringt künftig Techniker zu den Offshore-Windparks in der Nordsee und ist dafür mit spezieller Technik ausgerüstet. Zudem soll sie die Erzeugung maritimen Ökostroms billiger machen.

Ein Bericht von Monika Rößiger veröffentlicht am
Serviceschiff Bibby Wavemaster Horizon: Anleihe bei Fridays for Future
Serviceschiff Bibby Wavemaster Horizon: Anleihe bei Fridays for Future (Bild: EnBW)

Tiefblau leuchtet ein neues Schiff aus dem herbstlichen Nebel des Hamburger Hafens heraus. Am Bug flattert ein Transparent mit der Botschaft: "Im Einsatz für den Klimaschutz! Serviceschiff für Nordsee-Windparks". Die Anleihe bei der Fridays-for-Future-Protestbewegung ist unübersehbar - schließlich soll die Bibby Wavemaster Horizon eine nicht unerhebliche Rolle im Klimaschutz spielen. Der professionell ausgeführte Schriftzug und auch der Sprachstil verraten aber: Hier waren Werbeprofis der Großindustrie am Werk.

Inhalt:
  1. Windanlagen-Serviceschiff: Bei meterhohen Wellen bleibt Bibby ruhig
  2. Schiff gleicht Wellen bis zweieinhalb Meter aus

Nach einem kurzem Gastaufenthalt in der Hansestadt läuft das nagelneue Schiff seinen Heimathafen Emden an und ist fortan überwiegend auf der Nordsee unterwegs. Dort, wo das aktuell größte Windenergie-Projekt in Deutschland kurz vor seiner Vollendung steht, in den Windparks Albatros und Hohe See. Beide liegen rund 100 Kilometer von den Inseln Borkum und Helgoland entfernt.

Ein Serviceboot statt vieler kleiner

Solche Windparks müssen versorgt werden. Würden jeden Tag Serviceboote die Parks ansteuern, würde das viel Zeit und Geld kosten. Deswegen wurde die Bibby Wavemaster Horizon gebaut, ein 90 Meter langes Spezialschiff, das an Bord Platz für 60 Personen bietet und diese auch einen Monat lang verpflegen kann. Zur Besatzung gehören die 20-köpfige Schiffscrew und bis zu 40 Techniker, Fachleute von EnBW und Siemens Gamesa. Der Energieversorger aus Baden-Württemberg und der deutsch-spanische Turbinenhersteller betreiben das Schiff gemeinsam und haben auch dessen Bau beauftragt.

"Bis Ende 2019 wollen wir beide Parks mit einer Rekordleistung von insgesamt 609 MW in Betrieb nehmen", sagte der Leiter für Neubauprojekte bei EnBW, Stefan Kansy, bei der Inbetriebnahme des Schiffs. "Dann werden beide Windparks zusammen jährlich rund 2,5 Milliarden Kilowattstunden erzeugen und den Verbrauch von 710.000 Haushalten decken."

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Dabei werden nach Angaben des Unternehmens, das auf der Ostsee bereits die Windparks Baltic 1 und Baltic 2 betreibt, pro Jahr rund 9,1 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart. Wenn es eine Störung gebe und ein Windrad ausfalle, werde es schnell sehr teuer, sagt Kansy. Umso mehr, je länger es dauere, bis Techniker vor Ort mit der Reparatur beginnen können.

Einsatz bei stürmischer See

Ein Serviceschiff muss bei Wind und Wetter sicher neben einem Turbinenturm im Wasser liegen können. Die Bibby Wavemaster Horizon setze hier neue Standards, erläutert Friedrich von Storch, der als Ingenieur bei EnBW für den Betrieb der Anlagen zuständig ist. Zu den wichtigsten Innovationen gehört deswegen ein mehrstufiger Aufzug mit Zugang zu einer höhenverstellbaren Gangway, die den Seegang ausgleicht.

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Schiff gleicht Wellen bis zweieinhalb Meter aus 
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Jossele 19. Dez 2019

Wenn interessiert es ob es ein Hoax ist, wenn man was schlecht reden kann??

nurmalsoamrande 17. Dez 2019

So neu ist das gar nicht. Ich habe eine Zeit lang bei Wärtsilä gearbeitet. Hab damals in...

E-Narr 16. Dez 2019

Dafür +1 Vor allem kosten uns neue Stromtrassen in den Süden mehr Geld, als gleich vor...


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