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Schiff gleicht Wellen bis zweieinhalb Meter aus

Die Gangway ist wichtig, damit die Servicetechniker gefahrlos zur Windenergieanlage und zur Umspannplattform gelangen. "Sie dockt mit Hilfe von Sensoren und Hydraulik präzise am Fundament der Windanlage an, so dass sie selbst bei einer Wellenhöhe von 2,5 Metern oder mehr noch betreten werden kann", sagt von Storch. Zudem weist die Nordsee eine starke Tide auf. "Wir können in einem Bereich von neun bis 26 Metern andocken," erklärt der Ingenieur. "Es gibt nicht viele Schiffe, die das können."

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Ein entscheidender technischer Fortschritt ist auch der Aufzug, mit dem die Techniker die Gangway direkt aus dem Lagerdeck erreichen. Werkzeug und Geräte führen sie dabei gleich auf einem Rollwagen mit, weil die Gangway breiter ist als bei anderen Service-Schiffen. So gelangen Mensch und Material zusammen aus dem Lager zum Verbindungsstück (Transition Piece) des Windrades.

Arbeiten und Übernachten auf hoher See

Die Fachleute wohnen und arbeiten jeweils zwei Wochen an Bord und haben dann zwei Wochen frei. Dafür kehren sie an Land zurück. Das geht entweder per Helikopter oder mit dem Schiff selbst, das einmal pro Monat seinen Heimathafen anläuft, um Proviant zu bunkern. Ausgestattet ist die Bibby mit 60 Einzelkabinen, Büros, Lagerräumen, Fitnessraum, Kino sowie einer Krankenstation für die Erst-Versorgung von Notfällen. Dazu gehört auch ein Video-Assistenz-System, um bei Bedarf einen Facharzt konsultieren zu können. Aus der Ferne zwar, aber in Echtzeit.

Siemens Gamesa hat die 7-MW-Turbinen für die beiden Nordsee-Parks geliefert; insgesamt sind es 87 Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 105 Metern über der Wasseroberfläche und einem Rotordurchmesser von 154 Metern. Allein das Maschinenhaus so einer Anlage, in dem sich der Generator und die elektrischen Bauteile befinden, wiegt 320 Tonnen. Trotz dieser Dimensionen, die ja auch eine logistische Herausforderung bedeuten, könne man so eine Anlage inzwischen "in weniger als 24 Stunden sicher auf hoher See installieren und in Betrieb nehmen", verkündet Siemens Gamesa.

  • Die Bibby Wavemaster Horizon in Hamburg (Bild: EnBW)
  • Die Bibby Wavemaster Horizon in Hamburg (Bild: EnBW)
Die Bibby Wavemaster Horizon in Hamburg (Bild: EnBW)

Nicht nur das Schiff selbst trägt dazu bei, die Kosten zur reduzieren, sondern auch die neue Organisation der Serviceeinsätze auf See, betonen die Betreiber: "Arbeiten, die sich früher über drei bis vier Tage zogen, können durch optimierte Abläufe und Standardisierung nun oft innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen werden." Das erklärt wohl auch, warum die Auftraggeber einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag dafür investiert haben; von der Planung und Entwicklung bis zur Fertigstellung dieses Schiffes sind elf Jahre vergangen.

Beide Unternehmen verweisen jedoch auf den enormen technischen Fortschritt der Offshore-Windstrom-Erzeugung innerhalb von nicht einmal 30 Jahren: Die ersten Offshore-Windturbinen kamen 1991 mit einer Leistung von 450 Kilowatt auf den Markt. Ab 2022 möchte Siemens Gamesa seine neuen 10-Megawatt-Turbinen liefern. Dann würde eine einzige Anlage pro Jahr so viel Strom erzeugen, wie 10.000 Haushalte verbrauchen. Und EnBW plant, ab 2025 seinen Nordsee-Windpark He Dreiht mit einer noch höheren Leistung als die jetzigen beiden zu bauen: 900 MW. Ganz ohne staatliche Förderung.

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 Windanlagen-Serviceschiff: Bei meterhohen Wellen bleibt Bibby ruhig
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Jossele 19. Dez 2019

Wenn interessiert es ob es ein Hoax ist, wenn man was schlecht reden kann??

nurmalsoamrande 17. Dez 2019

So neu ist das gar nicht. Ich habe eine Zeit lang bei Wärtsilä gearbeitet. Hab damals in...

E-Narr 16. Dez 2019

Dafür +1 Vor allem kosten uns neue Stromtrassen in den Süden mehr Geld, als gleich vor...


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