Energiewende: Bohrloch-Batterie speichert Strom als künstliche Geothermie
Das US-amerikanische Start-up Geo2Watts(öffnet im neuen Fenster) hat eine sogenannte Bohrloch-Batterie vorgestellt. Noch handelt es sich dabei um einen im Aufbau befindlichen Prototyp, an dessen technischer Umsetzbarkeit aber keine Zweifel bestehen dürften.
Eine handelsübliche Hochtemperatur-Wärmepumpe erwärmt unterirdisches Wasser in den tief liegenden Hohlräumen ehemaliger Förderstätten fossiler Energieträger auf 200 °C. Diese Temperatur reicht aus, um die Energie anschließend über eine Turbine wieder ins Stromnetz einzuspeisen.
Die Verluste bei der erneuten Verstromung sind auf diesem Weg zwar vergleichsweise hoch. Etwa die Hälfte der Energie geht verloren. Im Gegenzug steht eine extrem hohe, wenn auch schwer zu beziffernde Kapazität zur Verfügung und die Energie lässt sich darüber hinaus deutlich länger speichern als dies bei Batterien wirtschaftlich sinnvoll wäre.
Hohe Verfügbarkeit, unsichere Kosten
Laut Geo2Watts würden sich zahlreiche nicht mehr genutzte Förderlöcher für das Prinzip der Bohrloch-Batterie eignen. Beispielsweise sollen in Kalifornien 50.000, in Texas sogar 100.000 potenzielle Speichermöglichkeiten verfügbar sein. Auch in Deutschland, vor allem in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, finden sich ebenfalls alte Bohrlöcher.
Mit dem überschüssigen Strom aus Photovoltaik sowie Windkraft an Land und auf See würden die Wärmepumpen angetrieben. Die auf diese Weise tief unter der Erde angelegten Wärmespeicher könnten dann genau so genutzt werden wie natürliche Thermalquellen, die nahe der Erdoberfläche eher selten sind.
Noch befindet sich auch die Bohrloch-Batterie von Geo2Watts in der Aufbauphase, so dass zu den potenziellen Speicherkosten kaum etwas gesagt werden kann. Gleichzeitig steht Deutschland wie die USA und andere Länder vor dem Problem, dass mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien auch die Überproduktion an Strom bei viel Wind beziehungsweise Sonne immer weiter ansteigt.
Hohe Kapazität, kaum Hürden
Akkumulatoren können diese Energie kurzfristig puffern und müssen zudem erst einmal in ausreichender Zahl vorhanden sein. Die thermische Speicherung in vorhandenen, unterirdischen Hohlräumen könnte das Erreichen der nötigen Kapazitäten erheblich beschleunigen und zudem die Energie für mehrere Tage, sogar Wochen speichern.
Zwar nimmt der Wirkungsgrad über die Zeit ab, aber anders als andere Ideen wie die Einspeicherung von zuvor hergestelltem Wasserstoff oder neue Konzepte zu chemischen Speichern, Eisen-Luft-Batterien und mehr gibt es beim Konzept der Bohrloch-Batterie im Grunde keine technischen Hürden zu überwinden. Alle Einzelteile werden bereits in industriellem Maßstab hergestellt, jetzt müssten sie nur noch im Zusammenspiel funktionieren und bezahlbaren Strom ins Netz einspeisen können.
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