Wind: Chinas Chipbranche meldet gigantischen Gewinnanstieg
Die chinesische Speicherbranche verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 ein außergewöhnliches Wachstum. Das geht aus einer Analyse der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei(öffnet im neuen Fenster) hervor, die auf Daten des chinesischen Finanzinformationsdienstes Wind basiert. Demnach stieg der Gewinn der Unternehmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 620 Prozent, der Umsatz legte um 68 Prozent zu.
Wind wertete die Geschäftszahlen von rund 190 in China notierten Unternehmen der Branche aus. Hintergrund für die gestiegene Nachfrage ist die weltweite Speicherkrise durch den KI-Boom.
Der Speicherhersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT) verzeichnete im ersten Halbjahr einen Gewinn von 77,6 Milliarden Yuan (11,5 Milliarden US-Dollar), nach einem Verlust von 2,3 Milliarden Yuan (342,7 Millionen US-Dollar) im Vorjahr.
Auch Naura und Amec profitieren
Der DRAM-Hersteller CXMT erweitert seine Produktionskapazitäten in Hefei und baut ein Werk in Shanghai. Laut Reuters prüft CXMT(öffnet im neuen Fenster) auch eine Expansion in den Nand-Markt, und YMTC erwägt den Einstieg in den Dram-Markt.
Von den US-Sanktionen, die es chinesischen Chipherstellern verbieten, modernste Fertigungsanlagen zu kaufen, profitierten chinesische Chipmaschinenhersteller wie Naura Technology Group und Advanced Micro-Fabrication Equipment China (Amec) im ersten Halbjahr.
Insbesondere Amec konnte den Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vervierfachen. Auf der Fachmesse 14th Semiconductor Equipment, Materials and Core Parts Exhibition (CSEAC 2026), die vom 31. August bis zum 2. September 2026 im Taihu International Expo Center in Wuxi stattfand, präsentierte das Unternehmen sechs neue Produkte und kündigte Pläne zum Ausbau der Forschungs- und Entwicklungskapazitäten sowie der Produktionsstätten in China an.
Naura und Amec stehen für Chinas Erfolg bei der Eigenversorgung mit Chip-Werkzeugen. Im Bereich Ätzen und Reinigen liegt der heimische Marktanteil in China bereits bei über 30 bis 50 Prozent. Weil ASMLs Lithografiemaschinen wegen der US-Sanktionen nicht mehr nach China geliefert werden dürfen, nutzen chinesische Hersteller oft mehrfach hintereinandergeschaltete Ätz- und Beschichtungsschritte (Multi-Patterning), um die fehlende Belichtungsschärfe zu kompensieren.
Meta X konkurriert mit Huawei
Shanghai Micro Electronics Equipment (Smee), ein chinesisches Unternehmen, das mit ASML konkurriert, liegt technologisch jedoch noch Jahrzehnte hinter ASML. Während ASML für den Sub-5nm-Bereich fertigt, wird in China noch mit der Beherrschung der Massenfertigung von Immersion-DUV-Anlagen bei 28nm und darunter gekämpft. ASML hält ein faktisches Weltmonopol bei EUV-Lithografiemaschinen (Extreme Ultraviolet), ohne die keine modernen Prozessoren unterhalb von sieben Nanometern hergestellt werden können.
Meta X, das ebenfalls im ersten Halbjahr einen Nettogewinn erzielte, stellte im Juli auf einer Fachmesse in Shanghai eine seiner GPUs vor. Metax entwickelt Universal-GPUs (GPGPUs) für KI-Training, KI-Inferenz und High-Performance Computing (HPC). Die Prozessoren der C500- und C600-Serie wurden entwickelt, um große Sprachmodelle (LLMs) zu trainieren und Berechnungen in Cloud-Rechenzentren durchzuführen.
Diese sind als direkte Konkurrenz zu Nvidias Data-Center-GPUs positioniert. Meta X betreibt in China bereits mehrere Rechencluster mit zusammen mehr als 10.000 GPUs im kommerziellen Betrieb. Mit der C-Serie konkurriert Meta X direkt mit Huaweis Ascend-Chips.

