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Analog: Kabelnetzkunden in falscher Sorge wegen DVB-T-Abschaltung

Der Hamburger Kabelnetzbetreiber Willy.tel hat viele Kunden, die nicht wissen, woher sie ihr Fernsehsignal beziehen. Sie dachten, sie seien vom Aus für DVB-T betroffen.
/ Achim Sawall
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Auf dem Anga-Symposium Volldigitalisierung am 17. Januar 2018 in Berlin (Bild: Achim Sawall/Golem.de)
Auf dem Anga-Symposium Volldigitalisierung am 17. Januar 2018 in Berlin Bild: Achim Sawall/Golem.de

Als Ende März 2017 das terrestrische Signal DVB-T in weiten Teilen Deutschlands abgeschaltet wurde, bekam der Kabelnetzbetreiber Willy.tel viele Anrufe von Zuschauern, die wissen wollten, was zu tun ist. Das sagte Bernd Thielk, Geschäftsführer von Willy.tel, auf dem Anga-Symposium Volldigitalisierung am 17. Januar 2018 in Berlin(öffnet im neuen Fenster) . "50 Prozent der Anrufer waren wegen der Plakate von Media Broadcast aufgeschreckt und fragten uns um Rat. Wir konnten allen versichern, dass sie bei uns angeschlossen und nicht betroffen sind." Die nächste Umschaltnacht ist im April 2018.

Viele Zuschauer hätten einfach von der Technik nicht die geringste Ahnung. Daher sei bei der Analogabschaltung die rechtzeitige Kommunikation mit den Kunden so wichtig, betonte Thielk. Die Analogabschaltung bedeute für die Netzbetreiber: Statt einem analogen Programm könnten ein bis zwei UHD-Programme übertragen werden.

Auch Vodafone hatte mehr Anrufer nach Analogabschaltung

Vodafone war mit der Analogabschaltung in der ersten Pilotregion Landshut und Dingolfing insgesamt zufrieden. "Wir hatten auch einen Peak bei den Anfragen, jedoch keinen Massenansturm" , sagte Isabel Aigner, Programmleiterin "Umschalten auf Zukunft" bei Vodafone. Schnelles Internet sei einer der Hauptgründe für den Schritt gewesen und die Möglichkeit weiterer TV-Angebote.

Als erster deutscher Kabelnetzbetreiber hatte Unitymedia Mitte 2017 seine Netztechnik in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg auf digitale TV-Übertragung umgestellt. Wolf Osthaus, Senior Vice President Regulatory und Public Policy bei Unitymedia, sagte: "Wir haben es hinter uns, wir haben auch Fehler gemacht, insgesamt hat der Analogumstieg funktioniert."

Unitymedia habe nach der Analogabschaltung bei der Neusortierung der Frequenzen größere Bereiche für digitales Fernsehen genutzt. Osthaus: "Funkbereiche können sich aber auch mal stören und Abschirmungen sind nicht überall gleich gut. Manche hatten Verzweigungen eingebaut, Stecker geteilt und dabei wurden Abschirmungen gebrochen."

Unitymedia nutzte in Nordrhein-Westfalen zuerst den Kanal 5 im Bereich 178 MHz für Sender wie RTL, Sat.1 oder Pro7. Der Betreiber musste die Programme in einen anderen, weniger störanfälligen Frequenzbereich schieben. Für die Kunden bedeutete dies jedoch einen weiteren Sendersuchlauf.

Betroffen waren rund 70.000 Haushalte, das sind rund zwei Prozent der insgesamt 3,5 Millionen TV-Kunden des Konzerns in Nordrhein-Westfalen.


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