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Willy.tel aus Hamburg: "Wir hätten das Kupfernetz schon abschalten können"

Der lokale Netzbetreiber hat weder bei der Telekom noch der Bundesnetzagentur Unterstützung für eine Kupferabschaltung gefunden.
/ Achim Sawall
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Bernd Thielk, Geschäftsführer von Willy.tel, am 7. November 2024 in Berlin (Bild: Anga)
Bernd Thielk, Geschäftsführer von Willy.tel, am 7. November 2024 in Berlin Bild: Anga

Der Netzbetreiber Wllly.tel aus Hamburg hätte das Kupfernetz schon in Teilen der Stadt abschalten können, doch weder die Deutsche Telekom noch die Bundesnetzagentur wollten das. Das sagte Bernd Thielk, Geschäftsführer von Willy.tel, auf dem Branchenevent 50 Jahre Anga am 7. November 2024 in Berlin(öffnet im neuen Fenster) . "Ich selber war dreimal aktiv bei dem Gigabitforum der Bundesnetzagentur dabei. Und wir haben uns auch aktiv eingebracht."

In zwei Gebieten in Deutschland, in Bad Salzungen in Thüringen und im hessischen Wiesbaden, begann ab Februar 2024 die Kupferabschaltung in Pilotprojekten, was das Gigabitforum koordiniert.

Thielk betonte zur Kupferabschaltung: "Wir wären soweit gewesen, technisch und schnittstellenmäßig. Wir hätten abschalten können. Wir hätten die letzten Kunden, die bei der Telekom sind, auf unser Netz nehmen können. Es muss aber der Wille von der Telekom da sein." Jemand von der Bundesnetzagentur müsse dann sagen: "Wir wollen das, wir machen das jetzt." .

Willy.tel versorgt über 150.000 Haushalte

Willy.tel versorgt über 150.000 Haushalte im Stadtgebiet. Der schnellste Zugang Willy.Duoflat 1.000 kostet monatlich 49,90 Euro. Geboten werden bis zu 1 GBit/s im Download und 250 MBit/s im Upload.

Willy.tel hat nicht überall in Hamburg ausgebaut. Daher plant die Telekom dort neben Berlin das größte zusammenhängende Ausbauprojekt im Bundesgebiet: 540.000 Haushalte und Unternehmensstandorte sollen bis Ende 2025 einen FTTH-Anschluss buchen können.

Anga-Geschäftsführer Philipp Müller hatte bereits am 1. Oktober 2024 erklärt : "Die Abschaltung der alten Telekom-Kupfernetze muss deshalb so verlaufen, dass sie einen fairen Wettbewerb aller Anbieter im Sinne der Kundinnen und Kunden ermöglicht - und zwar unabhängig von der Frage, wer die Netze baut."


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