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In Archangel spielen Frauen zentrale Rollen.
In Archangel spielen Frauen zentrale Rollen. (Bild: IDW Publishing)

William Gibsons Archangel: Cyber, Frauen, Zeitreisen - was braucht ein Comic mehr?

In Archangel spielen Frauen zentrale Rollen.
In Archangel spielen Frauen zentrale Rollen. (Bild: IDW Publishing)

Ein dystopisches Jahr 2016, Zeitreisen in das vom Zweiten Weltkrieg zerstörte Berlin und geniale Anti-Superhelden. Mit Archangel hat Cyberpunk-Altmeister William Gibson einen subversiven Comic geschaffen, der lesesüchtig macht.
Eine Rezension von Sebastian Grüner

Hierzulande haben Comics leider oft den Status von Kinderliteratur. Ausnahmen bilden vorwiegend Werke für ein sehr interessiertes Nischenpublikum oder klassische Superhelden-Blockbuster wie etwa Captain America. Völlig anders als Letzteres und trotzdem nur für Erwachsene ist Archangel von William Gibson, der mit seiner Neuromancer-Reihe das Genre des Cyberpunk geprägt hat - und damit die Literaturgattung, in der die vielen Schattenseiten des Science-Fiction betrachtet werden. Wie erhofft, lässt schon der Beginn des ersten Comics von Gibson kaum noch Wünsche offen und bestätigt die erhoffte Sci-Fi-Dystopie: Es ist Februar 2016 und die Welt liegt von Tokio über Moskau und London in Trümmern.

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Die US-Regierung hat sich - mitsamt dem Weißen Haus - in ein ominöses Hochsicherheitsgebiet in den Weiten von Montana zurückgezogen. Die Regierung wird von einem Vater-Sohn-Gespann geführt, von Senior und Junior Henderson. Deren Pläne werden vermutlich im Laufe der Geschichte von zwei ungewöhnlichen Frauen durchkreuzt, die wohl nichts voneinander wissen. Schließlich befinden sich die beiden nicht nur auf unterschiedlichen Kontinenten, sondern leben auch in völlig verschiedenen Zeiten: in den Jahren 2016 und 1945.

Verknüpft werden die Zeitstränge zunächst durch Junior, der offiziell US-Vizepräsident im Jahr 2016 ist und gleich am Anfang der Handlung eine Gesichtsoperation bekommt, um auszusehen wie sein Großvater Major Henderson. Ganz so, als wäre das vollkommen üblich, reist Junior daraufhin zurück in der Zeit. Er landet mit einigen Begleitern im Februar 1945 im Pentagon und hat das Ziel, seinen Großvater Major Henderson umzubringen, dessen Platz einzunehmen und den Lauf der Geschichte zu verändern. Damit soll Archangel vorbereitet werden können. Was genau das heißt, bleibt vorerst aber noch offen.

Paranormales im Stil des Film Noir

Erzählt wird die Geschichte, die Gibson in Zusammenarbeit mit dem Schauspieler und Autor Michael St. John Smith erstellt hat, vor allem mit Hilfe der Panels des sehr erfahrenen Comiczeichners Butch Guice. Die Darstellungen erinnern, passend zum Genre des Cyberpunk, an Kameraeinstellungen aus einem Film Noir.

So gibt es im Wortsinn schräge Perspektiven und es wird eine sehr düstere Atmosphäre erzeugt, die insbesondere mit der auffallend dunklen Farbauswahl sowie mit den teilweise fast schon klaustrophobisch engen Handlungsorten für Spannung in einem Krimi sorgt, der für Leser noch nicht so recht zu durchschauen ist.

Im Nachwort des ersten Teils von Archangel erläutert Gibson, dass der Ursprung für den Comic in einer Diskussion über fliegende Untertassen der Nazis im Dritten Reich liege. Dabei hätten auch die von den Flugzeugbesatzungen der Alliierten im Zweiten Weltkrieg beschriebenen Erscheinungen der Foo-Fighter sowie die sogenannten Ghost Rockets ihren Beitrag geleistet. Letztlich sei eine Mischung aus Band of Brothers und Blackwater entstanden.

Gut und Böse in umgekehrten Rollen 

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Spiritogre 25. Jun 2016

Vom Zeichenstil sieht das aus wie jeder andere US Low Budget Serien-Wochencomic. Nachdem...

TarikVaineTree 24. Jun 2016

Good one! :D



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