Wilhelm.tel-Chef Theo Weirich: In Glasfasernetzen bald nur noch Gigabit-Angebote

Wilhelm.tel-Chef Theo Weirich kennt die Branche wie kaum ein anderer. Er hält nicht immer etwas von Open Access und lehnt Überbauen von Glasfaser nicht grundsätzlich ab.

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Wilhelm.tel-Chef Theo Weirich
Wilhelm.tel-Chef Theo Weirich (Bild: Wilhelm.tel)

In Glasfasernetzen wird es in Zukunft nur noch Gigabit-Angebote geben. Das sagte Wilhelm.tel-Chef Theo Weirich im Gespräch mit dem Infodienst Medialabcom. "Ich gehe ohnehin davon aus, dass es langfristig in Glasfasernetzen nur noch Gigabit-Bandbreiten geben wird." In der Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom sei diese völlig frei, im Netz des lokalen Anbieters Wilhelm.tel eigene Produkte zu entwickeln, erklärte Weirich. "Mit welchen Bandbreiten die Telekom ihre Angebote gestaltet, bleibt ihr überlassen."

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Open Access, wodurch Glasfaser-Infrastruktur an Konkurrenten vermietet wird, werde gerne als Allheilmittel gesehen, aber laut Weirich ergibt die Öffnung "nur im mehrgeschossigen Wohnungsbau Sinn, also in Städten. Dort wird man am Anfang eine Glasfaserinfrastruktur maximal zu 50 Prozent auslasten können." Mit Bitstream-Access (BSA) und Open Access komme man auf bis zu 80 Prozent Auslastung. Auf dem Land sehe das anders aus. "Da liegen mehr als 75 Prozent der Kosten auf Seiten des Netzbetreibers. Warum sollte der sich verbrennen, damit es ein anderer warm hat?", fragte Weirich.

Weirich: Wir haben auch andere überbaut

Wilhelm.tel ist über die Stadtwerke im Besitz der Stadt Norderstedt, die an Hamburg angrenzt. Mit dem Netzbetreiber Willy.tel in Hamburg ist Wilhelm.tel partnerschaftlich verbunden. In der Metropolregion Hamburg habe man gemeinsam mit Willy.tel rund 420.000 Haushalte angeschlossen, sagte Weirich zu Medialabcom.

Überbau von bestehenden Glasfaserleitungen finde nur da statt, wo sich ein Netzbetreiber weigert, andere auf seine Infrastruktur zu lassen. Weirich: "Überbau ist das einzige System, das funktioniert. Wir haben auch andere überbaut." Heute werde der Überbau von Privatinvestoren getrieben, die schnell im Immobilienbereich anlegen wollten. Immobilien selbst seien zu teuer geworden, daher fließe das Geld in Glasfasernetze. Die Deutsche Telekom bekommt Milliarden Euro von dem australischen Pensionsfonds IFM Investors, auch Vodafone sucht in Deutschland einen Partner, um mehr Glasfaser ins eigene Netz zu bringen. Telefónica baut mit Geld der Allianz Glasfaser im ländlichen Raum. Gegenwärtig fließen Milliarden aus dem Ausland in den Glasfaserausbau. Nun kämpfen acht Netzbetreiber, nämlich Telekom, DNS:Net, UGG, Deutsche Glasfaser, BBV Deutschland, Deutsche Giganetz, Globalconnect und Liberty Networks Germany um die Glasfaserkunden.

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Nach Ansicht von Weirich "ist der Überbau daher auch nur ein temporäres Phänomen. Wenn die Zinsen steigen, und das zeichnet sich ja gerade ab, ergibt dieses Geschäftsmodell keinen Sinn mehr." Dann finde Überbau wirklich nur noch da statt, wo man sich nicht einigen könne.

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