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Wilhelm.tel-Chef: Telekom realisiert nicht alle angekündigten FTTH-Projekte

Der Chef des Glasfasernetzbetreibers Wilhelm.tel meint, dass die Telekom mehr Glasfaser ankündigt, als sie wirklich ausbaut.
/ Achim Sawall
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Das Panel mit Topbesetzung: Anga Com (Bild: Angacom / Screenshot: Golem.de)
Das Panel mit Topbesetzung: Anga Com Bild: Angacom / Screenshot: Golem.de

Bei der Deutschen Telekom seien Ankündigung und Realisierung von Glasfaser-Großprojekten "etwas anderes" . Das sagte Wilhelm.tel-Chef Theo Weirich in einer Diskussionsrunde am 8. Juni 2021 beim Branchenkongress Anga Com(öffnet im neuen Fenster) . Die Telekom hatte Mitte Mai bekanntgegeben, in Hamburg neben Berlin das größte zusammenhängende Ausbauprojekt im Bundesgebiet zu planen: 540.000 Haushalte und Unternehmensstandorte sollten bis Ende 2025 dort einen FTTH-Anschluss buchen können.

Wilhelm.tel aus Norderstedt im Süden von Schleswig-Holstein ist mit dem Netzbetreiber Willy.tel in Hamburg partnerschaftlich verbunden. Die " Telekom war aus Hamburg fast verschwunden" , betonte Weirich. Doch das werde mit Glasfaser jetzt anders. Bei Netzbetreibern mit sieben (Telekom) und acht Buchstaben (Vodafone) funktioniere die Zusammenarbeit nicht, kritisierte Weirich. Zudem werde von denen zu oft die Strategie gewechselt.

Dido Blankenburg, Vorstandsbeauftragter für Breitbandkooperationen bei der Telekom, sah dagegen keinen Strategiewechsel. Dass nach Vectoring der FTTH-Ausbau komme, sei von dem Netzbetreiber seit langem so kommuniziert worden.

Die Telekom sei für viele verschiedene Formen der Kooperation offen. "Nur wenn einer sagt, du baust hier nicht und kaufst bei uns ein, dann gibt es Probleme. Das ist das einzige, wo man sich nicht einigen kann. Dann kommt es vor, dass zwei an gleicher Stelle bauen" , sagte Blankenburg.

M-net und Telekom sind sich einig geworden

Einigen konnte sich aber offenbar der bayrische Netzbetreiber M-net mit der Telekom. "M-net hofft auf eine Kooperation mit der Deutschen Telekom, da plaudere ich aus dem Nähkästchen" , sagte M-net-Chef Nelson Killius.

Guido Eidmann, Chief Operation Officer beim Netzbetreiber Deutsche Glasfaser betonte, dass die gegenwärtig starke Förderung von FTTH auch Nachteile habe: "Privatwirtschaftlich würde FTTH-Überbau niemals Sinn ergeben." Die Deutsche Glasfaser biete immer Open Access an, die Nachfrage sei aber sehr verhalten.


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