Abo
  • IT-Karriere:

Wikipedia-Autoren: Verifiziert - und manipuliert

Eine Analyse von API-Daten der Online-Enzyklopädie gibt erstmalig tieferen Einblick in das Treiben der aktivsten unter den verifizierten Firmenkonten der deutschen Wikipedia. Dabei stellt sich heraus, dass sie auch genutzt wurden, um Artikel durch die Vordertür zu manipulieren.

Artikel von Marvin Oppong veröffentlicht am
In Wikipedia-Artikeln kann jeder etwas ändern. Das ist meistens gut, manchmal aber auch nicht so gut.
In Wikipedia-Artikeln kann jeder etwas ändern. Das ist meistens gut, manchmal aber auch nicht so gut. (Bild: Wikipedia/CC-BY-SA 3.0)

Bei Wikipedia kann jeder mitschreiben, ohne sich anzumelden. Registriert man sich vor einer Änderung nicht, wird nur die IP-Adresse angezeigt. Doch selbst die lässt sich mit dynamischen IP-Adressen oder Hotspots verschleiern. So machen es zum Beispiel PR-Profis.

Um die Transparenz bei bezahltem Schreiben zu erhöhen, existieren in der deutschen Wikipedia verifizierte Konten. Für einen solchen Account kann man sich bei einem Freiwilligen-Team der deutschsprachigen Wikipedia über eine E-Mail-Adresse verifizieren. Verifizierte Accounts sind für Unternehmen, Verbände, Politiker oder Prominente gedacht, die Wikipedia-Aktivitäten nachgehen und dies klar erkennbar tun wollen. Auch in der englischsprachigen Wikipedia kann man seine Identität überprüfen lassen, doch das Verfahren wurde bis Ende 2018 nicht einmal von 20 Autoren genutzt.

Golem.de hat Edits der verifizierten Accounts ausgewertet

Die Wikimedia Foundation in den USA bietet über eine Schnittstelle Zugriff auf Wikipedia-Daten. Alle Editierungen des gesamten Wikipedia-Projekts kann man herunterladen. Es gibt diverse Datenspalten, etwa mit dem Datum der Änderung und dem Bearbeitungskommentar des Nutzers. Eine Spalte gibt darüber Auskunft, ob die Änderung von einem verifizierten Account aus vorgenommen wurde.

Werden die Daten danach gefiltert, erhält man Zugriff auf die gesamten Edits aller verifizierten Accounts der deutschsprachigen Wikipedia. Diese ergeben zusammen eine Excel-Datei von acht Gigabyte Größe. Golem.de hat die Daten erstmalig ausgewertet. Der Code von Johannes Filter dazu findet sich auf Github. Die Auswertung erlaubt es, sich einen Überblick über das Wirken offizieller Firmenaccounts in der Wikipedia zu verschaffen - und im zweiten Schritt zu überprüfen, wie die Firmen inhaltlich agieren.

Stellenmarkt
  1. ZEW - Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim, Mannheim
  2. RFT kabel Brandenburg GmbH, Brandenburg an der Havel

Das Ergebnis: Manche verifizierten Accounts sind besonders aktiv (siehe Ranking am Textende). Der Umfang ihrer Bearbeitungen in der Online-Enzyklopädie liegt weit über dem Durchschnitt der anderen Tausenden von verifizierten Konten. Erst die Auswertung erlaubt es herauszulesen, welche PR-Agenturen am umfangreichsten editieren und wo sie dies wie tun. Die Daten zeigen etwa, wie ein in der Wikipedia-Community bekannter langjähriger Autor mit seiner verifizierten Agentur im neuen Paid-Editing-Geschäft mitmischt und dabei wiederholt heftige Kritik von Usern einsteckte.

Oben im Ranking: Privatleute, Heimkinderverband und Stiftung Warentest 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6
  7.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 2,49€
  2. 4,99€
  3. (-79%) 11,99€
  4. 34,99€

rocket_to_russia 23. Dez 2018

Abgesehen davon, dass dieser Artikel der versucht etwas genau darzustellen für...

rocket_to_russia 23. Dez 2018

Und noch lustiger ist wie Psiram auf Wikipedia als "Quelle" für gefeiert wird. Psiram ist...

rocket_to_russia 23. Dez 2018

Man sollte dazu auch sagen, dass Benutzersperren auf Wikipedia nichts verwerfliches sind...

Vogel22 09. Dez 2018

Russland ist genauso ein europäisches Land wie Polen und andere osteuropäische Länder...

gfa-g 08. Dez 2018

Inhaltlich sind sie auf sehr ausführlich. Aber sehr klar sind sie nicht immer. Manchmal...


Folgen Sie uns
       


OnePlus 7 Pro - Test

Das Oneplus 7 Pro hat uns im Test mit seiner guten Dreifachkamera, dem großen Display und einer gelungenen Mischung aus hochwertiger Hardware und gut laufender Software überzeugt.

OnePlus 7 Pro - Test Video aufrufen
Timex Data Link im Retro-Test: Bill Gates' Astronauten-Smartwatch
Timex Data Link im Retro-Test
Bill Gates' Astronauten-Smartwatch

Mit der Data Link haben Timex und Microsoft bereits vor 25 Jahren die erste richtige Smartwatch vorgestellt. Sie hat es sogar bis in den Weltraum geschafft. Das Highlight ist die drahtlose Datenübertragung per flackerndem Röhrenmonitor - was wir natürlich ausprobieren mussten.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Smart Watch Swatch fordert wegen kopierter Zifferblätter von Samsung Geld
  2. Wearable EU warnt vor deutscher Kinder-Smartwatch
  3. Sportuhr Fossil stellt Smartwatch mit Snapdragon 3100 vor

Autonomes Fahren: Per Fernsteuerung durch die Baustelle
Autonomes Fahren
Per Fernsteuerung durch die Baustelle

Was passiert, wenn autonome Autos in einer Verkehrssituation nicht mehr weiterwissen? Ein Berliner Fraunhofer-Institut hat dazu eine sehr datensparsame Fernsteuerung entwickelt. Doch es wird auch vor der Technik gewarnt.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Neues Geschäftsfeld Huawei soll an autonomen Autos arbeiten
  2. Taxifahrzeug Volvo baut für Uber Basis eines autonomen Autos
  3. Autonomes Fahren Halter sollen bei Hackerangriffen auf Autos haften

Wolfenstein Youngblood angespielt: Warum wurden diese dämlichen Mädchen nicht aufgehalten!?
Wolfenstein Youngblood angespielt
"Warum wurden diese dämlichen Mädchen nicht aufgehalten!?"

E3 2019 Der erste Kill ist der schwerste: In Wolfenstein Youngblood kämpfen die beiden Töchter von B.J. Blazkowicz gegen Nazis. Golem.de hat sich mit Jess und Soph durch einen Zeppelin über dem belagerten Paris gekämpft.
Von Peter Steinlechner


      •  /