Abo
  • Services:

Wikimedia: Schweden verbietet Online-Fotosammlung öffentlicher Kunst

Der höchste schwedische Gerichtshof hat Wikimedia untersagt, Fotos von öffentlichen Kunstwerken in einer Onlinesammlung bereitzustellen. Folgerichtig sieht Wikimedia die Panoramafreiheit bedroht.

Artikel veröffentlicht am ,
Könnte Wikimedia nicht auch einfach die Kunst aus den Bildern entfernen?
Könnte Wikimedia nicht auch einfach die Kunst aus den Bildern entfernen? (Bild: Jacob Truedson Demitz, Kevin Jacobsen/CC-BY-SA 4.0)

Der schwedische Wikimedia-Verein pflegt eine Karte, in der Kunstwerke im öffentlichen Raum aufgelistet sind. Neben der Ortsangabe und einer kurzen Beschreibung zu einzelnen Kunstwerken sind bis vor kurzem auch Fotos auf Offentligkonst.se gezeigt worden. Das höchste schwedische Gericht (HD) hat Wikimedia nun aber diese Fotosammlung öffentlicher Kunstwerke untersagt.

Stellenmarkt
  1. Wirecard Global Sales GmbH, Aschheim bei München
  2. Joyson Safety Systems Aschaffenburg GmbH, Berlin, Aschaffenburg

Diese Entscheidung ist Teil eines Rechtsstreits zwischen Wikimedia und der Verwertungsgesellschaft Bildkonst Upphovsrätt i Sverige (Bus), welche die Rechte von bildenden Künstlern, Fotografen und Illustratoren vertritt. Die Bus ist damit vergleichbar mit der VG Bild-Kunst in Deutschland. Beide Seiten hatten sich darüber verständigt, dass es sich in dem Fall um eine Grundsatzfrage handele, weshalb das HD nun darüber entschieden hat.

Lizenzabgaben für Bildersammlung öffentlicher Kunst

Die Bus hatte argumentiert, dass dem schwedischen Urheberrecht zufolge eine Onlinesammlung von Aufnahmen öffentlicher Kunst nicht prinzipiell erlaubt sei, sondern dafür Urheberrechtsabgaben und eben ein Lizenzvertrag notwendig seien. Dass Wikimedia das eigene Angebot nicht kommerziell nutzt, sondern gratis zur Verfügung stellt, sei dabei nicht von Bedeutung.

In einer Pressemitteilung der Bus zu dem Fall heißt es, man habe derzeit rund 100 derartiger Lizenzverträge abgeschlossen, Wikimedia habe solch eine Vereinbarung allerdings abgelehnt. Immerhin sei es laut europäischem Recht erlaubt, Bilder von öffentlicher Kunst anzufertigen und auch online zu verteilen, meint Wikimedia. Außerdem könne ein Recht auf eine Vergütung durch die öffentliche Zurschaustellung nicht mehr gegeben seien.

Letztlich hat das HD im Sinne der Bus entschieden. Wikimedia zeigt sich enttäuscht darüber und schreibt, dass die Panoramafreiheit damit stark ausgehöhlt werde. Im vergangenen Sommer hat das Europäische Parlament deutlich gegen eine weitere Einschränkung der Panoramafreiheit gestimmt.

Eine Einschränkung der Panoramafreiheit kann die Bus aber nicht erkennen. So verweist die Gesellschaft explizit darauf, dass Fotografien von öffentlichen Kunstwerken und deren Verteilung etwa in sozialen Netzwerken durch einzelne Personen weiterhin erlaubt seien. Zum Erstellen von Datenbanken mit solchen Fotos durch Organisationen werde aber weiterhin ein Lizenzvertrag benötigt.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. bei dell.com
  2. bei Alternate kaufen
  3. und 50€-Steam-Guthaben erhalten

Enter the Nexus 08. Apr 2016

Und ist eigentlich ein privater Blog über die sechsmonatige Schwedenreise dann auch schon...

Mixermachine 08. Apr 2016

Die Verwertungsgesellschaften wieder. Kostenlose Werbung für die Künstler für ÖFFENTLICH...

chefin 08. Apr 2016

man sollte es mal aus der Motivationsecke betrachten. Warum fördert die Stadt/ der Staat...

Dwalinn 08. Apr 2016

+1 Ganz genau, daher meinte ich auch das die Entscheidung der HD sicherlich nicht im...

Dwalinn 08. Apr 2016

Schweden ist immer noch cool. (zumindest wenn man ein Metallventilator ist)


Folgen Sie uns
       


Bionic Wheel Bot von Festo angesehen und Interview

Gehen oder rollen? Der Bionic Wheel Bot von Festo ist nach dem Vorbild einer Spinne konstruiert, die normalerweise läuft. Hat sie es eilig, etwa um sich vor Feinden in Sicherheit zu bringen, formt sie aus ihren Beinen Räder und rollt davon.

Bionic Wheel Bot von Festo angesehen und Interview Video aufrufen
EU-Urheberrechtsreform: Wie die Affen auf der Schreibmaschine
EU-Urheberrechtsreform
Wie die Affen auf der Schreibmaschine

Nahezu wöchentlich liegen inzwischen neue Vorschläge zum europäischen Leistungsschutzrecht und zu Uploadfiltern auf dem Tisch. Sie sind dilettantische Versuche, schlechte Konzepte irgendwie in Gesetzesform zu gießen.
Ein IMHO von Friedhelm Greis

  1. Leistungsschutzrecht VG Media darf Google weiterhin bevorzugen
  2. EU-Verhandlungen Regierung fordert deutsche Version des Leistungsschutzrechts
  3. Fake News EU-Kommission fordert Verhaltenskodex für Online-Plattformen

Oneplus 6 im Test: Neues Design, gleich starkes Preis-Leistungs-Verhältnis
Oneplus 6 im Test
Neues Design, gleich starkes Preis-Leistungs-Verhältnis

Das Oneplus 6 hat einen schnellen Prozessor, eine Dualkamera und ein großes Display - mit einer Einbuchtung am oberen Rand. Der Preis liegt wieder unter dem der meisten Konkurrenzgeräte. Das macht das Smartphone trotz fehlender Innovationen zu einem der aktuell interessantesten am Markt.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Android-Smartphone Neues Oneplus 6 kostet ab 520 Euro
  2. Oneplus 6 Oneplus verkauft sein neues Smartphone auch direkt in Berlin

Black-Hoodie-Training: Einmal nicht Alien sein, das ist toll!
Black-Hoodie-Training
"Einmal nicht Alien sein, das ist toll!"

Um mehr Kolleginnen im IT-Security-Umfeld zu bekommen, hat die Hackerin Marion Marschalek ein Reverse-Engineering-Training nur für Frauen konzipiert. Die Veranstaltung platzt inzwischen aus allen Nähten.
Von Hauke Gierow

  1. Ryzenfall CTS Labs rechtfertigt sich für seine Disclosure-Strategie
  2. Starcraft Remastered Warum Blizzard einen Buffer Overflow emuliert

    •  /