Dremel, Zange und ein Dimmer lassen die Lampe lange brennen

Die Luft muss aber erst einmal statt des Schutzgases einer Glühlampe an die Wendel gelangen. Dazu schnitten Krause und sein Team mit einem Dremel und dessen Diamantscheibe erst ein kleines Loch in den Glaskörper - dabei gingen dann auch die meisten Lampen vollständig zu Bruch: "Es macht 'Knack', und das ganze Glas platzt ab", beschreibt Krause den Vorgang. Bei den Lampen, die das Schneiden des Lochs überlebten, wurde die Öffnung mit einer Zange Stück für Stück erweitert.

Stellenmarkt
  1. Digitalisierungskoordinator*- in (m/w/d)
    Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten, Bonn
  2. Requirements Engineer (m/f/d) Automotive
    Elektrobit Automotive GmbH, Berlin, Böblingen
Detailsuche

Mit den noch heilen Exemplaren wurde zuvor ausprobiert, wie wenig Strom ausreicht, um die Wendel gerade noch zum Glühen zu bringen. Die Überlegung: Wenn der Wolframdraht unter Schutzgas gerade noch etwas Licht abgibt, überlebt er an der Luft länger, als wenn er mit voller Leistung betrieben wird. Das dafür nötige Gerät war ein simpler Haushaltsdimmer aus einem Deckenfluter. Zusätzlich kam noch ein Schalter zum Einsatz, um die reduzierte Energie auf die nackten Wendeln loszulassen.

  • Erst durch dieses Foto wurden die Commons-Nutzer auf das Siegerbild aufmerksam. (Foto: Stefan Krause / Wikimedia Commons)
  • Zwei Blitze und etwas Gebastel reichten für dieses Bild. (Foto: Stefan Krause / Wikimedia Commons)
Erst durch dieses Foto wurden die Commons-Nutzer auf das Siegerbild aufmerksam. (Foto: Stefan Krause / Wikimedia Commons)

Für die eigentlichen Aufnahmen reichten dann drei oder vier präparierte Glühlampen - so genau erinnert sich Stefan Krause nicht mehr, denn die Bilder wurden schon 2011 gemacht. Damals entstand auch das Foto von Krause, das 2012 beim Wettbewerb von Wikimedia Commons auf den dritten Platz gewählt wurde. Es zeigt eine vermeintlich platzende Glühlampe, die dafür mit einer Softair-Pistole beschossen wurde. Dieses Bild hatte Krause selbst für den Wettbewerb vorgeschlagen, andere Nutzer von Wikimedia Commons entdeckten dadurch die durchbrennende Lampe und nominierten sie. Ein schönes Beispiel dafür, wie sich der Fotograf gegenüber dem Publikum beim für spannend gehaltenen Motiv irren kann.

Trotz solcher aufwendigen Trickfotos wollte Stefan Krause, der auf seiner Webseite auch zahlreiche andere Gebiete der Fotografie zeigt, aus solchen Gestaltungen nie einen Beruf machen. "Das ist und bleibt bei mir ein reines Hobby", betont der Saarländer im Gespräch mit Golem.de. Begonnen hatte Krause in der Foto AG seiner Schule, und zwar schon in den 1970er-Jahren - ganz klassisch mit billigem und selbst entwickeltem Schwarzweiß-Material. Für seine erste eigene Spiegelreflexkamera, eine Canon AE-1, musst er dann lange sparen. Das Brennbild entstand mit einer Nikon D700.

Golem Karrierewelt
  1. Informationssicherheit in der Automobilindustrie nach VDA-ISA und TISAX® mit Zertifikat: Zwei-Tage-Workshop
    22./23.11.2022, Virtuell
  2. Java EE 8 Komplettkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    11.-15.07.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Heute kommt aber auch Krause nicht ganz ohne digitale Bearbeitung aus: "Ja, die Fassung ist geshoppt", gesteht der Fotograf auf Nachfragen von Golem.de. Während der Aufnahme steckte die Glühlampe in einem ganz normalen Schraubsockel. Krause und sein Team hatten zuvor überlegt, mit auf der Rückseite angelöteten Drähten zu arbeiten, entschieden sich aber wegen des Risikos eines Stromschlags doch dagegen. Der Rest der Aufnahme, so beteuert Krause aber, sei inklusive des Hintergrundes genau so im Studio mit einem einzigen Bild entstanden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Wikimedia Commons: Wie eine durchbrennende Glühlampe zum Kunstobjekt wird
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anonymer Nutzer 08. Apr 2014

Schade dass hier teilweise beleidigend geantwortet wird. Ich hatte meinen Beitrag in der...

qerberoz 06. Apr 2014

Die Arbeit in der Dunkelkammer kann da richtig ausarten, nächtelang! http://www.danasoft...

Heiko Wagner 05. Apr 2014

Man nimmt ein Heizwendel-Feuerzeug und direkt hinein brennen. So habe ich in kleine...

körner 05. Apr 2014

Nee, hier geht es um eine Illustrationsbild für Wikipedia. Kann man nicht vergleichen.



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Technoblade
Minecraft verabschiedet verstorbenen Streamer mit Krönchen

Nach dem Tod des bekanntesten Minecraft-Streamers trauert die Community. Das Entwicklerstudio Mojang verabschiedet Technoblade im Launcher.

Technoblade: Minecraft verabschiedet verstorbenen Streamer mit Krönchen
Artikel
  1. ROG Phone 6 Pro im Test: Viel Power und mehr als ein Display
    ROG Phone 6 Pro im Test
    Viel Power und mehr als ein Display

    Asus' neues ROG Phone hat Qualcomms schnellsten Prozessor und ein sehr gutes Display. Starke Konkurrenz kommt ebenfalls von Asus.
    Ein Test von Tobias Költzsch

  2. Gigaset GL7: Neues Klapphandy mit KaiOS und Sicherheitsfunktion
    Gigaset GL7
    Neues Klapphandy mit KaiOS und Sicherheitsfunktion

    Das GL7 von Gigaset ist ein klassisches Klapphandy, auf dem auch moderne Apps wie Whatsapp und Google Maps laufen.

  3. Teilchenphysik: Der aufgerüstete LHC nimmt seinen Betrieb wieder auf
    Teilchenphysik
    Der aufgerüstete LHC nimmt seinen Betrieb wieder auf

    Der LHC, der leistungsfähigste Teilchenbeschleuniger der Welt, ist aufgerüstet worden und soll vier Jahre lang ununterbrochen laufen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 bestellbar • HP HyperX Gaming-Headset -40% • Corsair Wakü 234,90€ • Samsung Galaxy S20 128GB -36% • Audible -70% • MSI RTX 3080 12GB günstig wie nie: 948€ • AMD Ryzen 7 günstig wie nie: 259€ • Der beste 2.000€-Gaming-PC • CM 34" UWQHD 144 Hz günstig wie nie: 467,85€ [Werbung]
    •  /