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Dremel, Zange und ein Dimmer lassen die Lampe lange brennen

Die Luft muss aber erst einmal statt des Schutzgases einer Glühlampe an die Wendel gelangen. Dazu schnitten Krause und sein Team mit einem Dremel und dessen Diamantscheibe erst ein kleines Loch in den Glaskörper - dabei gingen dann auch die meisten Lampen vollständig zu Bruch: "Es macht 'Knack', und das ganze Glas platzt ab", beschreibt Krause den Vorgang. Bei den Lampen, die das Schneiden des Lochs überlebten, wurde die Öffnung mit einer Zange Stück für Stück erweitert.

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Mit den noch heilen Exemplaren wurde zuvor ausprobiert, wie wenig Strom ausreicht, um die Wendel gerade noch zum Glühen zu bringen. Die Überlegung: Wenn der Wolframdraht unter Schutzgas gerade noch etwas Licht abgibt, überlebt er an der Luft länger, als wenn er mit voller Leistung betrieben wird. Das dafür nötige Gerät war ein simpler Haushaltsdimmer aus einem Deckenfluter. Zusätzlich kam noch ein Schalter zum Einsatz, um die reduzierte Energie auf die nackten Wendeln loszulassen.

Für die eigentlichen Aufnahmen reichten dann drei oder vier präparierte Glühlampen - so genau erinnert sich Stefan Krause nicht mehr, denn die Bilder wurden schon 2011 gemacht. Damals entstand auch das Foto von Krause, das 2012 beim Wettbewerb von Wikimedia Commons auf den dritten Platz gewählt wurde. Es zeigt eine vermeintlich platzende Glühlampe, die dafür mit einer Softair-Pistole beschossen wurde. Dieses Bild hatte Krause selbst für den Wettbewerb vorgeschlagen, andere Nutzer von Wikimedia Commons entdeckten dadurch die durchbrennende Lampe und nominierten sie. Ein schönes Beispiel dafür, wie sich der Fotograf gegenüber dem Publikum beim für spannend gehaltenen Motiv irren kann.

Trotz solcher aufwendigen Trickfotos wollte Stefan Krause, der auf seiner Webseite auch zahlreiche andere Gebiete der Fotografie zeigt, aus solchen Gestaltungen nie einen Beruf machen. "Das ist und bleibt bei mir ein reines Hobby", betont der Saarländer im Gespräch mit Golem.de. Begonnen hatte Krause in der Foto AG seiner Schule, und zwar schon in den 1970er-Jahren - ganz klassisch mit billigem und selbst entwickeltem Schwarzweiß-Material. Für seine erste eigene Spiegelreflexkamera, eine Canon AE-1, musst er dann lange sparen. Das Brennbild entstand mit einer Nikon D700.

Heute kommt aber auch Krause nicht ganz ohne digitale Bearbeitung aus: "Ja, die Fassung ist geshoppt", gesteht der Fotograf auf Nachfragen von Golem.de. Während der Aufnahme steckte die Glühlampe in einem ganz normalen Schraubsockel. Krause und sein Team hatten zuvor überlegt, mit auf der Rückseite angelöteten Drähten zu arbeiten, entschieden sich aber wegen des Risikos eines Stromschlags doch dagegen. Der Rest der Aufnahme, so beteuert Krause aber, sei inklusive des Hintergrundes genau so im Studio mit einem einzigen Bild entstanden.

 Wikimedia Commons: Wie eine durchbrennende Glühlampe zum Kunstobjekt wird
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