Was war Wikileaks noch mal?

Wikileaks ist eine Enthüllungsplattform, die 2006 von mehreren Menschen ins Leben gerufen wurde, darunter Assange, der sich selbst aber nie als Gründer bezeichnete. Auf der Plattform tauchten zunächst Veröffentlichungen auf, die eher regional für Aufmerksamkeit sorgten. Etwa Berichte über einen Korruptionsskandal in Kenia, über Unregelmäßigkeiten bei der Schweizer Bank Julius Bär, Dokumente über die isländische Kaupthing-Bank, die in dem kleinen Land eine Bankenkrise mitauslöste oder über den Angriff der Bundeswehr auf einen Tanklaster in Kundus.

Stellenmarkt
  1. SAP ABAP/UI5 Entwickler (m/w/x)
    über duerenhoff GmbH, Raum Osnabrück
  2. Softwareentwickler MS Office/WCF (m/w/d)
    operational services GmbH & Co. KG, Nürnberg
Detailsuche

Im Sommer 2010 änderte Wikileaks seine Taktik: Mit dem Video Collateral Murder veröffentlichte die Plattform nicht nur Originaldokumente, sondern bereitete sie auch für eine massentauglichere Rezeption auf. Assange und seine Mitstreiter begannen, international mit Medienhäusern zu kooperieren. Für die Publikation von Zehntausenden Militärdokumenten aus Afghanistan und dem Irak etwa, für die Publikation der US-Diplomatendepeschen und Veröffentlichungen über das US-Gefängnis Guantanamo arbeitete Wikileaks unter anderem mit dem britischen Guardian, dem deutschen Spiegel und der US-amerikanischen New York Times zusammen.

Ein Jahr später, nachdem es zu erbitterten Streitigkeiten innerhalb von Wikileaks gekommen war, verschaffte ein Datenleck jedem, der sich dafür interessierte, plötzlich Zugriff auf den kompletten, vollständig unredigierten Satz der Diplomatendepeschen. Bis kurz zuvor hatte Wikileaks selbst nur einen Bruchteil des Materials veröffentlicht und den vollen Umfang des Materials lediglich seinen Medienpartnern zur Verfügung gestellt. In Reaktion auf dieses Datenleck entschied sich Wikileaks im September 2011, alle Diplomatendepeschen selbst und vollkommen unredigiert zu veröffentlichen. Schon im Zusammenhang mit anderen Leaks hatte es Kritik gegeben, dass Menschen auch in den von Wikileaks veröffentlichten Fassungen noch immer identifizierbar und Risiken ausgesetzt seien.

In den folgenden Jahren machte Wikileaks zwar weiter, wirklich aufsehenerregend wurde es aber erst wieder im Jahr 2016 während des US-Präsidentschaftswahlkampfes: Wikileaks veröffentlichte E-Mails von Hillary Clintons Wahlkampfmanager John Podesta und andere Dokumente und E-Mails, die beim Hack der Server der demokratischen Partei erbeutet worden sein sollen.

Golem Akademie
  1. Kubernetes – das Container Orchestration Framework: virtueller Vier-Tage-Workshop
    11.-14.07.2022, Virtuell
  2. Einführung in Unity: virtueller Ein-Tages-Workshop
    21.06.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Dahinter soll der russische Militärgeheimdienst gesteckt haben, der die Informationen via erfundener Online-Identitäten schließlich Wikileaks zugespielt haben soll. Erreichte die positive Wahrnehmung von Assange und seiner Whistleblowing-Plattform Wikileaks bei vielen, gerade politisch eher links orientierten Menschen 2010 einen Höhepunkt, stürzte sie spätestens 2016 ab, als Assange in den Augen vieler, vor allem aber natürlich der US-Demokraten plötzlich als Trump-Unterstützer und Marionette der russischen Regierung dastand, was der Australier immer wieder abstritt.

Ist Wikileaks noch aktiv?

Ja. Auch nach Assanges Inhaftierung, die mit einem begrenzten Zugang zu Computern und Internet einhergeht, werden auf der Plattform immer wieder neue Dokumente veröffentlicht.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Was sagen seine Unterstützer jetzt?
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7. 6
  8. 7


Sportstudent 13. Mär 2020

Troll woanders.

Peter V. 09. Mär 2020

Der Mann hat aber auch ein Pech. Und dann flieht er auch noch ausversehen.

BuddyHoli 28. Feb 2020

Das ist es dann wohl, wenn man die Arbeit von Regierungen, die in jeder Hinsicht Dreck am...

magnolia 27. Feb 2020

Auch das Establishments will nicht verlieren. Man muss sich trauen in das Kampf gegen...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Arclight Rumble
Wegen Warcraft Mobile sollte sich Blizzard selbst verklagen!

Golem.de hat es gespielt: Arclight Rumble entpuppt sich als gelungenes Mobile Game - aber wie ein echtes Warcraft fühlt es sich nicht an.
Von Peter Steinlechner

Arclight Rumble: Wegen Warcraft Mobile sollte sich Blizzard selbst verklagen!
Artikel
  1. Google: Russland will Youtube aus Selbstschutz nicht blockieren
    Google
    Russland will Youtube aus Selbstschutz nicht blockieren

    Die zahlreichen Drohungen der russischen Zensurbehörde zur Blockade von Youtube werden wohl nicht umgesetzt. Die Auswirkungen wären zu stark.

  2. Biontech: Mainz kann 365-Euro-ÖPNV-Ticket dank Corona einführen
    Biontech
    Mainz kann 365-Euro-ÖPNV-Ticket dank Corona einführen

    In Mainz ist Biontech beheimatet, was die Steuereinnahmen explodieren lässt. Mit dem Geld wird nun ein 365-Euro-Jahresticket für Schüler und Azubis finanziert.

  3. Nordvpn, Expressvpn, Mullvad & Co: Die Qual der VPN-Wahl
    Nordvpn, Expressvpn, Mullvad & Co
    Die Qual der VPN-Wahl

    Wer sicher im Internet unterwegs sein will, braucht ein VPN - oder doch nicht? Viele Anbieter kommen jedenfalls gar nicht erst in Frage.
    Von Moritz Tremmel

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 jetzt bestellbar • Cyber Week: Bis zu 900€ Rabatt auf E-Bikes • MindStar (u. a. Intel Core i9 529€, MSI RTX 3060 Ti 609€) • Gigabyte Waterforce Mainboard günstig wie nie: 480,95€ • Razer Ornata V2 Gaming-Tastatur günstig wie nie: 54,99€ • AOC G3 Gaming-Monitor 34" 165 Hz günstig wie nie: 404€ [Werbung]
    •  /