Warum war Assange jahrelang in der ecuadorianischen Botschaft?

Angefangen hat alles mit Vergewaltigungsvorwürfen aus dem Sommer 2010, die kurz nach der aufmerksamkeitswirksamen Veröffentlichung des Collateral-Murder-Videos durch Wikileaks aufgekommen waren. Assange hatte während eines Aufenthalts in Schweden Sex mit zwei Frauen gehabt. Diese erkundigten sich bei der Polizei, ob sie von Assange einen HIV-Test erzwingen könnten, woraufhin die schwedischen Strafverfolgungsbehörden Voruntersuchungen wegen Vergewaltigung einleiteten. Die schwedischen Ermittlungsbehörden wollten ihn dazu im eigenen Land befragen, Assange hingegen befürchtete, dass eine Einreise nach Schweden zu einer Auslieferung in die USA führen könnte.

Stellenmarkt
  1. Sachbearbeiter (w/m/d) für den IT-Support im Vor-Ort-Service
    KommunalBIT AöR, Fürth
  2. Buchhaltungsspezialist:in - lexoffice (w/d/m)
    Haufe Group, Freiburg
Detailsuche

Nachdem ein Haftbefehl in Schweden ausgestellt wurde, stellte sich Assange im Dezember 2010 den britischen Behörden. Nach kurzer Untersuchungshaft kam er auf Kaution frei und im Landhaus eines Bekannten unter. Im Juni 2012 floh er in die ecuadorianische Botschaft in London und beantragte dort Asyl, nachdem ein britisches Gericht seiner Auslieferung nach Schweden zugestimmt und seine Berufungen abgelehnt hatte. Weil die Botschaft juristisch gesehen kein britisches Territorium ist, durften britische Sicherheitskräfte dort nicht eindringen und Assange festnehmen.

Somit bezog Assange dort ein Zimmer, in dem er fast sieben Jahre verbringen sollte. Er veröffentlichte weitere Leaks, empfing Besuch, nahm per Videoschalten an Veranstaltungen teil. Es gelang seinem Anwaltsteam nicht, seine Freilassung oder Ausreise zu erwirken. Selbst dann nicht, als Schweden 2017 zwischenzeitlich die Ermittlungen fallen ließ oder als ein UN-Expertengremium 2016 befand, Assange werde von den Behörden in Großbritannien und Schweden "willkürlich festgehalten" und habe verschiedene Formen des Freiheitsentzugs erfahren.

Immer wieder machten Reibereien zwischen Assange und den Botschaftsangestellten Schlagzeilen. Nach einem Machtwechsel in Ecuador eskalierte die Situation: Der neue Präsident Lenín Moreno entzog Assange im April 2019 den Asylstatus, kurz darauf wurde dieser gegen seinen Widerstand von britischen Polizisten aus der Botschaft getragen und im Eiltempo wegen Verstoßes gegen seine Kautionsauflagen aus dem Jahr 2010 zu einer 50-wöchigen Haftstrafe im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh verurteilt. Die schwedische Staatsanwaltschaft stellte im November 2019 die Voruntersuchung gegen Assange wegen der Sexualdelikte endgültig ein: Die Beweislage für eine Straftat sei einfach zu dünn.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Ist Assange gefoltert worden?Was sagen seine Unterstützer jetzt? 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7. 6
  8. 7
  9.  


Sportstudent 13. Mär 2020

Troll woanders.

Peter V. 09. Mär 2020

Der Mann hat aber auch ein Pech. Und dann flieht er auch noch ausversehen.

BuddyHoli 28. Feb 2020

Das ist es dann wohl, wenn man die Arbeit von Regierungen, die in jeder Hinsicht Dreck am...

magnolia 27. Feb 2020

Auch das Establishments will nicht verlieren. Man muss sich trauen in das Kampf gegen...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Kitty Lixo
Nach Sex mit Mitarbeitern Instagram-Account zurückerhalten

Laut einer Sexdarstellerin muss man nur die richtigen Leute bei Facebook sehr intim kennen, um seinen Instagram-Account immer wieder zurückzubekommen.

Kitty Lixo: Nach Sex mit Mitarbeitern Instagram-Account zurückerhalten
Artikel
  1. Ebay-Kleinanzeigen: Im Chat mit den Phishing-Betrügern
    Ebay-Kleinanzeigen
    Im Chat mit den Phishing-Betrügern

    Wenn man bestimmte Anzeigen in Kleinanzeigenportalen aufgibt, hat man sofort einen Betrüger an der Backe. Die Polizei kann kaum etwas dagegen tun.
    Ein Bericht von Friedhelm Greis

  2. Autos: Mercedes' Luxuskurs könnte das Aus für A- und B-Klasse sein
    Autos
    Mercedes' Luxuskurs könnte das Aus für A- und B-Klasse sein

    Mercedes definiert sich neu als Luxuskonzern. Das könnte auch das Ende für die Einsteiger-Modelle bedeuten, weil mit diesen kaum Geld zu verdienen ist.

  3. Ericsson und Telia Norway: Fast 4 GBit/s in 26-GHz-Netz erreicht
    Ericsson und Telia Norway
    Fast 4 GBit/s in 26-GHz-Netz erreicht

    26-GHz-Netz-Antennen erreichen in Norwegen Höchstwerte bei der Datenübertragung. Die 5G-Ausrüstung kommt von Ericsson.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 87€ Rabatt auf SSDs • PNY RTX 3080 12GB günstig wie nie: 974€ • Razer Basilisk V3 Gaming-Maus 44,99€ • PS5-Controller + Samsung SSD 1TB 176,58€ • MindStar (u. a. MSI RTX 3090 24GB Suprim X 1.790€) • Gigabyte Waterforce Mainboard günstig wie nie: 464,29€ [Werbung]
    •  /