Abo
  • Services:
Anzeige
Der frühere französische Finanz- und Wirtschaftsminister Pierre Moscovici soll von der NSA abgehört worden sein.
Der frühere französische Finanz- und Wirtschaftsminister Pierre Moscovici soll von der NSA abgehört worden sein. (Bild: Sebastien Bozon/AFP/Getty Images)

Wikileaks: NSA spionierte offenbar Frankreichs Wirtschaft aus

Der frühere französische Finanz- und Wirtschaftsminister Pierre Moscovici soll von der NSA abgehört worden sein.
Der frühere französische Finanz- und Wirtschaftsminister Pierre Moscovici soll von der NSA abgehört worden sein. (Bild: Sebastien Bozon/AFP/Getty Images)

Wikileaks legt nach: Nicht nur die Politik, auch die französische Wirtschaft soll von der NSA in großem Stil ausspioniert worden sein. Der tatsächliche Umfang der Spionage bleibt aber unklar.

Anzeige

Der US-Geheimdienst NSA hat nach Informationen der Enthüllungsplattform Wikileaks auch französische Wirtschaftsinteressen ausspioniert. Demnach sollen sich die Amerikaner für internationale Verträge wichtiger französischer Unternehmen mit einem Wert von mehr als 200 Millionen US-Dollar (rund 180 Millionen Euro) interessiert haben. Dies geht aus angeblichen Geheimdokumenten des Dienstes hervor, die Wikileaks am Montagabend veröffentlichte.

Darunter findet sich eine Anweisung aus dem Jahr 2012, Verhandlungen und Verträge über wichtige Aufträge und Investitionen ins Visier zu nehmen. Betroffen sind demnach die Telekombranche, der Energiebereich sowie der Verkehrs-, Umwelt- und Gesundheitssektor. Beweise, ob und welche Unternehmen tatsächlich Opfer von Spähattacken wurden, legten Wikileaks und seine Medienpartner Libération und Mediapart aber nicht vor. Die USA hatten in der Vergangenheit stets betont, ihre Geheimdienste nicht zu nutzen, um heimischen Firmen einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

Gespräche von Wirtschaftsministern abgehört

Konkrete Vorwürfe gibt es im Hinblick auf wichtige Akteure der Wirtschaftspolitik. Zwei frühere Wirtschafts- und Finanzminister - François Baroin und der heutige EU-Kommissar Pierre Moscovici -, hochrangige Beamte und der französische Botschafter in den USA seien abgehört worden. So soll Moscovici im Juli 2012 in Telefonaten mit dem französischen Senator Martial Bourquin vor einer sehr schwierigen wirtschaftlichen Situation des Landes gewarnt haben. Die folgenden Jahre 2013 und 2014 würden keine Staatshaushalte mit "guten Nachrichten" erlauben. Er sei "empört, verblüfft, sprachlos", sagte Bourquin, nachdem ihn Mediapart mit den Enthüllungen konfrontiert hatte.

Vergangene Woche hatten Wikileaks-Enthüllungen über angebliche US-Spähaktionen gegen drei französische Präsidenten für demonstrative Empörung in Paris gesorgt; die amerikanische Botschafterin wurde einbestellt.

Die nun veröffentlichten Dokumente betreffen nach Angaben von Wikileaks den Zeitraum von 2002 bis 2012. Demnach interessierte sich Washington unter anderem für französische Geschäftspraktiken und Beziehungen zu internationalen Finanzorganisationen. Zudem finden sich fünf knappe Zusammenfassungen abgehörter Gespräche. "Nie zuvor hat es so klare Beweise für eine massive Wirtschaftsspionage gegen Frankreich gegeben, die auf höchster Ebene des amerikanischen Staats abgestimmt wurde", schrieb die linksliberale Zeitung Libération, die die Dokumente vorab auswerten konnte.

Die Frage, ob die USA ihre Geheimdienste auch zur Wirtschaftsspionage einsetzen, war schon bei früheren Enthüllungen zur amerikanischen Spionagepraxis aufgetaucht. Der US-Vizeminister für Heimatschutz, Alejandro Mayorkas, sagte dem Tagesspiegel Anfang Juni: "Wir haben keine Wirtschaftsspionage betrieben, die US-Firmen einen ökonomischen Vorteil verschaffte. Das ist nicht unser Ansatz." Es gehe ausschließlich um Fragen der nationalen Sicherheit.

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus hatte nach Berichten über die Zusammenarbeit von NSA und deutschem Bundesnachrichtendienst (BND) eine Strafanzeige gegen unbekannt wegen des Verdachts der Industriespionage angekündigt.


eye home zur Startseite
twil 04. Jul 2015

Stellt euch eine Welt vor wo der Iran statt USA dies alles machen würde. Es gebe ein...

azeu 01. Jul 2015

Im Fakten ausblenden bist Du aber auch nicht schlecht :) Die Griechen tragen also...

spiderbit 01. Jul 2015

das doch dann auch neusprech, diese verneinung mit Bedingungen, wuerde schon mal...

Endwickler 01. Jul 2015

Wenn die Erde rund wäre, müsste man nicht in der Mitte leben. :-)

Endwickler 01. Jul 2015

Ah, danke.



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Sonntag & Partner Partnerschaftsgesellschaft mbB, Augsburg
  2. Automotive Safety Technologies GmbH, Gaimersheim
  3. Deutsche Telekom AG, Darmstadt
  4. Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Feuerbach


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. 543,73€
  3. auf Kameras und Objektive

Folgen Sie uns
       


  1. Heiko Maas

    "Kein Wunder, dass Facebook seine Vorgaben geheim hält"

  2. Virtual Reality

    Oculus Rift unterstützt offiziell Roomscale-VR

  3. FTP-Client

    Filezilla bekommt ein Master Password

  4. Künstliche Intelligenz

    Apple arbeitet offenbar an eigenem AI-Prozessor

  5. Die Woche im Video

    Verbogen, abgehoben und tiefergelegt

  6. ZTE

    Chinas großes 5G-Testprojekt läuft weiter

  7. Ubisoft

    Far Cry 5 bietet Kampf gegen Sekte in und über Montana

  8. Rockstar Games

    Waffenschiebereien in GTA 5

  9. Browser-Games

    Unreal Engine 4.16 unterstützt Wasm und WebGL 2.0

  10. Hasskommentare

    Bundesrat fordert zahlreiche Änderungen an Maas-Gesetz



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Debatte nach Wanna Cry: Sicherheitslücken veröffentlichen oder zurückhacken?
Debatte nach Wanna Cry
Sicherheitslücken veröffentlichen oder zurückhacken?
  1. Sicherheitslücke Fehlerhaft konfiguriertes Git-Verzeichnis bei Redcoon
  2. Hotelketten Buchungssystem Sabre kompromittiert Zahlungsdaten
  3. Onlinebanking Betrüger tricksen das mTAN-Verfahren aus

Sphero Lightning McQueen: Erst macht es Brummbrumm, dann verdreht es die Augen
Sphero Lightning McQueen
Erst macht es Brummbrumm, dann verdreht es die Augen

Quantencomputer: Nano-Kühlung für Qubits
Quantencomputer
Nano-Kühlung für Qubits
  1. IBM Q Mehr Qubits von IBM
  2. Quantencomputer Was sind diese Qubits?
  3. Verschlüsselung Kryptographie im Quantenzeitalter

  1. Re: Machen wir doch mal die Probe aufs Exempel

    GenXRoad | 04:03

  2. Re: Boah Heiko halt doch endlich deine dumme Fresse

    narfomat | 02:57

  3. Re: Unangenehme Beiträge hervorheben statt zu...

    klaus9999 | 02:44

  4. Warum?

    NeoXolver | 02:38

  5. Re: Jeder redet über FB-Mitarbeiter - keiner über...

    klaus9999 | 01:55


  1. 12:54

  2. 12:41

  3. 11:44

  4. 11:10

  5. 09:01

  6. 17:40

  7. 16:40

  8. 16:29


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel