Wikileaks: Gericht verfügt sofortige Freilassung von Chelsea Manning

Die Beugehaft für die frühere Wikileaks-Informantin Chelsea Manning wurde aufgehoben. Ein US-Bundesgericht hat die sofortige Freilassung angeordnet.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Chelsea Manning im Mai 2019
Chelsea Manning im Mai 2019 (Bild: Eric Baradat/AFP via Getty Images)

Chelsea Manning wird aus dem Gefängnis entlassen - die Beugehaft wurde beendet. In der Anordnung von Richter Anthony Trenga in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia hieß es, Mannings Aussage vor dem Geschworenengericht sei nicht länger notwendig. Damit entfalle auch die Notwendigkeit der Beugehaft. Mannings Anwälte hatten diese Woche mitgeteilt, Manning habe versucht, sich im Gefängnis das Leben zu nehmen. Die 32-Jährige wurde demnach in ein Krankenhaus gebracht, um sich dort zu erholen.

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Manning sitzt seit Mai 2019 wegen Missachtung des Gerichts in Beugehaft. Sie hatte sich geweigert, über Julian Assange auszusagen, den Gründer der Enthüllungs-Plattform Wikileaks. Mannings Anwälte hatten mitgeteilt, ihre Mandantin werde "ihre Prinzipien nicht verraten" und ihre Freilassung beantragt. Laut New York Times hat Manning bereits im Jahr 2016 zweimal versucht, sich das Leben zu nehmen.

Die Whistleblowerin hatte Wikileaks 2010 Hunderttausende geheime Militärdokumente zukommen lassen und damit US-Kriegsverbrechen öffentlich gemacht. Es geht dabei um die US-Militäreinsätze und Kriegsverbrechen im Irak und in Afghanistan. Sie wurde 2010 in Untersuchungshaft genommen. 2013 wurde sie bei einem Militärgerichtsverfahren zu 35 Jahren Haft verurteilt. Manning kam 2017 frei, nachdem der damalige US-Präsident Barack Obama die vorzeitige Freilassung angeordnet hatte.

Assange weiterhin in Haft

Wikileaks-Gründer Julian Assange sitzt in Haft, obwohl er seine Strafe bereits abgesessen hat. In Großbritannien wurde er wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen zu 50 Wochen Haft verurteilt, diese Freiheitsstrafe endete am 22. September. Aufgrund seiner "Fluchtvergangenheit" muss Assange jedoch im Gefängnis verbleiben, bis die Gerichte über einen Auslieferungsantrag der USA entschieden haben.

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Die US-Justiz wirft Assange vor, Manning geholfen zu haben, das geheime Material von US-Militäreinsätzen zu veröffentlichen. Dabei soll der US-Regierung zufolge insbesondere die Sicherheit von US-Informanten aufs Spiel gesetzt worden sein. Bei einer Verurteilung in allen 18 Anklagepunkten drohen dem gebürtigen Australier bis zu 175 Jahre Haft. Assange bestreitet die Vorwürfe.

Der UN-Sonderberichterstatter für Folter ist besorgt über Assanges Zustand, in einem Appell forderten kürzlich über 130 Politiker, Künstler und Journalisten die sofortige Freilassung Assanges - darunter ehemalige Bundesminister.

Anmerkung der Redaktion:

Golem.de berichtet sehr behutsam über das Thema Suizid. Denn es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte Arten der Berichterstattung durch Identifikation Nachahmungstaten zur Folge haben, gerade wenn der Betroffene eine prominente Person ist. Haben Sie selbst Suizidgedanken oder suchen Hilfe als Angehöriger, finden Sie professionelle Hilfe etwa bei der Telefonseelsorge unter den Rufnummern 0800/1110111 und 0800/1110222 oder im Internet. Weitere Informationen finden Sie über die Seiten der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

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